Speedart-BTR-II 580 EVO im Tuning-Test: Der Porsche 911 als Bi-Turbo-Racer

Speedart BTR-II 580 Evo, Frontansicht

Wie ein Porsche 911 Turbo individualisiert werden kann, zeigt Speedart mit dem BTR-II 580 Evo. Ob der 580-PS-Sportwagen mit Cupreifen auch schneller ist, verrät der Tuning-Test

Wenn ein Porsche 911 Turbo plötzlich Speedart BTR-II 580 EVO heißt und damit einen fast so kryptischen Namen wie ein Hollywood-Promi-Kind trägt, besteht Erklärungsbedarf. "Ganz einfach, BTR steht für Bi-Turbo-Racer, II für 2. Generation, 580 für die Motorleistung und EVO für die verbaute Karosserie-Variante", löst Speedart-Geschäftsführer Björn Striening das Namensrätsel.

Eine Frontschürze mit martialischen Lufteinlässen, wilde Seitenschweller und ein Doppel- Heckflügel sowie zweifarbig lackierte 20-Zoll-Räder - der extrovertierte Turbo ist mehr Lady Gaga denn Wiener Sängerknabe. Auch im Interieur will der BTR auffallen. Hier dominieren eine rote Carbon-Mittelkonsole, das Kombi-Instrument mit roten Zifferblättern und rote Nähte an Sitzen, Instrumentenbrett und Türverkleidungen.

80 PS mehr, PDK und Cupreifen für Top-Performance

Nicht zuletzt das belederte 340er-Sportlenkrad (Serie 370 mm Durchmesser) mit Schaltwippen verrät sofort, dass dieser Turbo nach der Endkontrolle in Zuffenhausen einen Boxenstopp beim Porsche-Veredler in Rutesheim nahe Stuttgart eingelegt hat. Der Elfer fällt jedoch nicht nur durch seine Optik, sondern auch dank seiner Biturbo-Frischzellenkur auf. Ein Motronic-Update liefert zusammen mit Fächerkrümmer, 200-Zeller-Sportkats und Klappenendschalldämpfer 80 Extra-PS (10.662 Euro).

Die gleichmäßige Leistungsentfaltung ähnelt der Serienversion, einzig mit dem feinen Unterschied, dass nicht 650, sondern 790 Nm maximales Drehmoment den Fahrer in den Schalensitz kleben. Anders als das Werksauto stampft der BTR mit PDK-Getriebe beim Launch Control-Start selbst mit gut aufgewärmten Michelin-Cupreifen (Serie im Supertest Porsche 911 Turbo: Bridgestone Potenza RE050A) mit minimal mehr Schupf los.

Bis zu 650 PS im Speedart-BTR-II möglich

Ein Grund, weshalb die 80 PS stärkere Tuning-Version in 3,1 Sekunden nur eine Zehntelsekunde schneller aus dem Stand auf 100 km/h sprintet als das Serienpendant. Immerhin acht Zehntel nimmt der BTR seiner 500-PS-Basis bis zur 200er-Marke ab. Doch Speedart kümmert sich auch um PS-Fans, die den straßentauglichen Turbo-Treibsatz noch schneller zünden wollen.

"Mit 650-PS-Kit samt größerer VTG-Turbolader erreichen wir 100 km/h in 2,9 Sekunden und 200 km/h nach 9,5 Sekunden", verrät Speedart-Gründer Striening stolz. Egal mit welcher Ausbaustufe, der BTR soll alltagstauglich und standfest zugleich sein. Nachdem er im harten sport auto-Test nach mehreren LC-Starts im Getriebe-Notlauf kapitulierte, bietet Speedart nun eine verstärkte Lamellenkupplung an (7.021 Euro).

1,7 Sekunden schnellere Runde als Serien-Porsche

Die Serien-Stahlbremse, kombiniert mit Sportbelägen, funktioniert hingegen sofort. Aus 100 km/h steht der BTR mit warmer Bremsanlage 1,5 Meter früher als der normale Turbo mit optionaler Keramikbremse. H&R-Federn mit strafferen Federraten senken den Fahrzeugschwerpunkt um 20 Millimeter ab (1.157 Euro). Die Abstimmung kann dank verstellbaren Stabis vorn und hinten noch zusätzlich justiert werden (511 Euro).

Trotz modifiziertem Fahrwerkssetup und Michelin-Cupbereifung wedelt der Speedart- Turbo mit fast identischen Kurvengeschwindigkeiten wie der bereits getestete Werks-Elfer um die sport auto-Referenzpiste. Trotzdem macht er seinem Namen "Bi-Turbo-Racer" auch in Hockenheim alle Ehre: Dank höherer Leistung ist der BTR auf den Geraden schneller und überquert die Ziellinie 1,7 Sekunden vor dem Serien-Turbo.

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