Von der Fachpresse unisono als Wiedergeburt eines klassischen Sportcoupés mit außergewöhnlichem Preis-Leistungsverhältnis gefeiert, tut sich der Nissan 350Z immer noch schwer, nennenswerte Verkaufserfolge vorzuweisen.
Vielleicht sind es der etwas blasse Gesichtsausdruck oder die nicht vollständig durchgezeichnete Aura, die dem japanischen Zweisitzer den notwendigen Respekt bei der in Frage kommenden Klientel verwehren. Jedenfalls geht kein spürbarer Ruck durch die Reihen, wenn die Sprache auf das japanische Sechszylinder-Sportcoupé kommt.
Novidem schärft nach
Das lässt sich allerdings, zieht man die diversen Stellhebel ins Kalkül, die die Schweizer Tuning-Spezialisten von Novidem im Angebot haben. Die Schärfung des 350Z-Profils geschieht dort zuvorderst mit Hilfe eines speziell adaptierten Radialverdichters vom Typ R48, der die sechs Brennräume des 3,5-Liter-V-Motors mit maximal 0,48 bar unter Druck setzt.
Zusammen mit einer neuen elektronischen Drosselklappe, einer veränderten Sportauspuffanlage sowie einer neuen Motorelektronik sorgt der technisch brillant und handwerklich piekfein in die Motorperipherie eingearbeitete Kompressorkit für eine mögliche Leistungssteigerung von mehr als 100 Prozent.
Der V6 leistet 382 PS
Der noch 301 PS starke 350Z-Jahrgang 2006 wartet nach der Implantation der Kompressoranlage schon in der ersten, hier getesteten Tuningstufe mit einer Spitzenleistung von 382 PS und einem Drehmoment-Höchstwert von imposanten 424 Newtonmeter auf. Das schlägt sich in auch deutlich launigeren Fahrleistungen nieder – allerdings nur bei Bedarf.
Schub auf Knopfdruck
Der Extra-Schub kommt nämlich nur zustande, wenn der Kompressor per Knopfdruck über eine Kupplung zugeschaltet wird. Das spart Sprit und Reifengummi.
Der mit 12.650 Euro nicht ganz billige Leistungskit sollte als Invesition jedoch keine Solonummer bleiben, sondern wegen des Zuwachses an positiver Beschleunigung auch eine Entsprechung auf dem Bremsen- und Fahrwerkssektor haben.
So stammt das im GT-S verbaute Gewindefahrwerk von KW. Kostenpunkt für die Stufe 3-Version: 2.618 Euro. Die spezielle Hochleistungsbremse schlägt mit 7.735 Euro zu Buche. Und um das Paket rund zu machen, fehlen nur noch die Nismo-Felgen in 18 Zoll – inklusive der Pirelli P Zero Corsa- Sportreifen, für die insgesamt noch einmal rund 5.700 Euro anzusetzen sind.
Die Fahrdynamik profitiert enorm
So konfiguriert ist das Erlebnis fahrdynamischer Art eine Offenbarung. Mit einer Rundenzeit von 1.13,9 Minuten für den Kleinen Kurs in Hockenheim reiht sich das in der Schweiz so aufreizend präparierte Japan- Coupé in die Phalanx veritabler Sportwagen ein.
Die Bremse macht Radau
Das Einlenkverhalten ist um Klassen direkter als das der Serienvariante, ohne die Komfortansprüche gänzlich außer Acht zu lassen. Die Bremse offenbart sich erwartungsgemäß als adäquates Gegenstück zum potenten Antrieb. Sie ermöglicht Verzögerungsleistung von bis zu 11,5 m/s2. Allerdings ist sie auch akustisch etwas auffällig, was ihr angesichts ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Fading generös verziehen sei.





