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Fahrbericht BMW-Track-Trainer: Freihändiger Höllentrip auf der Nordschleife

Freihändig durch die Grüne Hölle der Nürburgring-Nordschleife: Mit dem selbstständig fahrenden Track-Trainer der zweiten Generation schult BMW Sportfahrer. In Zukunft könnte die Technik allen Autofahrern helfen.

Es gibt Dissertationen, die beschäftigen sich mit dem Wesen des Pfälzers, so wie die des Dr. Helmut Kohl. Dr. Peter Waldmann hingegen entwickelte ein System zum Erlernen der Ideallinie auf Rennstrecken. Und im Gegensatz zu dem Ergebnis anderer Doktorarbeiten, die in Archiven verstauben, pfeilt das Ergebnis seiner Studien in Gestalt eines BMW 330i mit uns gerade über die Nürburgring-Nordschleife. 

Ebenso professionell wie Bremse und Gas behandelt der Geister-BMW die Linienwahl

Was nichts Besonderes wäre, würde der Dreier das nicht komplett selbstständig erledigen. Sein Lenkrad dreht sich von selbst, Bremse und Gas behandelt der Geister-BMW ebenso professionell wie die Linienwahl. Dabei hat die Nummer mit Geistern wenig zu tun, eher mit einem Haufen Formeln und vernetzter Elektronik. Ganz ohne Mensch geht es trotzdem nicht, die vorgegebene Ideallinie stammt von der Rennfahrerin Claudia Hürtgen. Ihre Vorgabe liegt auf einer hochgenauen Digitalkarte, die der BMW nachfahren muss. Dabei hilft ihm neben einer elektrischen Servolenkung, die die hydraulische ersetzt, vor allem die Infrastruktur des regulär käuflichen Abstandsregeltempomaten (Betätigung von Gas und Bremse).

Ein gewöhnlicher GPS Empfänger reicht zur Positionsbestimmung nicht mehr aus

Hinzu kommt die serienmäßige Sensorik des elektronischen Stabilitätsprogrammes, die über Längs- und Querbeschleunigung, Lenkwinkel und Gierrate informiert. Die wichtigste Aufgabe an Bord des Selbstfahrers ist jedoch die jederzeit exakte, zuverlässige Positionsbestimmung. Ein konventioneller GPS-Empfänger mit bis zu zehn Meter Abweichung reicht dafür nicht aus, schließlich liegt manchmal nur eine Reifenbreite zwischen Hero und Zero. Ein Fall für die so genannte CDGPS-Technik, die mittels Datenkorrektur Positionen bis auf wenige Zentimeter genau bestimmen kann. Das genügte, um Track-Trainer Nummer eins auf Rundstrecken wie etwa dem Hockenheimring schnell und sicher im Kreis fahren zu lassen und Probanden stufenweise an die Ideallinie heranzuführen.

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Anspruchsvoller als die Nordschleife ist die Alltagstauglichkeit

Profane Strecken erschienen Waldmann und Co. aber zu langweilig, sie wollten auf die Nordschleife des Nürburgrings. 20,8 Kilometer auf und ab, gewürzt mit Brücken und Bäumen, die für Funklöcher sorgen, in denen das GPS blind ist. Totzeiten von rund 40 Millisekunden konnte Nummer eins noch überbrücken, sich mit den Daten von Sensoren und Karte durchmogeln. Danach hörte der Spaß auf - und kam die Arbeit von Doktorand Daniel Niehues ins Spiel. Er trägt dazu bei, das System für anspruchsvolle Aufgaben jenseits des reinen Rennstreckentrainings fitzumachen. So sollen eines Tages nicht nur Ambitionierte, sondern auch Indisponierte von der neuen Technik profitieren.

Das Tempo ist auf 180km/h limitiert, 250km/h wären möglich

Statt bei einem plötzlichen Gesundheitsproblem am Steuer im Gegenverkehr oder am Alleebaum zu landen, könnte ein Nothalteassistent selbstständig rechts ranfahren. Doch zurück zum autonomen Fahren auf der Nordschleife. Um den Kurs sicher zu umrunden, ergänzte die BMW-Truppe das vorhandene System um eine Kamera zur Spurerkennung, wie sie bereits zu kaufen ist. Nach umfangreichen Versuchsfahrten wird klar, dass das System zuverlässig genug funktioniert, um sich zügig chauffieren zu lassen. So darf der Dreier mit bis zu einem g Querbeschleunigung am DTC-Regelbereich schnuppern. Die auf Tempo 180 limitierte Höchstgeschwindigkeit (bis zu 250 km/h wären drin) reicht, um in den Kompressions-Passagen oder auf Kuppen Schmetterlinge im Bauch starten zu lassen.

BMW verspricht nur drei Prozent Tempoverlust zum Fahrkönnen eines Rennfahrers

Ausgehend von den 100 Prozent Fahrkönnen eines Rennfahrers und den 95 Prozent eines versierten Sportfahrers versprechen die BMWler rund 97 Prozent Tempo - gespenstisch, aber beeindruckend. Gemütlich zurücklehnen geht dennoch nicht: Projektleiter Dirk Wisselmann empfiehlt, stets die Hände locker am Lenkrad zu lassen, um notfalls eingreifen zu können. Auch der Fuß sollte in Bremsbereitschaft bleiben. Das Ganze ist halt ein komplexes System, und wenn man mit Tempo 120 in eine Kurve hineinhält, bleibt bei einem Problem wenig Zeit zum Reagieren. Bei unserer Fahrt gibt es kein Problem - gut vorstellbar also, rauszufahren und mit dem BMW irgendwann eine Reise außerhalb des Zaunes zu unternehmen. Nach einer Weile spürt man sogar, wo sich der autonome Dreier wohl fühlt und besonders flüssig fährt und wo es noch ein wenig hakelt. Ganz ohne Seele geht es halt auch beim einem Track-Trainer nicht.

Jörn Thomas

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BMW
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