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Jaguar XKR-S im Test: Kätzchen oder Raubkatze?

Bevor Jaguar die auf der IAA viel bejubelte Sportwagen-Studie C-X16 in Serie baut, greift die aktuelle XK-Baureihe erst noch einmal richtig an: Der Jaguar XKR-S ist mit 550 PS der stärkste Serien-Jaguar der Firmengeschichte. Kätzchen oder Raubkatze? Der sport auto-Einzeltest verrät es.

Ein Scherz unter Kollegen - oder soll die Zusatzausstattung im Handschuhfach des Testwagens zart besaitete Beifahrer auf den kraftvollsten Seriensportwagen der Jaguar- Geschichte vorbereiten? Dezent britisch nennt sich das weiße Tütchen „Airsickness Bag“, die Österreicher tauften es einst liebevoll „Speibsackerl“. Sonst nur bei Jaguar-Fahrtrainings zur Sicherheit für schwache Mägen an Bord, genoss der blinde Passagier im Jaguar XKR-S beim sport auto-Test einen Ausflug in höchste Querdynamik-Gefilde - und behielt selbstredend eine weiße Weste.

Aerodynamik-Optimierung am Jaguar XKR-S

Heiß statt weiß ist hingegen das Outfit des neuen Topmodells. Im Vergleich mit der weichen Linienführung der XK-Verwandten tritt das RS-Modell mit schmaleren LED-Scheinwerfern, einer neuen Frontschürze mit größeren seitlichen Lufteinlässen, neuen Luftauslässen sowie einem Karbon-Frontsplitter deutlich aggressiver auf. Auf dem Heckdeckel thront nun erstmals beim Jaguar XKR-S ein Flügel mit einem Flügelprofil aus Kohlefaser. Mehr Ecken und Kanten auch an der Heckpartie - über den vier Endrohren macht sich eine neue Heckschürze mit Karbondiffusor breit. „Beim Styling des XKR-S ging es uns ausschließlich um Performance“, betont Designdirektor Ian Callum. Laut Jaguar soll der Aerodynamik-Schliff an der Karosserie den Auftrieb um 26 Prozent reduzieren.

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Von draußen nach drinnen: Mit rot pulsierendem Startknopf spitzt die britische Raubkatze schon im Stand die Krallen. Auf Knopfdruck erwacht der intern AJ133 genannte 90-Grad-Achtzylinder mit Roots-Kompressor zum Leben, und durch die modifizierte Abgasanlage bricht donnernd ein V8-Gewitter los. In seiner jüngsten Ausbaustufe leistet der AJV8 der dritten Generation 550 PS und damit 40 mehr als der normale XKR. Das maximale Drehmoment stieg um 55 auf 680 Nm. Während solche Drehmoment-Batzen bei den Vorgängermodellen gern beim Beschleunigen an den Hinterrädern zu ähnlich dichter Nebelentwicklung wie an einem Frühjahrsmorgen in der Eifel geführt haben, kommt der aktuelle Jaguar XKR-S nun etwas besser vom Fleck.

Jaguar XKR-S in 4,4 Sekunden auf Tempo 100

In 4,4 Sekunden tobt der Jaguar XKR-S im Test von null auf 100 km/h (Serien-XKR: 4,9 s). Anders als andere Hersteller in der Über-500-PS-Liga, die längst ein Doppelkupplungsgetriebe samt Launch Control verbaut haben, setzen die Briten weiterhin auf die bekannte Sechsstufen-Automatik von ZF. Doch die optimierte Wandler-Automatik lässt mit schnellen Schaltzeiten und einem echten manuellen Modus, der bei Erreichen der Maximaldrehzahl nicht automatisch hochschaltet, kaum ein DKG vermissen.

Ebenfalls neu: Der Jaguar XKR-S rennt als erster Serien-XK 300 km/h (XKR mit Speed Pack bisher maximal 280 km/h). Kein Zähneklappern oder Rückenzwicken: Dank der edlen Verarbeitung im Interieur mit neuen Sportsitzen, des guten Federungskomforts, eines ruhigen Geradeauslaufs und des gewaltigen Durchzugs ist der Jaguar XKR-S ein perfekter Langstrecken-Begleiter auf der Autobahn. Als einzigen Kritikpunkt am Testwagen im Alltag fordert die weiterhin ruppige Gasannahme beim Anfahren nach einem sensiblen Gasfuß. Gefühlvoll sollten unerfahrene Sportwagen- Piloten bei deaktiviertem DSC die Raubkatze dirigieren und sie nicht reizen. Wer das kleine Renn-Einmaleins beherrscht, weiß mit dem leistungsübersteuernden Heck und den Lastwechselreaktionen des Jaguar XKR-S umzugehen.

Rundenzeit bestätigt Modifikationen der S-Version

Bekannt: Der Grenzbereich definiert sich über die Hinterachse. Die Ausfallschritte kündigt der Jaguar XKR-S wie alle XK-Versionen ehrlich und nicht hinterhältig an. Trotz weiterhin spürbarer Karosseriebewegungen hat sich die Fahrbarkeit auf der Rennstrecke verbessert. Neben der guten Reifenwahl (Pirelli P Zero) und breiteren Pneus an der Hinterachse (295 statt 285er) zeigt die Veränderung des Fahrwerks im Test Wirkung. Dank kürzeren Federn, die den Fahrzeugschwerpunkt um 10 mm absenken, höheren Federraten rundum, neuer Doppelquerlenker-Konstruktion vorn und veränderter Geometrie an der Hinterachse schraubt der Jaguar XKR-S die bisherige XKR-Rundenzeit nach unten: Mit einer Hockenheim-Rundenzeit von 1.14,4 Minuten deklassiert er seine Basis um 2,3 s. Gut gebrüllt, Raubkatze!

Christian Gebhardt

Foto

Rossen Gargolov

Ausgabe

Heft 11/2011
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