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Der Mini Cooper John Works im Test: Die Sportversion mit 211 PS-Tracktest der Rennversion

Wem die 175 PS des regulären Cooper S zu mickrig erscheinen, der wird bei Mini nun mit der zivilen Version des 211 PS starken Challenge-Autos gelockt. Für 27.700 Euro Grundpreis gibt es den John Cooper Works als knapp geschnittenen Zweitürer. Der Kombi namens Clubman kostet 1.800 Euro Aufpreis.

Ob Affenbabys, Hundewelpen oder flauschig- weiße Heuler – was klein ist, ist niedlich und rühert an. Dieser Umstand dürfte ein Grund für den überragenden Verkaufserfolg des Mini Cooper sein. Auch wenn er streng genommen – seien wir ehrlich – so klein oder gar mini nicht mehr ist. Mit 3,71 Meter Länge und 1,40 Meter Höhe pflegt er einen durchaus selbstbewussten Auftritt. Dennoch: Der kulleräugige Deutsch-Brite ist so knuddelig-knubbelig wie klassenlos.
 
Ob mit oder ohne Racing-Streifen auf der Motorhaube, Checkered Flag auf dem Dach oder Union Jack auf den Außenspiegelgehäusen: Im Mini kann man sich sehen lassen – immer und überall. Dass dies auch und gerade für die Rennstrecke gilt, beweist der zur BMW Group gehörende Hersteller seit Jahren mit der im Rahmenprogramm hochkarätiger internationaler Rennserien gastierenden Mini Challenge. Wer seinen Cooper privat-sportlichen Zwecken zuführen wollte, war seit dem Ableben der 210 und 218 PS starken Sportvarianten des von einem Kompressortriebwerk befeuerten Vorgängermodells allerdings auf die tatkräftige Unterstützung der Tuning-Branche angewiesen. Bislang war werksseitig beim 175 PS starken Cooper S Schluss.

Jetzt gibt’s 211 PS für den Mini
 
Dafür ist jener seit der im Rahmen des Modellwechsels eingeführten durchzugsstärkeren 1,6-Literl-Turbotriebwerke auch als Lifestyle-Kombi zu haben. Über den Cooper S Clubman freuen sich all jene, die regelmäßig mehr als eine Begleitperson und zwei bis drei Einkaufstüten zu befördern haben. Platz für Fondpassagiere und größeres Gepäck ist im normalen Mini nämlich nicht wirklich. Dies dürfte denn wohl auch der Grund dafür sein, dass der Hersteller im zweiten Anlauf sogar das technisch mit dem Challenge- Auto weitgehend identische Topmodell namens John Cooper Works, mit dem die Integration des bislang eigenständig operierenden britischen Sportlabels in die Marke Mini vollzogen wurde, als Clubman offeriert.
 
Ob der längere Radstand dem 211 PS starken Straßensportler ähnlich gut tut, wie dem als Kombi auch sportlich rundum überzeugenden, weil deutlich gelassener agierenden Cooper S (siehe Vergleich in sport auto 1/2008), wird die Zukunft zeigen. Zum gegebenen Zeitpunkt standen die starken Clubman als Testwagen noch nicht zur Verfügung. Flotte Eltern brauchen dennoch nicht den Kopf hängen zu lassen: Die Markteinführung des ab 29.500 Euro teuren Mini John Cooper Works mit Kombiheck erfolgt zeitgleich mit der der Limousine. Aber zurück zum in den Tagen von Peking alles beherrschenden Thema: dem Sport. Wie das Challenge-Auto, so fühlt sich auch der John Cooper Works primär der flotten Gangart verpflichtet.

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6,6 Sekunden für den Spurt von Null auf 100 km/h
 
Mit seiner aufgrund umfangreicher Modifikationen am ohnehin aufwendig konstruierten, gewichtsoptimierten Twin-Scroll-Turbomotor (verstärkte und geschliffene Kolben, Zylinderkopf mit höherer Festigkeit und modifizierter Dichtung, Einlassventile und Ventilsitzringe aus besonders widerstandsfähigem Material, geringere Verdichtung, von 0,9 auf 1,3 bar gestiegener maximaler Ladedruck, optimierte Luftführung, leistungsfördernde Entdrosselung auf der Ansaug- und Abgasseite mittels Modifikationen an Luftfilter, Luftmassenmesser, Abgasanlage und Katalysator) ist das aktuelle Worksmodell dafür auch bestens gerüstet.
 
Mit 6,6 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h und 20,8 Sekunden bis zum Passieren der 180-km/h-Marke lässt der 1.180-Kilo-Floh aus Oxford die zeitgleich getestete Coupé-Konkurrenz von Volkswagen und Volvo (siehe Vergleichstest ab Seite 12) deutlich hinter sich. Wichtige Meter gut machen kann der John Cooper Works auch auf den Cooper S, auf dem er basiert. In der Bremsprüfung zeigen die von 294, respektive 259 Millimeter vorn und hinten auf 316 und 280 Millimeter gewachsenen Durchmesser der stählernen, vorn innenbelüfteten Bremsscheiben durchschlagende Wirkung: Während der Mini Cooper S nach der zehnten Vollbremsung aus Landstraßentempo erst nach 38,3 Meter zum Stillstand kommt, steht das JCW-Modell bereits nach 35,5 Metern.

Den Mini John Cooper Works gibt es ab 27.700 Euro
 
Das kann sich ebenso sehen lassen wie das superagile Handling im Slalomparcours. Mit der dank serienmäßiger Sporttaste gesteigerten Lenkpräzision nebst agressiverer Gaspedalkennlinien durcheilt der Conti-bereifte Works-Mini den 180 Meter langen Slalomparcours mit wieselflinken 67,3 km/h. Schneller war mit 68,0 km/h aufgrund des bei Lastwechseln und harten Anbremsmanövern insgesamt stabileren Fahrverhaltens innerhalb der normal bereiften Mini-Fraktion nur noch der auf Dunlop SP Sport angetretene Mini Cooper S Clubman (siehe Ausgabe 1/2008).
 
Angesichts der Kart-ähnlichen Zackigkeit, mit der der 211-PS-Mini den Slalom-Dschungel und kurvige Landstraßen in Angriff nimmt, verwundert die exzellente Rundenzeit auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim nicht wirklich. 1.18,5 Minuten – das soll dem deutsch-britischen Kraftei erstmal einer nachmachen. Dabei ist das sportliche Potenzial des Mini noch nicht einmal ausgeschöpft: Die Sperre agiert moderater, als man es sich zuweilen wünschen würde, das knackig kurz übersetzte Sechsganggetriebe neigt bei hohen Querkräften zu Verspannungen. Vielleicht hat das Werk sich die Hardcore-Maßnahmen aber auch nur für ein zweisitzig-puristisches Sportmodell à la Mini Cooper S JCW GP aufgehoben. Uns würde es freuen.

Autor

Foto

Gargolov

Datum

2. Oktober 2008
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 09/2008.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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