Ford Focus RS500 im Fahrbericht

Steigt mit der Leistung auch der Fahrspaß?

Ford Focus RS500

Mit dem limitierten Sondermodell Ford Focus RS500 wird der Modellwechsel des Kompaktsportlers eingeleitet. Wir fahren den 350 PS starken, mattschwarz folierten Fronttriebler für 46.050 Euro. Kann er sich von der Basis distanzieren?

Wer dem sportlichen Newcomer von Ford, dem Focus RS500, in die blitzenden Augen schaut, fühlt sich ein wenig an Darth Vader erinnert. Fast meint man, es durch die mattschwarze Frontmaske mit den großvolumigen Kühllufteinlässen raunen zu hören: "Die Macht wird mit Dir sein". Und so falsch wäre das auch nicht. Wer sonst außer Ford und einigen auf Kompaktwagen spezialisierten Tunern lässt schließlich schon 300 und mehr PS auf die Vorderräder los.

Sondermodell des Ford Focus RS ist auf 500 Exemplare limitiert

Bei dem auf 500 Stück limitierten Sondermodell, das der Fangemeinde den Abschied von der Ende des Jahres in den Ruhestand gehenden aktuellen Ford Focus-Baureihe versüßen soll, sind es gar 350 Pferde, die bei 6.000 Kurbelwellenrotationen an der Vorderachse zerren. Zum Vergleich: Beim regulären Ford Focus RS liegen bei 6.500 Touren 305 PS an. Das maximale Drehmoment des von einem Borg-Warner K16-Turbolader unter Druck gesetzten 2,5-Liter-Reihenfünfzylinders stieg von 440 auf 460 Newtonmeter. Es steht zwischen 2.500 und 4.500 Umdrehungen parat.

Möglich wurde die 15-prozentige Leistungssteigerung des ohnehin nicht eben schwachbrüstigen Focus RS-Treibsatzes durch eine Reihe umfangreicher Detailmodifikationen am Ford Focus RS500. Ein größer dimensionierter Ladeluftkühler und ein ebensolches Fallrohr der Abgasanlage, ein modifizierter Luftfilter, eine leistungsfähigere Benzinpumpe und eine auf die neuen Gegebenheiten angepasste Motorsteuerung helfen dem kleinen Schwarzen nicht nur objektiv ordentlich auf die Sprünge.

Auch subjektiv hinterlässt die vom Ford TeamRS zusammen mit der britischen Firma Mountune entwickelte Leistungssteigerung deutliche Spuren. Dank der optimierten Sauerstoffzufuhr kann das überarbeitete Fünfzylinder-Turbo-Triebwerk freier aufspielen, was insbesondere in den mittleren und oberen Drehzahlbereichen Spuren hinterlässt: Während der 305-PS-Variante bei gut 6.000 Touren spürbar die Luft ausgeht, kommt der leistungsgesteigerte 2,5-Liter-Motor beim gleichen Drehzahlniveau erst richtig in Fahrt. So macht das Gipfelstürmen Spaß. Zumal die gestiegene Potenz weder mit nachhaltigeren Antriebseinflüssen in der Lenkung noch mit anderen Komforteinbußen bezahlt werden muss.

Der Federungskomfort im Ford Focus RS500 entspricht dem des Serienmodells. Mit jenem teilt der Newcomer sich auch die Sitz-Philosophie: Exzellent konturierte, von Recaro beigesteuerte und in der Höhe nur unter der Zuhilfenahme von Werkzeug verstellbare Sportsitzschalen gehören hier wie da zum Ausstattungspaket. Wobei die auf den Bildern gezeigten roten Fauteuils den in andere Länder gelieferten Autos und den nicht ins Gesamtkontingent eingehenden Pressetestwagen vorbehalten bleiben.

Topspeed von 265 km/h verspricht das Werk für den Ford Focus RS500

Der deutsche Vertrieb, der 55 Ford Focus RS500 zu verteilen hat, hat für den heimischen Markt schwarze Ledersessel vorgesehen. Sei‘s drum. An der uneingeschränkten Sporttauglichkeit des mit 46.050 Euro selbstbewusst eingepreisten, dafür aber auch serienmäßig mit der ansonsten optionalen Rückfahrkamera und edel anmutenden Intarsien auf der Mittelkonsole versehenen Sondermodells ändert die farbliche Zurückhaltung nichts. Kurvige Landstraßen oder abgesperrte, topographisch interessante Pisten sind das eigentliche Terrain des starken Rheinländers. Wenngleich der Ford Focus RS500 auch schnöde Autobahnetappen souverän zu bewältigen vermag. Das Werk verspricht einen Topspeed von 265 km/h. Der Sprung aus dem Stand auf Landstraßentempo soll dank der gestiegenen Lendenkraft nun binnen 5,6 statt 5,9 Sekunden gelingen, was angesichts des ungestümen Vorwärtsdranges des mattschwarzen Renners glaubhaft erscheint.

Sondermodell Ford Focus RS500 ist leider schon ausverkauft

Diesem steht die zugunsten des Kontrasts nunmehr mit rot lackierten Sätteln versehene Bremse des normalen RS-Modells entgegen, die den knapp 1,5 Tonnen schweren Kompaktsportler bestens im Griff hat. Für nachhaltig nach oben gezogene Mundwinkel sorgt auch die Stimmlage des Focus Topmodells. Das vergleichsweise sonore Fünfzylinder-Timbre geht mit zunehmender Leistungsanforderung in höhere Frequenz-Sphären über und wird bei Gangwechseln von einem leisen Zischen des Pop-Off-Ventils untermalt. Dies und das leise Herzschlagwummern im Schiebebetrieb sind allemal dazu angetan, Sportfahrerherzen höher schlagen zu lassen. Gepaart mit dem vom normalen RS bekannten agilen Fahrverhalten wäre der RS500 also trotz seines üppigen Einstiegspreises eine Kaufempfehlung, wenn - ja wenn er denn noch zu haben wäre.

Dem ist aber nicht so: Das mattschwarze Schmuckkästchen war binnen Tagen ausverkauft. Leistungsjünger müssen nun darauf hoffen, dass der für den britischen Markt bereits angekündigte Motorkit auch hierzulande angeboten wird. Damit ließe sich dann der eigene Ford Focus RS auf Touren bringen.

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