CCG Custom GT Ecovision im Fahrbericht

Kleinserien-Sportler mit 450 PS und LPG-Antrieb

CCG Custom GT Ecovision

sport auto fuhr exklusiv den CCG Custom GT Ecovision: Mit 450 PS und LPG-Antrieb zeigt die Kleinserien-Flunder, dass alternative Konzepte auch im Sportwagenbau unterhaltsam sein können.

Achtzylinder und 450 PS klingen nicht nach Bio-Sandalen und Häkelpulli mit Peace-Logo. "Öko" muss heutzutage auch im Sportwagensegment längst nicht mehr unerotisch sein. Oder wer hätte schon hinter der viperngrünen Flunder namens Custom GT ein alternatives Antriebskonzept vermutet?

"Es war schon immer mein Kindheitstraum, ein eigenes Auto zu bauen. Ein Eco-Konzept war in der jetzigen Zeit nur ein logischer Schritt", erklärt Tom Gerards, Geschäftsführer der CCG automotive GmbH in Simmerath.

Neben der Restaurierung von historischen Automobilen und Performance-Umbauten für moderne Fahrzeuge will das Unternehmen eine Kleinserie des Öko-Sportlers CCG Custom GT Ecovision mit LPG-Antrieb (LPG: Liquefied Petroleum Gas) auflegen.

Öko-Sportler im Ford GT40-Gedächtnisoutfit

Wer genauer hinschaut, bemerkt, dass der Neue im Ford GT40-Gedächtnisoufit kein Unbekannter ist. Hinter dem CCG Custom GT Ecovision versteckt sich in Grundzügen das seit 2002 von dem amerikanischen Hersteller Factory Five angebotene GTM Supercar. "Von den rund 1.800 Teilen sind im Custom GT allerdings nur der Gitterrohrrahmen sowie die GFK-Karosserie übriggeblieben", fügt Gerards schnell hinzu.

Schon der Erstkontakt mit dem CCG Custom GT Ecovision festigt die Aussage des CCG-Chefs. Fast nichts erinnert hier mehr an das bereits 2009 von sport auto gefahrene US-Kitcar . Größter Unterschied: Während der GTM damals nur durch größte Tricks und offiziell als Jaguar mit Baujahr 1986 in Deutschland zugelassen wurde, ehrten die Behörden den CCG Custom GT Ecovision im März mit einer Einzelabnahme und 2011er Zulassung. "Elf Monate haben die unterschiedlichen Tests gedauert, bis wir die offizielle Zustimmung bekommen haben", skizziert Gerards den StVZO-Marathon.

CCG Custom GT Ecovision macht soliden Eindruck

Ein Ruck und das Tür-Konstrukt mit Scheibenrahmen vom Ur-Mini schließt krachend. Überpenible Qualitätsprüfer aus der Großserienfertigung sollten hier zwar nicht auf Spaltmaße schauen, dennoch macht der CCG Custom GT Ecovision einen soliden Eindruck. Wer die Yoga-Einstiegs-Dehnübung in die hüfthohe Flunder ohne Bandscheibenvorfall überstanden hat, kauert in Schalensitzen aus dem Lotus Elise Mk2. Personen über 1,80 Meter mit klaustrophobischen Neigungen sollten die Kanzel mit einem Raumgefühl und der Bewegungsfreiheit wie in einer Taucherglocke eher meiden.

Alle anderen erwecken vergnügt mittels zwei Kipphebeln (Benzinpumpe, Zündung) und Startknopf den Sechs-Liter-Achtzylinder zum Leben.Für den Autogas-Einsatz verbaute CCG rechts und links hinter der Hinterachse zwei 27 Liter fassende LPG-Zusatztanks. Während der V8 es Custom GT zunächst aus dem normalen 68-Liter-Benzintank schlürft, schaltet das System nach rund zwei Minuten auf LPG-Betrieb um. Zuerst wird der eine Tank geleert, dann per Schalter im Cockpit auf den zweiten LPG-Vorrat umgeschaltet. "Aus Sicherheitsgründen ist das Vorschrift, außerdem mussten wir ein spezielles Schutzgestänge konstruieren", sagt der CCG-Macher.

Teile-Sammlung aus Porsche, Chevrolet und Ford

Das Kraftwerk mit 450 PS ist eine Kombination aus Corvette LS2-Block und LS3-Ansauganlage. Das Teile-Kompott geht beim G50-Sechsgang-Schaltgetriebe aus dem Porsche 993 Turbo und der Kupplung aus einem 997 samt 993-Kupplungsnehmer weiter. Zwar verlangt der Pedaldruck der Kupplung nach Bergsteiger-Waden, trotzdem zickt der CCG Custom GT Ecovision nicht beim Anfahren. Dank leichtem Schwungrad aus dem 997 GT3 dreht das US-Triebwerk zackig hoch und hängt gut am Gas. Eine direkte Rückmeldung liefert auch die servofreie Lenkung aus einem 92er Mustang. Anders als das mäßig abgestimmte Wilbers-Fahrwerk im GTM Supercar profitieren die Handlingsqualitäten des Custom GT von einer speziell angefertigten Feder-Dämpfer-Einheit von KW sowie einem gelungenen Querlenker-Mix aus den Corvette-Modellen C5 und C6 samt vierfach verstellbarer Stabi-Eigenentwicklung vorn und hinten.

"Nach der Abstimmung auf dem 7-Post-Prüfstand von KW haben wir das GT-Setup mit Wolfgang Weber auf dem Nürburgring abgestimmt", verspricht CCG-Gründer Gerards den künftigen Käufern des CCG Custom GT Ecovision. Die dürften jedoch bei einem exklusiven Preis von 148.500 Euro höchst überschaubar bleiben.

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