9ff-Porsche GT3 G-Track im Tuning-Test: Schnelles Querdynamik-Talent vom Tuner

9ff-Porsche GT3 G-Track, Seitenansicht, Kurvenfahrt

Was passiert, wenn Längsdynamik-Könner auf die Rennstrecke gehen? Meistens nichts Gutes. Highspeed-Spezialist 9ff hat sich erstmals in das unbekannte Revier gewagt und einen Porsche 911 GT3 getunt. Mit erstaunlichem Ergebnis, wie der Test des 9ff-G-Track beweist.

"Das war nur eine gemütliche Einrollrunde mit 365 km/h." Dieses Zitat von 9ff-Chef Jan Fatthauer nach einer Testfahrt in Nardò verrät, in welcher Welt der Dortmunder Tuner beheimatet ist. Leistungsangaben von 800 bis 1000 sind hier Alltag. Die meisten Fahrmaschinen kratzen an der 400-km/h-Marke oder überschreiten die magische Tempo-Spitze sogar. Der 9ff-Porsche G-Track widerspricht dem Credo seines Erbauers.

"Wir wollten nun erstmals ein Fahrzeug mit querdynamischen Qualitäten und nicht wie sonst mit längsdynamischem Fokus bauen", erklärt Fatthauer. Optisch ist der Elfer scheinbar aus dem Starterfeld der Carrera Cup-Meute geflüchtet. Auf Basis eines 2010er Porsche 911 GT3 entstand mit dem 9ff-Porsche GT3 G-Track ein straßentauglicher Clubsport-Rennwagen.

9ff lässt GT3 ordentlich Gewicht verlieren

Mit 2,5 Zentimeter breiteren Kotflügeln, einer Cup-Frontschürze, einem zentrale Tankstutzen in der Motorhaube sowie einem Cup-Heckflügel mit 9ff-Seitenteilen sägt der Elfer entspannt zum Brötchenholen oder zur schnellen Touri-Runde auf die Nordschleife. "Unser größtes Ziel war die Gewichtsreduktion", beschreibt Fatthauer den Schwerpunkt der Umbaumaßnahmen. Ein neuer Endschalldämpfer aus Edelstahl spart 23,4 Kilogramm gegenüber der Serienversion.

Weiteres Gewicht reduzieren unter anderem eine sechs Kilogramm leichte Batterie mit Lithium-Ionen-Technik (minus zehn Kilogramm) sowie Cobra-Sportschalsitze mit Sechspunkt-Gurten. Außerdem fielen überflüssige Verkleidungsteile im Kofferraum dem Magerwahn zum Opfer. Selbst die Tagfahrlicht-Blinker-Einheit in der Frontschürze ersetzte das 9ff-Team durch eine GFK-Blende mit kleinem Blinker.

Diät-Ehrgeiz, der sich auf der Waage bemerkbar macht: Mit 1.359 Kilogramm wiegt der GT3 von 9ff vollgetankt 67 Kilogramm weniger als das letzte getestete PorscheGT3-Serienmodell im Supertest.

Messerscharfe Lenkung und 15 PS mehr

Die Motorleistung des 3,8-Liter-Boxermotors wurde hingegen mit geringen Modifikationen am Steuergerät, einem anderen Luftfiltersystem und einer neuen Sportabgasanlage nur dezent überarbeitet. Aus 435 wurden 450 PS. Schon im Stand fräst, sägt und scheppert der 9ff-Porsche GT3 G-Track unter anderem wegen seiner starren Motorlager so energisch, als gäbe es im sport auto-Test Punkte für die beste Rennwagen-Imitation.

Nicht nur akustisch versprüht er Motorsportstimmung. Auf der Rennstrecke glänzt der 9ff-Porsche GT3 G-Track mit messerscharfem Einlenkverhalten. Die Fahrwerksmodifikationen (RSR-Querlenker und Spurstangen, zahlreiche Uniball-Gelenke, härtere H&R-Federn) verleihen dem schon in der Serie dynamischen Porsche 911 GT3 ein noch präziseres Fahrverhalten.

Super Querdynamik vom Längsdynamik-Profi

Auf dem Kleinen Kurs stürmt die cupbereifte Tuning-Version mit stetig drängendem Heck, aber jederzeit noch gut kontrollierbar um die Kurven. Mit einer Rundenzeit von 1.09,8 schlägt der 9ff-Porsche GT3 G-Track den Werks-GT3 (1.10,4 min) locker und spielt in der Liga des GT3 RS 3.8 (1.09,6 min.) mit.

Dem Porsche GT3 G-Track von 9ff gelingt noch ein anderer Coup, der früher für 9ff- Verhältnisse ein Knockout-Schlag gewesen wäre. Der steil stehende Monster-Heckflügel schmälert zwar die per GPS gemessene Höchstgeschwindigkeit auf 298 km/h, aber in keinster Weise die Faszination an dem ersten richtigen Querdynamik-Künstler aus dem Hause 9ff.

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