Aston Martin V8 Vantage N420: Fahrt mit dem Rose-Sondermodell

Aston Martin V8 Vantage N420

Fahrbericht des Aston Martin V8 Vantage N420 - das neue Straßen-Sondermodell ab 127.500 Euro zu Ehren der Ring-Lady "Rose". Spitznamen für erfolgreiche Nürburgring-Rennwagen haben bei Aston Martin Tradition: Kermit, Elwood oder Rose.

Sie heißen "Lucious Liz" oder "Randy Mandy" - Sebastian Vettel gibt seinen Formel 1-Boliden traditionell Frauennamen. Auch bei Aston Martin gehören Spitznamen zum guten Ton. 2006 steuerten prominente Lenker wie Aston Martin-Chef Ulrich Bez und sport auto-Chefredakteur Horst von Saurma die Rennlady "Rose", einen knallgelben, straßenzugelassenen V8 Vantage, auf Platz 24 beim 24-Stunden-Klassiker auf dem Nürburgring. Zu Ehren von Rose rollt nach dem Aston Martin V8-Sondermodell N400 von 2007 jetzt eine neue Motorsport-Edition auf die Straße - der Aston Martin V8 Vantage N420, quasi Baby Rose. Wir stehen auf einem Parkplatz, Pardon, einem eleganten Meer aus beigen Kieselsteinen, vor der Aston Martin-Firmenzentrale in Gaydon und bitten die jüngste Schwester von Rose zum Tanz.

Aston Martin V8 Vantage N420 bringt es auf 470 Nm

Typisch Aston Martin, ein Kristallschlüssel ebnet den Weg ins Glück und weckt den 4,7-Liter-V8 aus dem Tiefschlaf. Als Morgenappell folgt ein lasziv-inbrünstiger Achtzylinder-Schrei, dann schnurrt der Aston Martin V8 Vantage N420 in das Landstraßen-Labyrinth von Warwickshire. Für das erste Treffen hat sich die Aston Martin-Dame fein rausgeputzt. Zudem vermittelt das Sondermodell schon auf den ersten Metern Vertrautheit. Kein Wunder, der Sauger mit 426 PS giert gewohnt herrlich nach Drehzahlen. Gern bringen wir Baby Rose mit dem rechten Fuß auf Touren - sie dankt es mit knackigen 470 Nm Drehmoment ab 5.000/min. Bei der Gangwahl zickt die Amazone leicht. Die ruckeligen Schaltvorgänge des elektrohydraulisch betätigten Sechsganggetriebes münden unter Last in einem Kopfnicken des Fahrers und auf dem feuchten Asphalt in einem leichten Seitwärtshaken der bildschönen Aston Martin V8 Vantage N420-Heckpartie. Den schroffen Charakterzug haben auch die normalen V8 Vantage. Das automatisierte Schaltgetriebe in Transaxle-Bauweise veränderten die Techniker für das Editionsmodell genauso wenig wie das großvolumige Aggregat. Mit straffer Fahrwerksabstimmung und Differenzialsperre stolziert die Aston Martin-Lady mit ordentlicher Traktion souverän über die Landstraße und verlangt nach einem Track Day auf der Rennstrecke. Aber heute heißt es nur Kennenlernen des Aston Martin V8 Vantage N420, nicht Limit ausloten.

8,5 Kg durch Karbon-Schalensitze eingespart

Für den Ritt im Grenzbereich ist der Aston Martin V8 Vantage N420 gut gerüstet. Das sonst optionale Sportpaket mit strafferen Federn und härteren Bilstein-Dämpfern ist hier serienmäßig an Bord. Eine kleine Diät soll die fahrdynamischen Qualitäten zusätzlich verbessern. Insgesamt sparten die Ingenieure unter anderem durch den Frontsplitter und einen Diffusor aus Karbon sowie 19-Zoll-Leichtmetallräder und Karbon-Schalensitze mit Alcantara-Leder-Überzug rund 27 Kilogramm ein. Größten Anteil am Mindergewicht des Aston Martin V8 Vantage N420 haben die Rennschalen, die jeweils 8,5 Kilogramm leichter sind als die normalen Sitze. Weitere Pfunde purzeln durch die 2,8 Kilogramm weniger wiegende, deutlich klangvollere Sportabgasanlage. Während der Aston Martin V8 Vantage N420 bei Schleppgas zurückhaltend bollert, brüllt er unter Volllast fast so zornig wie das Nürburgring-Vorbild Rose. Ein Hauch Ring-Rennluft weht mit Alacantara-Lenkrad auch durch das Cockpit und schließlich nach Gaydon zurück, als die Kieselsteine vor dem Aston Martin-Headquarter wieder unter den Bridgestone Potenza RE050A knistern. "Sehen wir uns wieder?", scheint die weiße Rose beim Abschied zu fragen. Gern, doch die 132.100 Euro für den gefahrenen Aston Martin V8 Vantage N420 verhindern, dass aus dem One-Day-Stand eine feste Beziehung wird.

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