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Mazda MX-5 Open Race Edition Flyin Miata 26 Bilder Zoom

Mazda MX-5 Open Race Edition Flyin Miata im Test: Power-Hecktriebler als Kurvenkünstler

Autos abseits jeder Vernunft haben inzwischen Seltenheitswert. Umso mehr erfreuen puristischemotionale Kreationen wie der Testkandidat Mazda MX-5 Open Race Edition „Flyin‘ Miata“. 253 Kompressor-PS, der Ersatz des Cabriodachs durch einen Überrollkäfig und Sportpneus machen den Hecktriebler zum Kurvenkünstler.

Schön, dass es nicht immerzu und allerorten um CO2-Werte, Downsizing und Fahrerassistenzsysteme geht; dass die Unvernunft in Form eines puristischen, ausschließlich für die Rennstrecke erdachten Einzelstückes im Automobilbau auch heute noch Raum hat - und des seitens des Herstellers selbst. Sicher: Den im Mazda MX-5 Open Race Edition „Flyin‘ Miata“ verbauten Kompressor-Kit hat ein amerikanischer Tuner gleichen Namens beigesteuert. sport auto wurde das automobile, nicht straßenzugelassene Einzelstück jedoch von der deutschen Presseabteilung zum Test angeboten.

Das macht ebenso Mut für die sportlich-schnelle Zukunft wie der Umstand, dass das Datenblatt des Mazda MX-5 Open Race Edition „Flyin‘ Miata“ keinerlei Angaben zu DIN-Verbräuchen, CO2-Werten und Geräusch- Emissionen macht. Lediglich den Hinweis, dass es sich bei diesem Auto um ein als Erprobungsfahrzeug zugelassenes Einzelstück handelt, bei dem kein Nachweis über die Einhaltung der EU-Emissions- und Geräuschrichtlinien erbracht wurde, mochte sich die Deutschland-Dependance des japanischen Herstellers denn doch nicht ersparen. Wat mut, dat mut.

Umrüstung zur Mazda MX-5 Open Race Edition möglich

Wer nach dem Lesen dieses Tests des Mazda MX-5 Open Race Edition „Flyin‘ Miata“ auf den Geschmack gekommen ist und seinem hinterradgetriebenen, in der Serie maximal 160 PS starken Zweisitzer im Nachhinein auf die Sprünge helfen will, muss sich demnach selbsttätig um eine Einzelabnahme inklusive Nachweis der entsprechenden EU-Vorschriften kümmern. Dann wären der Einbau des einen Magnussen-Kompressor mit 0,55 bar Ladedruck, eine angepasste Motorsteuerung, eine zusätzliche Motorölkühlung, neue Einspritzventile, einen Edelstahlfächerkrümmer und spezielle Cosworth-Kolben und -Pleuel umfassenden Leistungskits für den Zweiliter-Serienmotor in der Theorie auch hierzulande kein Problem.

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Und verlockend ist das Angebot des amerikanischen Mazda MX-5- Spezialisten, der mit dem Wahlspruch „we are making Miatas accelerate faster, corner harder and stop shorter - in other words, we make Miatas fly“ lockt, allemal. 253 PS und 288 Newtonmeter maximales Drehmoment bei 5.100/ min lesen sich nämlich nicht nur auf dem Papier gut. Zwar ist der um das manuelle Softtop gebrachte und stattdessen mit einem die Verwindungssteifigkeit erhöhenden Überrollkäfig versehene Renn- Mazda MX-5 nicht etwa leichter geworden, wie der mitgelieferte Pressetext verspricht, sondern wiegt tatsächlich rund 20 Kilo schwerer als das Serienauto (siehe Vergleichstest Mazda MX-5 und Abarth 500C).

Unterhaltsamer und launiger gerät der Rennstreckenritt in dem mit Rennschalensitzen, Sechspunktgurten, einem abnehmbaren Momo-Lenkrad und Sportreifen der Spezifikation Toyo Proxes R888 im Format 215/45 R 17 rundum zusätzlich geschärften Mazda MX-5 jedoch allemal.

Mazda MX-5 mit ausreichend Motorleistung

„Endlich ist der Motor so, wie man ihn sich schon immer gewünscht hat“, notiert ein Kollege in der jedes Testauto begleitenden „gelben Karte“ - und hat uneingeschränkt Recht damit. Schließlich waren in den vorhergehenden Tests mit dem Serienauto nie die fahrdynamischen Anlagen des mit rund 1.150 Kilogramm angenehm leicht geratenen Japaners das Limit, sondern stets die mit 160 PS doch eher moderat ausgefallene Leistung des Zweiliter-Saugmotors.

Mazda MX-5 Flyin Miata verlangt Fahrkönnen

So gerüstet umrundete der hinterradgetriebene Mazda MX-5, dessen Fahrstabilitätsprogramm sich erfreulicherweise immer noch komplett deaktivieren lässt, den Kleinen Kurs in Hockenheim im Rahmen des letzten Tests in 1.21,2 Minuten. Das mit amerikanischem Know How auf Touren gebrachte Einzelstück „Flyin‘ Miata“ erledigt dieselbe Übung in deutlich flotteren 1.15,5 Minuten, verlangt seinem Piloten dabei jedoch auch etwas mehr Können am Volant ab. Je nach Fahrzustand wechselt der mit einem festen Flügel am Heck bewehrte, signalfarben lackierte Roadster nämlich zwischen Untersteuern (im Schiebebetrieb), vorbildlicher Neutralität (bei angelegtem Gaspedal) und einem mit sich erwärmenden Reifen sukzessive zunehmenden Leistungsübersteuern beim forschen Tritt aufs Gaspedal.

Dank des modifizierten Fahrwerks mit in Zug- und Druckstufe verstellbaren Sachs-Federbeinen und Eibach-Federn erfolgen die Übergänge vom einen in den anderen Fahrzustand zwar nie abrupt, sondern so sacht, dass stets Zeit zum Reagieren bleibt. Dass das an die Open Race-Rennserie des japanischen Herstellers angelehnte Editionsmodell „Flyin‘ Miata“ auch im schnellen Linksknick der Querspange wiederholt den Sidestep probt, mag indes nicht jedermanns Sache sein. Dennoch: So, wie der rotschwarz- goldene Kraftzwerg, dessen Kompressortriebwerk munter bis 7.500 Touren dreht, sich auf der Rennstrecke in Szene setzt, unterstreicht er unsere Annahme, dass dem japanischen Kultroadster ein etwas leistungsstärkerer Motor ausgezeichnet zu Gesicht stünde. Dies gilt umso mehr, als die modifizierte Bremsanlage das flotte Ganze allzeit gut im Griff hat. Hoffen wir also auf die nächste Generation des Mazda MX-5. Ein allwettertaugliches Sportmodell mit Cabriodach - das wär schon was!

Von am 6. August 2012
Heft 08 / 2011
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