Alles über KTM X-Bow
Autowinter 2012
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Fahrbericht KTM X-Bow auf Schnee: Fahrspaß mit Driftgarantie im Winter

Den Naturgewalten zu trotzen war bislang vornehmlich die Domäne der Zweiradfahrer. Die Unerschrockenheit steht von nun an auch jenen ins Gesicht geschrieben, die das Wintermärchen in einem KTM X-Bow erleben durften.

Dem weißen Untergrund farblich angepasst geht’s dahin, als hätten die Schneekristalle Haken und Ösen. Runterschalten, einlenken und flugs wieder aufs Gas: Das Heck schwenkt sanft und gleichmäßig aus, und die lässig aus den Armen gezauberte Gegenbewegung am Lenkrad hält es so exakt im korrekten Winkel, dass der Tränenfluss in den Augenwinkeln gar nicht mehr versiegen will. Sahnige Drifts in Reinkultur, noch dazu an der frischen Luft sitzend - was kann es Schöneres geben?

Es geht vorwärts, seitwärts und rückwärts

Verschneite Vormittage bei Minus zwei Grad Celsius nehmen im abgelegenen Tomatal im Kärntner Land/Österreich normalerweise wohl etwas andere Wendungen als solche, die hier auf dem winterlichen Trainingsgelände in einem KTM X-Bow vollzogen werden. Es geht vorwärts, seitwärts und manchmal auch ein Stück rückwärts. Die elegante, in den fließenden Bewegungsablauf eingearbeitete 360-Grad-Pirouette wird in diesem Umfeld weniger als Ausdruck des Versagens als vielmehr als Indiz überbordender Fahrfreude gewertet.

So wird gerutscht, gezirkelt und gedriftet - und dabei gejuchzt - was das Zeug hält. Launig-lässig arrangiert von einem Duo, das sich dem instabilen Fahrzustand schon seit Langem professionell verschrieben hat: Kris Rosenberger, österreichischer Staatsmeister und Andreas Aigner, Produktionswagen-Weltmeister in der Rallye-WM 2008. Die beiden Rallye-Asse sind im Auftrag des in der Motorrad-Szene hoch geachteten und mittlerweile auch im Automobilbereich engagierten österreichischen Herstellers KTM damit betraut, einer Schar unbeugsamer Fahrdynamik-Junkies die Verlockungen beizubringen, die ein mit den Anlagen eines Formel-Autos ausgestatteter Zweisitzer unter klassisch winterlichen Bedingungen zu bieten hat - auf festgefahrener Schneedecke also.

Den Grenzbereich im Schnee erproben

Selbstredend wird in diesem Umfeld weder die Frage nach dem Sinn und Zweck noch nach der körperlichen Unversehrtheit angesichts des eisigen Freiluftvergnügens als angemessen verstanden. Der Fahrspaß sei eben schlicht maximal, heißt es von Trainerseite. Und der mit wenigen Geraden, dafür aber mit vielen Kurvenradien gesegnete Rundkurs rege den inneren Durchlauferhitzer außerdem so fulminant an, dass kein Helmvisier unbeschlagen bleibe. Anders ausgedrückt: Den Teilnehmern, die hier einen Tag lang auf den von KTM gestellten X-Bow den Grenzbereich im Schnee erproben, wird aus mehrerlei Gründen extrem heiß ums Herz.

Auch wenn es für den weniger fantasiebegabten Betrachter abstrus erscheinen mag, der weißen Pracht mit einem so unverschämt offenen Auto zu begegnen: Der Selbstversuch zeigt, dass das Suchtpotenzial Furcht erregend ist. Wenig Masse (850 Kilogramm), viel Leistung (240 Turbo-PS), hervorragender Grip und die von den profilierten Gelände-Spezies der Zweirad-Fraktion scheinbar geerbte, extrem gute physische Konstitution formen den KTM X-Bow zu einem automobilen Werkzeug, das der Idealbesetzung für eine Hauptrolle in der Serie "Fahrspaß im Winter" extrem nahe kommt.

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Speziell mit der zur Steigerung sämtlicher Handlungsstränge tauglichen Spike-Bereifung reicht sozusagen schon der Gedanke ans Einlenken für einen abrupten Richtungswechsel. Dafür, dass die wie in einem Formel-Auto ungemein direkt arbeitende Lenkung niemals Nervosität erzeugt, sondern allein extremer Agilität dienlich ist, sorgt der üppig dimensionierte Radstand des X-bow. Er weist bei einer Gesamtlänge von 3.738 Millimeter immerhin 2.430 Millimeter auf. Damit übertrifft er den eines Porsche Cayman um immerhin 15 Millimeter.
Die Aussicht darauf, die vor einem liegende 180-Grad-Linkskurve mit einem in bester Rallye-Manier nach rechts ausgeschwenkten (und damit abbremsenden) Heck anzugehen, wird insofern sehr plakativ visualisiert, als die Vorderräder unter den Augen des Piloten fast maximalen Lenkeinschlag anzeigen. Die ungeheure Direktheit aller Vorgänge und die Verlässlichkeit hinsichtlich der Dramaturgie der Abläufe lässt auch bei weniger routinierten Fahrern umgehend die kühnsten Hoffungen auf eine kurz bevorstehende, erfolgreiche Rallye-Karriere aufkommen.

Seine Talente kommen richtig zur Geltung

Ungeachtet der im Lastenheft sicher kaum notierten Forderung nach Rallye-Eignung besteht der kühn gezeichnete sowie extrem solide verarbeitete Sportwagen den Eignungstest also auch abseits befestigter Wege. Wer demnach behauptet, das Einsatzgebiet des KTM X-Bow beschränke sich auf Rennstreckenbesuche bei hochsommerlichen Temperaturen, der irrt: Unterm Gefrierpunkt kommen seine Talente wohl erst so richtig zur Geltung.

Von am 15. Oktober 2012
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