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Jubiläum: 25 Jahre BMW M5 auf dem Nürburgring: Viermal M-Fünf - vom M1-Motor bis zum V10

Der BMW M5, die Inkarnation der Sportlimousine, wird 25. Die M GmbH feierte das Jubiläum mit einer Ausfahrt auf der Nordschleife, dem Refugium, auf dem die vier M5-Generationen standardgemäß ihre Abschlussprüfung ablegen mussten. Die fünfte wird übrigens im nächsten Jahr auch nicht drum herumkommen ...

Ursprünglich war alles bei ihm von Understatement geprägt: Das Debüt, sein Auftreten, die Begleitpapiere. So lautete es im Februar 1985 im offiziellen Pressetext seitens BMW: "Auf der Basis der bewährten BMW 5er-Reihe entwickelten die Ingenieure der BMW Motorsport GmbH ein neues, eigenständiges Automobil, den M5." Und weiter: "Nach außen hin gegenüber dem Basismodell nahezu unverändert, bietet der M5 Hochleistung und überlegenes Fahrpotenzial."

Das Fahrpotenzial wurde als Benchmark angesehen

Abgesehen davon, dass es mit der optischen Zurückhaltung beim aktuellen M5 doch nicht mehr ganz so weit her ist, er also schon von Weitem als solcher erkennbar ist, blieb alles so, wie es am Anfang der M5-Vita skizziert wurde: Die Leistung ist nach wie vor überlegen, und das Fahrpotenzial war zu jeder Zeit so weit entwickelt, dass es in der Szene immer und überall als Benchmark angesehen wurde.

Neue Klasse der viertürigen Sportlimousinen
 
Dem BMW M5 darf in seiner charakterlichen Ausprägung indes etwas mehr zugestanden werden, als nur leistungsmäßig Standards setzen zu können. Immerhin hat er eine neue Klasse begründet, die es in dieser Ausprägung bis dato noch nicht gegeben hat - die der viertürigen Sportlimousinen, ausgestattet mit Motoren, die dem Rennsport genetisch deutlich näher sind als die meisten Triebwerke, die in reinrassigen Sportcoupés eingesetzt werden.
 
Der Pate des ersten, 286 PS starken M5-Modells war kein anderer als der legendäre BMW M1, dessen 3,5 Liter großer Sechszylinder-Reihenmotor mit Vierventilkopf alle Kriterien einer reinrassigen Sportmaschine erfüllte. Die jedoch in dieser ursprünglichen Form nie ihre Überlegenheit beweisen durfte, weil die Rennkarriere des M1 aus Regelmentsgründen schon beendet war, bevor sie überhaupt richtig angefangen hatte. Das motorentechnische Kunstwerk beflügelte 1983 zunächst den M 635 CSi, um dann zwei Jahre später im ersten M5 für Furore zu sorgen.
 
Der Generationenvertrag scheint gut zu funktionieren
 
Dass die Testfahrer jener Zeit vor Respekt und Lob angesichts dieses als Limousine verkleideten Kraftprotzes fast in die Knie gingen, hat auch ein Vierteljahrhundert später nichts von ihrer Plausibilität verloren: „Ganz ohne aerodynamische Krücken fährt er auf Wunsch mit höchsten Geschwindigkeiten dahin, ohne seinem Fahrer Schrecken einzujagen, mit bemerkenswert stabilem Geradeauslauf, satt und ruhig auf der Fahrbahn liegend selbst in schnellen Autobahnkurven, die in den meisten anderen Autos gar nicht als solche empfunden werden.“ Wenn man nicht wüsste, auf welchen M5 sich dieses Testurteil bezogen hat, fände sich leicht eine salomonische Anwort: Das Statement gilt für alle Baujahre des M5. Der Generationenvertrag scheint in diesem Fall gut zu funktionieren.
 
Etwas Einfühlungsvermögen in die Technik vorausgesetzt, stellt sich die sprichwörtliche Freude am Fahren im M5, Baujahr 1985, auch auf der anspruchsvollen Nordschleife schon nach wenigen hundert Metern in einem Maß ein, das sich qualitativ nur wenig von dem unterscheidet, was im aktuellen M5 erlebbar ist. Die tiefe Gürtellinie und die damit verbundene Luftigkeit und Durchsichtigkeit des Cockpits unterscheiden sich hingegen extrem vom geradezu festungsartigen Auftritt des (gerade noch) aktuellen M5 des 21. Jahrhunderts. Das Rollen der Karosserie in Kurven wird trotz des neuwertigen Zustands des 25 Jahre alten Probanden sogar als unterhaltsam empfunden, die Handlichkeit als überragend. Fahrdynamische Bösartigkeiten wie etwa tückische Heckschwünge sind auch weit über 20 Jahre nach seiner Herstellung so versteckt wie die erst ab dem E39 offiziell implantierte, komplette Riege elektronischer Helferlein.
 
Zehn Jahre alter M5 wie auf dem neusten Stand
 
Die zweite große Überraschung am Ring lieferte die erstmals mit einem 4,4 Liter großen Achtzylinder ausgelieferte M5-Version des Jahrgangs 1998, die den Generationenvergleich mit einem geradezu jungfräulichen Kilometerstand in Angriff nahm: Hätte man nicht gewusst, dass es sich um einen zehn Jahre alten M5 handelt, wäre man zur festen Überzeugung gekommen, es mit einer Sportlimousine neuesten Stands zu tun gehabt zu haben.
 
Ob das in Bezug auf die aktuelle Zehnzylinder-Version auch Gültigkeit haben wird, muss angesichts der Ruhmesblätter, die schon jetzt auf den zukünftigen BMW M5 mit mindestens 550 PS starkem Twinturbo-Achtzylinder herunterrieseln, fast bezweifelt werden. Ende 2010 wissen wir mehr.

BMW M5 Modellüberblick
Modell BMW M5 E28 BMW M5 E34 BMW M5 E39 BMW M5 E60 BMW M5 F10
Baujahr 1985 - 1987 1988 - 1995 1998 - 2003 2004 - 2011 2011 -
Stückzahl Über 2.200 12.000 20.500 20.000
Leistung 286 PS 315 (340) PS 400 PS 507 PS 560 PS
Drehmoment 340 Nm bei 4500/min 500 (400) Nm bei 4750/min 500 Nm bei 3800/min 520 Nm bei 6100/min 680 Nm bei 1500/min
Gewicht 1.430 kg 1.670 (1650) kg 1.795 kg 1.855 kg 1.945 kg
Leistungsgewicht 5,0 kg/PS 5,3 (4,9) kg/PS 4,5 kg/PS 3,7 kg/PS 3,5 kg/PS
Beschleunigung 0 - 100 km/h 6,5 Sekunden 6,3 (5,9) Sekunden 5,3 Sekunden 4,7 Sekunden 4,3 Sekunden
Höchtsgeschwindigkeit 245 km/h 250 (250) km/h 250 km/h 250 km/h 305 km/h
Grundpreis 80.750 Mark 104.300 (124.00) Mark 75.500 Euro 94.700 Euro 102.700 Euro

Autor

Foto

BMW

Datum

10. Juli 2011
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 12/2009.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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