Alles über Aston Martin DBS
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Aston Martin DBS: Die Dinge eines Lebens

Schnell, kernig, luxuriös. Der neue Aston Martin DBS zeigt Charakter und empfiehlt sich als filmreifer, solide gemachter Langzeit-Sportwagen.

Vielleicht ist es die Furcht vor dem Tod, die uns Männer dazu bringt, sich mit angenehmen Dingen zu umgeben, die für die Ewigkeit gemacht zu sein scheinen. Das können Antiquitäten oder Oldtimer sein, die allein durch ihr hohes Alter beweisen, dass sie noch eine Zukunft haben - aber auch Vinyl-Schallplatten, sorgfältig gebundene Bücher, hochwertige mechanische Uhren und das eine oder andere moderne Automobil. Mögen wenigstens die uns lieb und teuer gewordenen Dinge weiterleben, während wir schon zu Staub zerfallen sind, und dadurch der Nachwelt und vielleicht den eigenen Kindern zeigen, dass wir doch etwas Stil und guten Geschmack besaßen.

Ein Aston Martin DBS wäre zum Beispiel so ein Automobil. Zumindest verführt der Anblick eines als Demonstrationsobjekt halbseitig freigelegten DBS zu den eingangs formulierten Gedanken. Aus dem Vollen gefräste und polierte Fahrwerkskomponenten, ein aus matt glänzenden Vierkant-Alu-Profilen geschaffenes Chassis mit ideal eingepasstem Transaxle-Getriebe und monumentalem V12-Motor sind zu bewundern. Ein DBS ist auch ohne Karosserie fahrfähig und würde als Rennbuggy lässig die Rallye Baja 1.000 überstehen. Sogar drei Mal in Folge. Dieses vermeintliche Lebenswerk eines handwerklich höchst begabten Konstrukteurs wird von einer Karosserie umhüllt, die wir schon am Aston Martin DB9 kennen und schätzen gelernt haben.

Kompakte Erscheinung

Neu hinzugekommen sind dem Rennsport verpflichtete Seitenschweller und eine weit zum Asphalt hinunterreichende Frontschürze. Sie lassen im Verbund mit den von 19 auf 20 Zoll angewachsenen Rädern das stattliche, 4,72 Meter lange DBS-Coupé etwas kompakter erscheinen als das Ausgangsmodell. Verwechslungen mit dem kleineren V8 Vantage sind nicht ausgeschlossen, aber auch kein Drama, sondern wahres Understatement. Die neu geformten Karosserieteile sowie Motor- und Kofferraumhaube bestehen aus mit Kohlefaser verstärktem Kunststoff (CFK), sodass sich das Wagengewicht um 30 Kilogramm reduziert. Einen Beitrag von je drei Kilogramm pro Rad leisten die Keramik-Bremsen von Brembo, die vorn mit Sechsund hinten mit Vierkolbenzangen die heiße Tempokohle aus dem Feuer holen.

Wer schließlich noch die beiden Recaro-Sitze mit den CFK-Schalen ordert, die weder über Sitzheizung noch über Seitenairbags verfügen, spart jeweils weitere 20 Kilogramm. Insgesamt bringt der DBS durch zusätzliche Maßnahmen exakt 140 Kilogramm weniger auf die Waage als der DB9. Und wir wissen: Jedes überflüssige Pfund zehrt am Alter und am Tempo. Den Eindruck unverwüstlicher und dabei höchst eleganter Handwerksarbeit erhalten wir auch beim Anblick des Interieurs. Hände und Schuhe berühren entweder handfestes Leder oder kühles Aluminium, aus dem die Pedale, der Schaltknauf sowie alle Bedienknöpfe und Drehregler geformt sind.

Design für die Ewigkeit

Die mit millimeterdicken Fäden angelegten Steppnähte der Lederausstattung, welche die Konturen der Sitze, Mittelkonsole und Türverkleidungen nachzeichnen, scheinen ebenfalls für die Ewigkeit bestimmt zu sein. Dennoch wirkt das einzigartige Aston-Cockpit mit der schwungvollen, dem Abhang einer Ski-Sprungschanze gleichenden Mittelkonsole, nicht altbacken. Ebenso wenig besitzt es irgendwelche Details, die mit der Vergänglichkeit des Modischen oder gar Schrillen vergiftet wären.

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Wir fahren - und der Eindruck des Unverwüstlichen erhält neue Nahrung. Der DBS ist weder ein nervöser, leichtfüßiger Sprinter mit roten Puma-Schuhen, noch ein mit Cool Water parfümierter Body-Bilder im Boss-Anzug - sondern trotz Luxus-Ausstattung ein etwas rauer, aber ehrlicher Bursche. Der V12-Motor röhrt so ungeniert wie ein brünftiger Hirsch und verheimlicht keineswegs, dass das Erzeugen von bis zu 517 PS doch viel mit hartem Metall und explodierendem Kraftstoff zu tun hat. Die in Köln von Hand montierte Sechsliter-Maschine läuft etwas kernig - kernig wie kerngesund. Kupplung und Lenkung benötigen kräftige Muskeln, die Handschaltung zeigt sich gefügiger.

Der DBS beherrscht alle Disziplinen

Auf Bummelfahrt macht der DBS aus seinen 1.695 Kilo Gewicht kein Geheimnis, was wir aber als Indiz für eine beruhigende Robustheit interpretieren - ein Auto fürs Leben. So fährt man genussvoll über Landstraßen und durch kleine Dörfer. Dabei genügen maximal 2.000 Touren, immerhin entspricht das schon einer Leistung von 100 PS. Tempowechsel zwischen 60 und 120 km/h sind alle im fünften Gang machbar. Die Aussicht nach vorn auf die Straße ist sehr gut, weil die Windschutzscheibe weit nach unten reicht und von relativ schlanken A-Säulen umrahmt wird.

Doch der Aston kann auch anders. Ein Lastwagen mit drei Personenwagen im Schlepp bremst das Reisetempo. Wir starten eine Überholattacke und schalten in den Zweiten. Kein Gegenverkehr: Vollgas. Oh Mann, geht das ab! Die V12-Maschine brüllt auf, und plötzlich werden die Reflexe eines Pingpong-Spielers verlangt: Lenken, Schalten, Denken - alles im Zehntelsekundenbereich. Schon sind die drei Personenwagen überholt, jetzt ist der Laster dran, wir schießen mit 160 km/h an ihm vorbei. Sorry, liebe Polizei (in Frankreich), aber der DBS geht wie der Teufel.

Er lässt sich dabei bestens kontrollieren und verleugnet jetzt sein Gewicht so geschickt wie Kurt Beck das seine mit Fünftagesbart. Und auch in flott gefahrenen Kurven bleibt der schnellste und dabei gutmütigste Aston Martin aller Zeiten dank seines subtil regelnden ESP und dank des adaptiven Dämpfersystems gut kontrollierbar. Der DBS vereint einen zeitlosen, distinguierten Auftritt mit fast zügellosem Fahrvergnügen. Die Erben müssen also geduldig warten, bis der schnelle Engländer mal ihnen gehört.

Von am 2. September 2008
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