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Nissan GT-R auf der Nordschleife 21 Bilder Zoom

Nissan GT-R 2011 im ersten Nordschleifen-Test: Kann der neue GT-R auf dem Ring nachlegen?

Der Nissan GT-R wurde zum Wechsel auf den Modelljahrgang 2011 noch einmal werkseitig  verschärft. Mit nun 530 PS stellt sich der Japan-Sportler dem exklusiven sport auto-Nordschleifentest. Wir sagen Ihnen, ob sich die Kraftkur auch in der Rundenzeit niederschlägt.

Der Nissan GT-R hat spätestens mit dem Supertest (hier kommen Sie zum Supertest Nissan GT-R) Schrecken unter den etablierten Sportwagenbauern verbreitet. Da hätte man sich die Neuauflage zu einem so frühen Zeitpunkt eigentlich sparen können. Schließlich ist der erst seit gut zwei Jahren auf dem Markt befindliche, mit stattlichen 486 PS antretende GT-R nach wie vor in der Lage, bei entsprechender Handhabung ein unmissverständliches Zeichen hinsichtlich seiner fahrdynamischen Kompetenz zu setzen.

Nissan GT-R fährt in eigener Liga

Mit 7.38 Minuten erzielte der Nissan GT-R im Rahmen des sport auto-Supertests eine Nordschleifen-Rundenzeit, die bisher nur selten unterboten worden ist. Und wenn, dann von Kontrahenten mit konzeptionell erheblich größerer Affinität zum Rennsport, als sie der technisch und optisch markante 2+2-Sitzer mitbringt.

Schließlich wartet der Nissan GT-R, abgesehen von seinem zwar traktionsfördernden, aber gewichtsträchtigen Allradantrieb, nicht nur mit einem unüblich großen Kofferraum auf, sondern stellt auch in Sachen Vollausstattung jegliche Konkurrenz in den Schatten. Anders ausgedrückt: Dieser Wuchtbrumme steht eine solch grandiose Rundenzeit konzeptionell im Grunde gar nicht zu.

Nissan GT-R 2011 mit 44 PS mehr

Ungeachtet des überzeugenden Status quo tritt die 2011er Version des Nissan GT-R noch einmal mit deutlich gestärktem Ehrgeiz an. Mit nunmehr 530 PS unter der gewölbten Haube - 44 mehr als bisher - und penibler Detailüberarbeitung an Karosserie, Fahrwerk und Bremsanlage sind die selbst formulierten Ansprüche in Bezug auf die auch in Japan als einzig gültige Währung anerkannte Nordschleifen-Zeit nunmehr so weit entrückt, dass der Konkurrenz zum wiederholten Mal der Schreck in die Glieder fahren muss.

Von Rundenzeiten von unter 7.20 Minuten ist seitens Nissan ganz selbstbewusst die Rede, was insofern der Logik entspricht, als schon das bisherige Modell in den Händen der Werksfahrer Zeiten von 7.26 Minuten erreicht haben soll.

Exklusive Einblicke in die Nordschleifen-Erprobung

Von unserer Seite lässt sich zumindest bestätigen, dass der Modelljahrgang 2011 in der Lage ist, fahrdynamisch noch einmal einen draufzulegen. Die Exklusivität dieser Aussage ist dem Umstand zu verdanken, dass sport auto als weltweit einziges Magazin der Abschlusserprobung auf der Nordschleife mitsamt eigenem Data-Recording-System beiwohnen durfte.

Wenngleich hierbei auch die von Nissan ins Auge gefassten Werte nicht erreicht wurden, so ist der Zeitgewinn gegenüber der bisherigen Version doch signifikant - womit der angekündigten Entwicklungsschub unbestreitbar bewiesen wäre: Die in der zweiten von insgesamt drei gefahrenen Runden erzielte Bestzeit von 7.34 Minuten liegt nicht weniger als vier Sekunden unterhalb der im Supertest gefahrenen.

Gute Bremsen im Nissan GT-R

Der Zugewinn ist nicht allein der erhöhten Leistung des V6-Biturbo geschuldet. Die Bremsanlage, nun mit üppigen 390-Millimeter- Scheiben an der Vorderachse versehen, trägt ebenso dazu bei wie das an den Lagerpunkten der Radaufhängung zusätzlich stabilisierte Fahrwerk. Zudem arbeiten die Bilstein- Dämpfer sowie die Federn mit modifizierten Kennlinien respektive Federraten.
 
Die Veränderungen an der Karosserie sind gleichfalls nicht nur kosmetischer Natur. Die mit größeren Kühlluftöffnungen aufwartende Front ist ebenso wie das markante Heck unter aerodynamischen Gesichtspunkten optimiert worden. Das Ergebnis zeigt sich laut Chefentwickler Kazutoshi Mizuno in um zehn Prozent verbesserten Abtriebswerten - bei gleich bleibendem cW-Wert. Dreh- und Angelpunkt der Aufrüstungsmaßnahme ist trotz alledem der bisher schon als höchst respektabel eingeordnete 3,8-Liter- Biturbo: So, wie der im Ansaug- und Auspufftrakt stark überarbeitete Sechszylinder ans Werk geht, bleibt nun endgültig kein Auge mehr trocken.

Schöne Aufgabe für den Fahrer

Wie dieser zornige, akustisch aber nicht über die Maßen anregende Motor aus der Drehmoment- und Leistungskurve unter Zuhilfenahme seines genial funktionierenden Doppelkupplungsgetriebes eine Gerade macht, ist ein Akt von technischer Brillanz, der in dieser überwältigenden Inszenierung kaum irgendwo zu erleben ist. Als Fahrer das ungeheure Potenzial dieses Kraftwerks umzusetzen, gehört mit zu den schönsten Aufgaben, die sich einem in diesem Zusammenhang stellen.
 
Denn völlig ungeachtet seiner nach wie vor stattlichen Masse von knapp 1,8 Tonnen bringt es dieses technische Gesamtkunstwerk fertig, bei der fahrdynamischen Erprobung des Grenzbereichs selbst kühne Wagnisse als selbstverständliches Ansinnen erscheinen zu lassen. Auf der Nordschleife mal eben den Grenzbereich aufsuchen und Bestzeiten fahren – nichts leichter als das.  

Foto

Rossen Gargolov

Datum

22. April 2011
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 11/2010.
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