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Caterham Superlight R300-Race 16 Bilder Zoom

Caterham Superlight R300-Race im Test: Radikaler geht's kaum - 576 kg Fahrspaß

Auch 175 PS können ausreichend sein: Die Caterham-Rennversion Superlight R300-Race sorgt mit Überrollkäfig und Straßenzulassung für Dauergrinsen. Test des nur 576 Kilogramm leichten Exoten - dem drittschnellsten, je im sport auto-Slalom gemessenen Auto.

Der Caterham Superlight R300-Race im Test. Für 14.800 Euro kann jeder im russischen Nischnii Nowgorod als Co-Pilot in einem MIG-29-Kampfjet abheben - 45 Minuten am Limit in den Lüften. Wer längerfristig den Grenzbereich zu Lande ausloten möchte und 49.800 Euro übrig hat, den lockt Caterham mit dem Superlight R300-Race.

Erste Herausforderung: Einstieg in den Caterham Superlight R300-Race

Auch die Ausstattungsliste des Testfahrzeugs Caterham Superlight R300-Race - des jüngsten Stiefbruders des von 1959 bis 1972 produzierten Lotus Seven - liest sich nicht wie die füllige Weinkarte eines Gourmet-Restaurants, sondern eher wie der Menüplan in einem Schnellimbiss. Mehr Übersicht geht nicht: fünf Rundinstrumente, ein abnehmbares Alcantara-Lenkrad und zwei Kunststoff-Sitzschalen mit Vier-Punkt-Gurten. Warmduscher hoffen vergeblich auf Sitzheizung und Airscarf.

Ob Pragmatiker oder Purist - beim Einstieg in den R300-Race offenbaren sich bis dahin weitgehend unbekannte Muskelgruppen. Obwohl der radikale Sport-Exot nur bis zur Hüfte reicht, muss der Tester beim Einfädeln durch den verwinkelten Überrollkäfig die Talente eines Free Climbers beweisen. Wer in der tief liegenden Sitzschale Platz genommen hat, stochert mit den Füßen im engen Tunnel nach den dicht zusammenliegenden Pedalen - mit einer vermeintlichen Beinfreiheit als ob man versucht, die Füße gemeinsam in einen Socken zu pressen. Formel-Rennwagen-Gefühle mit Straßenzulassung. Der Test kann losgehen.

Schon die beim sport auto-Test übliche Fahrt auf die Fahrzeugwaage treibt Freudentränen in die Augen. Dank minimalistischem Leichtbau (Frontnase und Kotflügel aus Fiberglas) lasten beim Caterham Superlight R300-Race nur 283 Kilogramm auf der Vorderachse.

Caterham Superlight R300-Race - der 175 PS-Ford-Motor macht Dampf

Bei einem vollbetankten Gesamtgewicht von 576 Kilogramm im Test verneigen sich selbst eingefleischte Fans von Supersportlern ehrfürchtig vor der rollenden Zigarre. Mit einem Leistungsgewicht von 3,3 kg/PS dreht der Caterham Superlight R300-Race auch einem Audi R8 4.2 FSI quattro (3,8 kg/PS) eine lange Nase.

Unter selbiger versteckt sich ein alter Bekannter. Wie im Caterham Roadsport 175 bollert auch im R300-Race ein 2,0-Liter-Ford-Duratec-Motor. Der Vierzylinder leistet 175 PS. Mit gut aufgewärmten Avon CR500-Sportreifen (Luftdruck: 1 bar!) krallt sich der Lotus-Enkel in den Asphalt und egalisiert die Werksangabe von 4,6 Sekunden um eine Zehntelsekunde.

Dabei punktet das knackige Sechsgang-Schaltgetriebe mit ultrakurzen Schaltwegen und präziser Gassenführung. Ein kurzer Boxenstopp - es folgt die Kurven-Kür. Trockensumpfschmierung, Sperrdifferenzial und Überrollkäfig - nicht nur der Name, auch die Gene des Caterham Superlight R300-Race verraten schnell sein Revier.

Pures Fahrvergnügen: Kein ABS, kein ESP, kein ASR

Spielerisch wie ein Eistänzer wirbelt der Caterham Superlight R300-Race beim Test über den kleinen Kurs in Hockenheim. Einlenkverhalten: sehr präzise, Fahrverhalten: absolut neutral, Fahrvergnügen: Zehn, und zwar mit zwei Ausrufezeichen. ASR, ESP, ABS - keine Sorge, Spaßverderber sind auch beim neuesten Caterham nicht mit an Bord.

Eine Bremskraftverstellung wäre aber beim Rennstreckeneinsatz wünschenswert. Beim harten Anbremsen tendieren die vorderen Reifen im Test relativ schnell zum Blockieren, gut sichtbar durch weiße Qualmwölkchen. Das Rennstreckenzeugnis für den Caterham Superlight R300-Race fällt mit einer Rundenzeit von 1.13,3 Minuten dennoch ausgezeichnet aus. "Du hast ein rabenschwarzes Gesicht wie ein Rennfahrer aus den fünfziger Jahren", lautet das Fazit eines Kollegen nach der eintägigen Ausfahrt mit der britischen Knallbüchse. Ein Extra hat der Autor nämlich noch unterschlagen: Composite-Windabweiser ersetzen beim SL R300-Race die Windschutzscheibe.

Christian Gebhardt

Foto

Rossen Gargolov

Ausgabe

Heft 05/2010
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