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Ferrari 458 Spider, Lamborghini Gallardo Spyder Performante, Frontansicht 40 Bilder Zoom

Ferrari 458 Spider und Lamborghini Gallardo Spyder Performante: Alpen-Tour mit Sportwagen-Dröhnung

Drei Schweizer Pässe im sportlich-schicken italienischen Doppel - was kann es Schöneres geben? Zumal wenn das Sportwagen-Double auf die Namen Ferrari 458 Spider und Lamborghini Gallardo LP 570-4 Spyder Performante hört und für alles offen ist.

Gelassenheit hat im sport auto-Alltag selten Platz. Ebenso wenig die besondere Geschichte. Entsprechend lange ist es her, dass eine Handvoll Redakteure und Mitarbeiter sich spontan die Freiheit nahm. Ausgetretene Pfade verlassen? Ledenon statt Hockenheim und Nürburgring? Wie denn, wo denn, wann denn.

Wie wär’s mit jetzt? Wo sich der Schnee weit auf die Bergspitzen zurückgezogen hat und vor blauem, Schäfchen-bewölktem Himmel nurmehr als Kulisse dient. Die Zeit ist reif, die Helden sind da. Der eine auf Achse aus Stuttgart angereist, der andere auf dem geschlossenen Transporter vor den norditalienischen Erdbeben von St. Agata Bolognese aus in der Schweiz in Sicherheit gebracht.

Zwei Oben-Ohne-Italiener mit 1.140 PS

Italiener beide. Luxuriös und teuer, stimmgewaltig und stark. Insgesamt scharren an diesem sonnig-milden Tag 1.140 Pferde mit den Hufen - gleichmäßig verteilt übrigens. Wenn der hinterradgetriebene Ferrari 458 Spider und der Lamborghini Gallardo LP 570-4 Performante Spider mit Allradantrieb zum Tanz in der Frühlingssonne bitten, kann keiner widerstehen.

Drei Pässe in zwei Tagen stehen auf dem Programm

Rundenzeiten? Bestwerte im Standardsprint? Vmax-Vollgas-Orgien? Sind - das zeigen die Datenblätter - problemlos drin. Überprüfen wollen wir die Zahlen diesmal aber nicht. Heuer ist der Weg das Ziel. Drei Pässe in zwei Tagen stehen auf dem Programm: Lukmanier, Oberalp- und Splügenpass. Die Schweizer Bergwelt aus italienischer Sicht. Frei saugende V8- und V10-Motoren mit je 570 PS einmal ganz ohne Zwang zur Hektik. Hören statt hasten, genießen statt galoppieren. Auch und gerade mit Sportlern dieses Kalibers.
 
Und damit die norditalienische Sportwagen-Dröhnung auch richtig wirkt, das Ganze bitte ohne Dach. „Herrjeh“, mögen Ferrari-Kenner nun denken und stöhnen: „Jetzt geht das wieder los.“ Aber keine Angst: Die Zeiten friemeliger Verdeck-Montagen sind inzwischen auch in Maranello passé. Das in dieser Wagenklasse einmalige Vollaluminium-Hardtop lässt der Mittelmotor-Sportler auf Knopfdruck im rückwärtigen Verdeckabteil verschwinden. Noch dazu vorbildlich flott, denn in gerade einmal 14 Sekunden ist die Sache geritzt - oder besser: gefaltet.
 
Gleiches gilt für das weiche Lambo-Käppi. Handarbeit ist in Italien selbst unter Vollblut-Roadstern kein Thema mehr. Dies gilt auch in Bezug auf die Gangwahl. Während beim Ferrari 458 ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet und waltet, verfügt der offene Gallardo über eine automatisierte Sechsgangschaltbox. Wer selbst Hand anlegen will, tut dies in beiden Fällen per an der Lenksäule montierten, feststehenden Schaltwippen.

Ferrari contra Lamborghini

Apropos Lenkung. Der Blick auf die Volants - schnörkellosschlicht das des Lamborghini Gallardo, multifunktional, mit feinen Karboneinlagen und Manettino versehen das des Ferrari 458 - macht die charakterlichen Unterschiede der von der Bauart her so ähnlichen italienischen Zweisitzer plakativ deutlich. Wo der Ferrari geschmeidig, feingeistig und filigran herüberkommt, gibt der Lamborghini den kompromisslos kernigen Begleiter für alle Lebenslagen. Ein echter Kumpel eben, der für alle Unbillen des Lebens eine Lösung parat hat.

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So zum Beispiel für die einer Mondlandschaft gleichenden Straßen Graubündens. Die vom Frost geschädigte Asphaltauflage ist vielerorts großflächig abgefräst, die Höhe der sich dadurch auftuenden Absätze allemal dazu angetan, Zweifel ob der Streckenführung hervorzurufen. Da sollen wir rüber oder besser runter? Mit für topfebene Pisten erdachten Sportwagen dieser Güteklasse?

Lamborghini Gallardo LP570-4 mit Lift-System

Im Lamborghini Gallardo okay. Der hat - ganzer Kerl, der er ist - ein Lift-System für den Vorderbau an Bord. Danke, Kumpel. Das hilft auf diesen Straßen ungemein.
Aber im Ferrari 458? Diesem Automobil gewordenen, fein zieselierten Traum aus Stahl, Alu, Leder und Karbon, der bei geöffnetem Dach schon auf schlechterem Geläuf schaudernd erzittert? Da dürfte der Frontspoiler über kurz oder lang wohl fällig sein. Nur eine Frage der Zeit.
 
Tatsächlich ist der mit kamelfarbenem Chic im Cockpit aufwartende Ferrari 458 Spider dann jedoch weniger zart besaitet, als das rundum stylische Erscheinungsbild glauben macht. Mit angemessener Zurückhaltung und einem gerüttelt Maß an Um- und Übersicht seitens des Piloten kriegt auch der Ferrari 458 Spider schlussendlich unbeschadet die Kurve.

Klasse, dass es selbst mit Vollblutsportlern dieses Formats so gut wie keine Grenzen gibt. Zickig und prätenziös war gestern. Heute will, wer rund 220.000 Euro in die Hand nimmt, um am oberen Ende der sportlichen Roadster-Elite zu rangieren, nicht mehr nur sehen und gesehen werden. Auch problemloses Brötchenholen gehört inzwischen zum gewünschten Einsatzspektrum - sei der Weg zum Bäcker auch holprig.
 
Doch Spaß beiseite. Der ureigene Einsatzzweck der Top-Roadster ist selbstredend weiter oben am Berg zu finden. Dort, wo die Kehren enger und die Straßen einsamer werden, wo entzückte Murmeltiere mit weniger als einer Pferdestärke zum entzückenden Wettlauf mit dem roten Renner aus Maranello ansetzen, sind die Edel-Sportler in ihrem eigentlichen Element.
 
Die, von einigen Mountainbikern abgesehen, angenehm einsame Bergwelt scheint an diesem Tag nur einem Zweck zu dienen. Jener heißt: Kulisse sein - für die dicht über dem Boden kauernden muskulösen Erscheinungen der Roadster ebenso wie für die Gänsehaut erregenden Klangfanfaren, die aus den drei beziehungsweise vier mächtigen Endrohren der Zweisitzer dringen und von den Berghängen widerhallen.

Ferrari 458 Spider ersetzt ein Orchester

Die Klappen aufreißen können beide Autos. Stimmlich variabler ist der 458: Schnurren wie ein Stubentiger oder Brüllen wie eine Raubkatze - der Ferrari beherrscht beides. Unterm Strich entscheidet der dumpfer und kerniger tönende Lamborghini Gallardo die Soundwertung dennoch für sich. Schade, dass Zehnzylinder-Sauger so selten sind.
 
Dass der LP 570-4 auch in anderer Hinsicht Raum einnimmt, gefällt weniger. Der Allrad und die breiteren Vorderräder des Lamborghini bedingen einen vergleichsweise großen Wendekreis. In engen Kehren hinterlässt der Ferrari den handlicheren Eindruck. Aber so richtig entscheiden können wir uns noch nicht. Dazu muss es vielleicht nochmal in die französischen Seealpen gehen. Oder an den Gardasee. Oder vielleicht doch lieber in die Pyrenäen? Nur die Rennstrecke, die werden wir auslassen. Das ist eher was für die Coupés. Hier kommen Sie zum Ferrari 458 Italia im Supertest und Lamborghini Gallardo LP 570-4 im Supertest.

Von am 10. Februar 2013
Heft 07 / 2012
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