Honda Civic Type R: Space-Brenner

Ab März steht der neue Civic Type R beim Händler. 201 PS stark, 26.900 Euro teuer und nicht minder sportlich als der fast schon legendäre Vorgänger.

So sieht er aus - der Nachfolger der anerkannten Sportskanone Civic Type R. Ein PS stärker als der Vorgänger, kraftvoll bespoilert und nur als Dreitürer bestellbar. Quasi als Beiwerk zum neuen Top-Motor führt Honda den dreitürigen Civic mit ein. Als Type S, das S im Namen steht dabei für Sport, wird das Civic-Coupé zudem ab Mai auch mit den bereits bekannten 140 PS-Aggregaten (Diesel und Benziner) erhältlich sein.

Der Type R ist ein auffälliger Typ

Der ob seiner Drehfreude viel gerühmte Zweiliter-Benziner mit 201 PS bleibt dagegen dem Type R vorbehalten. Die weiteren R-Merkmale: tiefgezogene Schürzen und ausgestellte Schweller in Wagenfarbe, ein dominanter Spoiler auf der Heckscheibe, 18-Zoll-Räder, Alcantra-Schalensitze und jede Menge rote Type-R Schriftzüge. Exklusiv im R sind zudem ein Sportfahrwerk inklusive 15 Millimeter-Tieferlegung, eine vergrößerte Bremsanlage und eine im Vorderwagen nochmals verstärkte Karosse.

Sein Fahrwerk bietet nur wenig Komfort

Schon die ersten Meter über optisch intakte Straßen machen klar: Honda positioniert den R auf dem obersten Level kompakter Sportlichkeit. Jede kleinste Fuge rütteln an Auto und Insassen, Gullideckel und gröbere Schäden schlagen hart ein. Immerhin erleichtert die präzise und direkte Lenkung das schnelle Ausweichen vor potenziellen Rückenmardern und die Schalensitze passen perfekt.

Dem ehemals recht unerzogenen, aber drehfreudigen Sauger, hat Honda Manieren beigebracht. 180 Newtonmeter Drehmoment liegen schon bei 3.000 Touren an. Eine variable Einlassnockenwelle (VTC) und variable Ventilöffnungszeiten (VTEC) verbessern hier das Ansprechverhalten bei niedrigeren und mittleren Drehzahlen. Zum flotten Fortkommen bedarf es also nicht nur Drehzahlen.

Wer es dennoch wissen will und weiter auf dem Gas bleibt, der beamt sich auf 7.000, 8.000 Touren und lernt das Motorsportler-Herz des Civic kennen. Laut, zupackend und maximal 235 km/h schnell. Passend dazu präsentiert sich auch das Sechsgang-Getriebe: knackig und präzise machen schnelle Gangwechsel mächtig Laune. Die 100 km/h-Marke passiert der 1,4-Tonnen schwere Civic in 6,6 Sekunden. Damit nimmt der Honda dem GTI aus dem Stand 0,6 Sekunden ab.

Die 18-Zöller haben gelegentlich Mühe alle Kräfte zu übertragen

Gelegentliches Räderscharren beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren zeigt aber auch, dass die 200 PS-Marke auf der Vorderachse nur mit zusätzlichen Hilfsmitteln überschritten werden sollte.

Für all jene, die mit ihrem Civic auf die Rennstrecke wollen, bietet Honda auch eine abgespeckte Leichtbauversion an. Ohne Klima, Radio, Dämmmatten und Abdeckungen ist diese Variante auf Anhieb 40 Kilo leichter. Und wer sich nach Sperrdifferenzial, Überrollbügel und sequenziellen Getrieben sehnt, der kann seinen Honda mit Hilfe der italienischen Rennsport-Schmiede und Honda-Technologiepartner JAS-Motorsport weiter ausbauen.

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Michael von Maydell

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