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Toyota GT86 im Test: Einstiegsdroge aus Japan

Gelungene Proportionen, eine umfangreiche Serienausstattung und solide Technik wecken Begehrlichkeiten. 29.990 Euro Grundpreis machen den Einstieg in den 200 PS starken Toyota GT86, der in ähnlicher Form auch als Subaru BRZ zu haben ist, möglich. Die Güte des Gesamtpakets klärt der Test mit Rundenzeit.

Wer Toyota denkt, denkt zumeist ökologisch. Das hat die Vorreiterrolle der Japaner in Bezug auf den Elektroantrieb mit sich gebracht. Der Prius und nun auch der Yaris Hybrid stehen für zukunftsweisende, weil formal umweltfreundliche Fortbewegung. Und Nutzwert - was wiederum passt. Schließlich ist der japanische Hersteller in der Nutzfahrzeugbranche groß geworden.

Dabei gab es durchaus auch Zeiten, in denen Sportfahrer sich bei der Marke mit den beiden ineinander verwobenen Ellipsen im Wappen gut aufgehoben fühlten. In den 1960er Jahren etwa, als auf der 12. Tokio Motorshow der Toyota 2000 GT zu bewundern war, oder ab 1970, als die gleichfalls zweitürige und hinterradgetriebene Celica die automobile Bühne betrat. Erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts wandte Toyota sich zur Gänze von der sportlichen Schiene ab, mutierte zum kosteneffizienten Produzenten verlässlicher Alltagsautos für Familie & Co.

Toyota-Nachfahre des Porsche-Killer 2000 GT

Im Schulterschluss mit Subaru wagt man nun den Blick zurück. Das 200 PS starke, hinterradgetriebene Frontmotor-Coupé namens Toyota GT86 knüpft an durchaus nennenswerte sportliche Traditionen an, wie unten stehende Ahnenreihe beweist. Insbesondere der ehedem 150 PS starke Porsche-Killer 2000 GT wird auch seitens des Herstellers selbst gern als direkter Vorfahr des Newcomers zitiert.
 
Technisch betrachtet ist dies absolut in Ordnung. Sitzt doch bei beiden Autos, dem der 1960er Jahre und dem aktuellen, der Motor vorn und der Antrieb hinten. Auch die Abmessungen sind ähnlich, wenngleich der 2000 GT als reiner Zweisitzer ausgelegt war, während der Toyota GT86 über zwei zusätzliche Sitzmöglichkeiten im Fond verfügt - zumindest theoretisch. In der Praxis geht es in der zweiten Reihe nämlich derart eng zu, dass selbst Kinder leicht an ihre anatomischen Grenzen stoßen.

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Seis drum: Familientaugliche Vehikel gibt‘s bei Toyota zur Genüge. In diesem sportlichen Umfeld erfüllt die Rückbank völlig zu Recht eine Alibi-Funktion. Zum lässigen Hinterwerfen von Sporttasche und Jacke taugt sie allemal. Und Fahrer und Beifahrer fühlen sich in dem von einem 200 PS starken Zweiliter-Saugmotor befeuerten Coupé ohnehin rundum wohl.

Toyota GT86 Testwagen wiegt 1.272 Kilo

Der Toyota GT86 hat trotz seiner auf 4,24 Meter Länge verteilten 1.272 Kilo Lebendgewicht im Testwagen alles an Bord, was das Autofahrer-Leben leichter macht: bequeme und gut konturierte Sitze, eine zentrale Multifunktionseinheit mit Bluetooth-Funktion für Handy und Musicplayer, sowie das in und für Europa entwickelte Navigationssystem Touch&Go, das in Verbindung mit einem Internet-fähigen Mobiltelefon über die Google Local Search Funktion Zugriff auf die größte und aktuellste Datenbank der Welt verspricht. Suchergebnisse wie beispielsweise freie Parkhäuser im Zielgebiet lassen sich direkt als Navigationsziel übernehmen. Wer‘s braucht kann darüber hinaus mittels einer speziellen Facebook-App Kontakt zu 180 Millionen Facebook-Nutzern weltweit aufnehmen.
 
Im Gegenzug müssen Audio-Fans mit einem etwas flachen Klangbild seitens der sechs serienmäßig verbauten Lautsprecher leben. Auch anhand der verwendeten Materialen ist unschwer zu erkennen, wo der Toyota GT86 geboren wurde. Mit der Wertigkeit von VW Golf GTI und Co. kann der japanische Zweitürer es nicht aufnehmen. Hier herrscht Pragmatismus vor.

Die sechs manuell zu sortierenden Fahrstufen rasten etwas herzhaft ein, sind aufgrund der mäßigen Durchzugskraft des unterhalb 4.500 Touren verhalten zu Werke gehenden Vierzylinder-Boxermotors aber häufig zu bemühen. Schaltfaules Fahren ist im Toyota GT86 eher selten angesagt. Insbesondere an Steigungsstücken auf der Autobahn ist häufig ein niedrigerer Gang gefragt, wenn die einmal erreichte Geschwindigkeit gehalten oder gesteigert werden soll. Auf Landstraßen und im Stadtverkehr spielt die spezielle Charakteristik des Zweiliter-Saugers keine Rolle. Hier ist der direkt und zielgenau einlenkende und bei ausgeschaltetem ESP im Grenzbereich gutmütig übersteuernde Hecktriebler in seinem Element.
 
Auch im Slalom gefällt der kleine Japaner, wenngleich er mit 65,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit Wertungspunkte im Test liegen lässt. Mit breiteren Reifen und einer strafferen Fahrwerksabstimmung wäre mehr drin gewesen. Auf der Bremse mutet der Toyota GT86 subjektiv zupackender an, als die objektiv ermittelten Werte ausdrücken. Insbesondere die passgenau gewählte ABS-Auslegung, die den Einstiegssportler ohne nerviges Nicken oder Schieben auf den Punkt zum Stillstand kommen lässt, könnte besser nicht sein.

Hockenheim-Rundenzeit von 1.21,5 Minuten

Dass der Zweitürer den vom Werk vorgegebenen Wert für den Standardsprint von null auf 100 km/h um drei Zehntelsekunden verfehlt, ist den hohen Temperaturen am Messtag und der geringen Laufleistung des Motors geschuldet, dass wir die Rundenzeit nachliefern mussten dem Umstand, dass der Kleine Kurs in Hockenheim aufgrund mehrerer Veranstaltungen bis auf Weiteres gesperrt war.

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

3. April 2013
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 09/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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