Mazda 3 MPS: Dreier-Laune

Der zweite Spross der Mazda Performance Serie (MPS) ist zumindest optisch dem Understatement verpflichtet. Geradezu unauffällig avanciert der Mazda 3 MPS zu einem der stärksten Serien-Fronttriebler der Welt.

Mit dem Mazda 3 MPS  präsentieren die Japaner einen GTI-Jäger in dezenter Optik, aber mit 260 PS

Die Idee des Kompaktsportlers ist bei Mazda nicht neu. Schon Anfang der neunziger Jahre kam der 323 GTR mit 185 PS und Allradantrieb auf den Markt. Er wurde ursprünglich für den Rallyesport entwickelt. Lufthutzen in der Motorhaube und zusätzliche Scheinwerfer machten das Topmodell der Baureihe damals unverwechselbar. Mit dem neuen Mazda 3 MPS präsentieren die Japaner nun einen Gegner für den Golf GTI und den Focus ST, der in überaus dezenter Optik, aber mit 260 PS Leistung den Rudelkampf neu beleben soll.

Für die Leistungssteigerung bedient sich Mazda, wie in dieser Klasse üblich, eines Abgasturboladers. Dank moderner Benzin- Direkteinspritzung, elektronischer Drosselklappensteuerung und Ladedruck-Regelung zeichnet sich dieses Prinzip mittlerweile eher durch homogene Motorcharakteristik als durch brutale Kraftentfaltung aus. Beim Mazda 3 MPS zählt darüber hinaus das übermächtige Drehmomentniveau, das zwischen 2.000 und 5.000 Touren zur Verfügung steht. Maximal schickt der 2,3 Liter große Vierzylinder 380 Newtonmeter an die vorderen Räder.

Zum Vergleich: Ein Porsche 911 Carrera mutet seiner Hinterachse nur 370 Nm zu. Um die enorme Kraft dennoch in reinen Vortrieb umsetzen zu können, sind zwei wesentliche Dinge Voraussetzung - ein trockener Untergrund und ein sensibler Gasfuß. Bleibt der DSC-Knopf eingeschaltet, kann der zweite Punkt vernachlässigt werden, denn die perfekt arbeitende Elektronik bügelt Traktionsschwächen sensibel aus. Auf kurvigen Strecken hilft zudem das serienmäßige Sperrdifferenzial, das bis zu zwei Drittel der Antriebskraft dem belasteten Rad zuteilt. Außerdem wurden Federn, Dämpfer, Stabilisatoren und auch die Karosserie den veränderten Rahmenbedingungen angepasst und entsprechend verstärkt.

 

Der MPS ist leise, handlich, kultiviert und sehr komfortabel

Im normalen Alltagsverkehr sind die Einflüsse dieser Maßnahmen kaum zu spüren - der MPS ist leise, handlich, kultiviert und sehr komfortabel. Es sei denn, der rechte Fuß wandert in Richtung Bodenblech und die Nadel des Drehzahlmessers an der 2.500er-Marke vorbei. Dann schlägt die Drehmomentkeule unbarmherzig zu und zerrt den 1,5-Tonner vehement nach vorn.

Die akustisch recht unspektakuläre, körperlich aber durchaus beeinträchtigende Prozedur entspannt sich erst ab 6.000 Touren ein wenig und schlägt 1.000 Zähler später in den Begrenzer. Dem Vorwärtsdrang wird erst bei 250 km/h ein elektronisches Ende gesetzt, was den Mazda 3 MPS tatsächlich zum Schnellsten seiner Klasse macht. Angesichts des guten Qualitätseindrucks und der üppigen Ausstattung kürt ihn auch der Preis von 25.544 Euro zum Wolf im Schafspelz.

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Markus Schönfeld

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