Alpina B5 Biturbo im Test

Wie stark ist der stärkste BMW 5er?

Alpina B5 Biturbo, Front

Solange der BMW M5 auf sich warten lässt, trägt der Alpina B5 Biturbo den Titel "stärkster Fünfer". Mit 507 PS, Alpina Switchtronic auf Basis der ZF-Achtgang-Automatik, Hinterradantrieb und 20 Zoll großem Schuhwerk beweist der Allgäuer im Test, dass er in jeder Beziehung ein Großer ist.

Vitamin B kann man immer gebrauchen: Als Komplex zur Sicherung einer ausgewogenen Ernährung oder - im übertragenen Sinne -, wenn es gilt, einen guten Job zu bekommen. Seit Neuestem hilft der in der Wissenschaft mit den verschiedensten Zahlen kombinierte Großbuchstabe auch beim komfortabel-flotten Vorwärtskommen.

Im kleineren Stil an die Ziffer Drei gekoppelt, in größerem mit der Fünf im Schlepptau - immer aber mit dem von jeher viel versprechenden Markennamen Alpina davor und dem Zusatz Biturbo dahinter. Dabei war die Erwartungshaltung in der Redaktion gar keine allzu große, als der Test mit Alpina B5 Biturbo anstand.

Komfort zu Lasten der Sportlichkeit

Zum einen, weil der Allgäuer Kleinserienhersteller bislang eher für die komfortable Alternative zu den von Generalisten oft als zu straff empfundenen Limousinen aus München stand. Zum anderen, weil der Basis-Fünfer im sport auto-Test weder als 535i noch als 550i wirklich überzeugen konnte. Im Vergleich zu früheren BMW-Modellen mutete der überaus stattliche und in der Folge auch gewichtige Newcomer Alpina B5 Biturbo schlicht zu träge an.

Die in den Tests in Hockenheim erzielten Rundenzeiten lagen hier wie da bei exakt 1.19,6 Minuten. Das war schon mal anders, passt aber ins Bild. Da der Hersteller in den großen Automagazinen wiederholt wichtige Vergleichstests mit der Begründung verloren hatte, seine Fahrzeuge seien zu hart abgestimmt, wurde die neue Modellgeneration in Richtung Komfort getrimmt. Mit den genannten Konsequenzen. Was sollte sich auf dieser Basis von einer noch komfortbetonteren Variante aus dem Hause Alpina erwarten lassen?

B5 bietet sportliches Fahrtalent mit Bequemfaktor

Viel - wie der vorliegende Test des Alpina B5 Biturbo beweist. Tatsächlich scheint sich nämlich auch in Buchloe ein Paradigmenwechsel abzuzeichnen. Was letztlich nur logisch wäre. Wenn der Hersteller BMW selbst vermehrt in Richtung gediegener Komfort marschiert, warum soll der auf die gleiche Basis vertrauende Kleinserienhersteller Alpina dann nicht die dadurch frei werdende Lücke füllen und etwas sportiver zu Werke gehen?

Alpina tut das mit dem neuen, 507 PS starken B5 Biturbo jedenfalls sehr effektiv und - das sei an dieser Stelle explizit herausgestellt - ohne jedwede Komforteinbußen. Wer mag kann auch in der gegen Aufpreis mit adaptivem Fahrwerk versehenen Allgäuer Limousine Alpina B5 Biturbo genüsslich cruisen, ohne sich um den gerade unter den mächtigen Rädern befindlichen Untergrund zu scheren. Im Sport- und im Sport Plus-Modus kann es der Alpina B5 Biturbo dann aber auch richtig krachen lassen.

Alpina B5 besser als Serien-Fünfer?

Die zu Gebote stehenden Dämpferoptionen erweisen sich dabei als ebenso konstruktiv wie das in diesen beiden Programmen hinterlegte wahrhaft manuelle Schaltprogramm. Ein solches hat das Serienmodell nämlich nicht zu bieten. Hier wählt der von ZF zugelieferte, im Alltag höchst geschmeidig und passgenau agierende Achtgang-Automat kurz vor Erreichen der Drehzahlgrenze so oder so ungefragt die höhere Schaltstufe an.

Das beim Serien-550i bemängelte gleichzeitige Schieben und Drücken im Kurven-Grenzbereich ist beim kaum leichteren Alpina B5 Biturbo ebenfalls kein Thema. Selbst ohne Integral-Aktivlenkung mutet der Allgäuer deutlich agiler an als der Münchener. Dass sich die stattliche Masse nicht wegdiskutieren lässt, zeigte einzig eine bei der Zeitenhatz kurz aufleuchtende Warnlampe an. Sie monierte eine überhitzte Bremse. In der Standardbremsprüfung gab sich das System des Alpina B5 Biturbo hingegen keine Blöße. Es beißt mit rund elf m/s2 kalt wie warm gleichbleibend kraftvoll zu.

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