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Cartech-Abarth 500 Coppa, Seitenansicht, Bremsmanöver 18 Bilder Zoom

Cartech-Abarth 500 Coppa im Test: Kraftzwerg hebt in andere Sphären ab

Der Abarth 500 Coppa von Cartech hebt mit 238 PS in andere Sphären ab und fährt stärkeren Kompakt-Sportlern in Hockenheim davon. Im Test musste der getunte Überflieger sanft gebremst werden, damit er nicht die Bodenhaftung verliert.

Wetten, dass ich mit meinem Auto so an der Ampel bremsen kann, dass dabei die Hinterräder einen halben Meter in der Luft schweben? Das wäre etwas für die TV-Show „Wetten, dass..?“ Wir könnten mit dem Cartech-Abarth 500 Coppa auf jeden Fall einen geeigneten Wettkandidaten stellen. Spaß beiseite. Wenn die Hinterachse bei einer Vollbremsung plötzlich zum Takeoff abhebt, wie beim sport auto-Test geschehen, ist Aufklärungsbedarf gefragt.

Getunter 500er mit 238 PS

Stellen wir den Testkandidaten zunächst einmal vor: Auf Basis des Fiat-Abarth 500 entwickelte Cartech aus Unterföhring bei München einen Miniatur-Kraftmeier mit Rennsportgenen. Den 1,4 Liter großen Turbo-Vierzylinder päppelte der Tuner mit einem größeren Lader, anderen Kolben und Nockenwellen, einem größeren Ladeluftkühler mit optimierter Luftführung sowie einer überarbeiteten Motorsoftware auf. Eine geringere Verdichtung (9,5:1 statt 10,8:1) in Kombination mit mehr Ladedruck (1,3 statt 1,2 bar) tragen ebenso wie die Akrapovic-Abgasanlage (1.510 Euro) dazu bei, dass die Leistung auf 238 PS klettert.

Cartech-Abarth erinnert an das Trofeo-Auto

Per Knopfdruck auf einer Infrarot-Fernbedienung reißt der Cartech-Abarth 500 die Klappen seiner Edelstahl-Abgasanlage auf und brüllt so energisch wie das Rennmodell aus der Markenpokal-Serie Trofeo Abarth 500. Noch mehr als der Klang des kleinen Turbo-Monsters erinnern zahlreiche Bauteile des Cartech an das Trofeo-Auto. So stammen der Splitter sowie der Wabengrill der Frontstoßstange genauso wie die Motorhaube mit Karbon-Lufteinlässen, die Bremsenbelüftung an der Vorderachse und der Heckflügel vom Trofeo 500 Abarth. Die leichten, wenn auch wenig schmucken spartanischen Türverkleidungen aus Kunststoff wurden ebenfalls dem Rennmodell entnommen.

Nicht nur die Türpappen sparen im Cartech-Abarth 500 Gewicht. Neben leichteren Recaro-Schalensitzen klafft im Heck der Rennsemmel mit Straßenzulassung eine große Lücke im Vergleich zum Serienmodell. Statt der Rücksitzbank findet sich hier nur eine Querstrebe. Auch überflüssiges Dämmmaterial entfernte Cartech zur Minimierung des Gewichts. Inklusive der ATS DTC-Leichtmetallräder liegt die Einsparung des gepimpten Abarth bei beachtlichen 68 Kilogramm (Serie: 1.100 Kilo).

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In 6,3 Sekunden auf 100 und max 245 km/h

Mehr Leistung und weniger Pfunde sind beste Voraussetzungen für den gedopten Cinquecento, um den Serien-Abarth wie ein lahmendes Rennpferd hinter sich zu lassen. Auch dank der Toyo R888-Cupreifen mit gutem Gripniveau springt die Tuning-Version im Test besser aus den Startblöcken und sprintet in 6,3 Sekunden deutlich schneller auf 100 km/h als der Abarth 500 (8,0 s) oder der 160 PS starke Abarth 500 esseesse (7,9 s). Bei freier Piste marschiert der Italiener mit bayerischem Einschlag bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h (Serie: 205 km/h).

Fürs Autobahn-Bolzen wurde der Rennzwerg aber nicht gebaut. Ein KW-Fahrwerk (1.600 Euro) mit veränderter Achsgeometrie an der Vorderachse (1,5 Grad Negativ-Sturz) soll dem getunten Fiat 500er auf der Rennstrecke Beine machen. Querdynamisches Potenzial versprechen außerdem die bereits erwähnten Semislicks, eine mechanische Differenzialsperre sowie die Möglichkeit, das ESP, anders als beim Serienmodell, komplett zu deaktivieren.

Kraftzwerg wiegt knapp über eine Tonne

Vergnügt laderpfeifend legt der Cartech-Abarth 500 Coppa dank nachgerüstetem Einmassenschwungrad (1.200 Euro) mit spontanerem Ansprechverhalten los und wieselt auf die sport auto-Teststrecke. Auf dem Kleinen Kurs von Hockenheim besticht der aufgedrehte Kleinwagen mit zackigerem Einlenkverhalten und weniger Seitenneigung als der Abarth von der Stange. Durch die extrem frontlastige Gewichtsverteilung von 69,9 zu 30,1 Prozent hebt der nur 1.032 Kilo schwere Wagen bei zügiger Kurvenfahrt gern mal das Hinterbein - ein von der Rennversion bekanntes Verhalten.

Beim starken Anbremsen drängt das Heck deutlich nach links und verlangt eine flinke Lenkkorrektur. Nur ein gewiefter Lenker jagt den Cartech in 1.16,9 Minuten um den Kurs in Hockenheim (Serien-Abarth esseesse im Test mit 135 PS: 1.22,4 min). Ungeübten Nachwuchsfahrern sollte man diese Kleinkaliber-Waffe besser nicht überlassen. Womit wir beim Abheben der Hinterachse wären. Die größere Bremsanlage im Verbund mit dem hohen Grip der Semislicks kann den Cartech-Abarth mit seiner extremen Gewichtsverteilung bei Vollbremsungen hinten aushebeln.

Cartech-Abarth nur für die Rennstrecke

Auf dem Kleinen Kurs fiel dieses Bremsverhalten nicht auf, da hier die Bremsphasen nicht lang genug sind. Im öffentlichen Straßenverkehr taugt der Cartech-Abarth mit dieser Abstimmung hingegen nur bedingt. „Wir empfehlen unseren Kunden, auf der Straße nicht mit den Semislicks zu fahren“, erklärt David Prusa, Geschäftsführer von Cartech. sport auto geht noch weiter und würde den Cartech-Abarth in dieser Abstimmung nur für die Rennstrecke empfehlen.

Christian Gebhardt

Foto

FACT

Datum

21. Februar 2013
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 02/2012.
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