Alles über Irmscher Opel GT
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Irmscher Opel GT im Test: Ein harmonisches Setup sieht anders aus

Opel-Spezialist Irmscher setzt nun auch den zweisitzigen US-Import mit dem prestigeträchtigen Namen GT unter Druck. Nach der Kraftkur im Schwäbischen tritt der Roadster mit 315 PS und 398 Newtonmeter Drehmoment an.

Der Opel GT ist ja - anders als der prestigeträchtige Name glauben machen will - kein Europäer, sondern ein waschechter Ami. Aus Rüsselsheim stammt neben dem Blitz im Kühlergrill einzig der serienmäßig 265 PS starke Zweiliter-Turbo.

Keine schlechte Ausgangslage also für einen Tuner. Schließlich konnte der Opel im ersten Test den hochgesteckten Erwartungen nur ansatzweise entsprechen. Insbesondere die Verarbeitungsqualität und der alles in allem etwas träge Gesamteindruck, an dem das wenig passgenau übersetzte Fünfganggetriebe einen nicht unerheblichen Anteil hat, gaben Anlass zu Kritik.

Attraktive Hülle

Dabei ist der mit 32.180 Euro Grundpreis sehr günstige Sportwagen durchaus ein Hingucker. "Ich wusste gar nicht, dass Opel so schicke Autos baut", bemerkte beispielsweise ein Tankstellenpächter, als es den bei Irmscher auf Touren gebrachten GT wieder einmal nach frischem Super Plus dürstete. Wobei der Mär, dass getunte Autos automatisch mehr Sprit verbrauchen, an dieser Stelle zu widersprechen ist.

Sparsame Programmierung

Im Fall des Opel GT stellt sich die Sache genau umgekehrt dar. Während sich das Serienauto im Testmittel auf 100 Kilometern exakt 14 Liter durch die Kehle rinnen ließ, begnügte sich der mittels Modifikationen am Steuergerät auf 315 PS leistungsgesteigerte Irmscher-Roadster mit durchschnittlich 12,2 Liter.

Teurer Radsatz

Auch sonst geht das im Schwabenland geschnürte Paket für den Deutsch-Amerikaner als preiswert durch: 999 Euro für die Mehrleistung, 979 Euro für die Auspuffanlage, 399 Euro für das griffigere Lederlenkrad. Einzig der Dunlop SP Sport Maxx-bereifte 19-Zoll-Radsatz schlägt mit 2.798 Euro etwas stärker ins Kontor und konnte im Verbund mit dem 1.449 Euro teuren KW-Gewindefahrwerk im Test nicht zur Gänze überzeugen.

Das Ansprechverhalten profitiert

Zuerst einmal seien aber die positiven Effekte der Tuningmaßnahmen betrachtet. Hier wären vor allem die deutlich besseren Verzögerungswerte des Irmscher-GT, die primär auf die anderen Gummis zurückzuführen sein dürften, und das spürbar bessere Antritts- und Durchzugsvermögen zu nennen. Das elektronisch überarbeitete Triebwerk entfaltet seine Leistung früher und insgesamt harmonischer als der 265 PS starke Basismotor.

Dass der Standardsprint von null auf 100 km/h dennoch kaum flotter vonstatten geht als beim Serienauto, ist damit zu begründen, dass die Leistung beim Schalten vom ersten in den zweiten und vom zweiten in den dritten Gang stark einbricht. Bis zum Erreichen der 180-km/h-Marke kann der Irmscher-GT dem Serienbruder dann jedoch 2,5 Sekunden abnehmen.

Vorsprung ist möglich

Auch auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim macht das Tuning-Modell auf Grund seiner gestiegenen Lendenkraft gegenüber dem Serienauto Boden gut. Trotz der grundsätzlich weniger stark auf Fahrdynamik ausgelegten Dunlop-Reifen (der Basis-GT ging auf 18 Zoll großen Bridgestone Potenza-Pneus an den Start) umrundete der Irmscher-GT die 2,6 Kilometer lange Strecke in 1.18,4 statt 1.19,1 Minuten.

Die Fahrwerksabstimmung überzeugt nicht

In der 180 Meter langen Slalomgasse, in der es weniger auf Leistungsstärke denn ein harmonisches Setup ankommt, gerät das aus Reifen und Fahrwerk bestehende Gesamtpaket des Tuning-GT dann jedoch an seine Grenzen. Da das Heck bei schnell aufeinanderfolgenden Richtungswechseln ein reges Eigenleben führt, war bei 65,9 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit Schluss. Das Serienauto setzte sich mit mittleren 67,6 km/h in dieser Disziplin deutlich besser in Szene.

Für die lässige Fortbewegungsweise im Alltag - jene Gangart also, die dem GT seiner Herkunft entsprechend eher auf den Leib geschneidert ist als veritabler Hardcore-Sport - scheint die beim Testwagen gewählte Abstimmung des verstellbaren Gewindefahrwerks gleichfalls nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Asphaltabsätze nimmt der Schwabe derart rüde, dass sensiblen Zeitgenossen schon einmal der Schweiß ausbricht. Eine weniger straff gewählte Druckstufe könnte hier für Abhilfe sorgen.

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

6. Dezember 2007
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 11/2007.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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