Mercedes SL 500 im Fahrbericht: Super Leicht oder doch nicht?

Mercedes SL 500, Frontansicht, Kühlergrill

Unser erstes Date mit dem neuen Mercedes SL 500 ist noch keine fünf Minuten alt, und wir hören das Wörtchen, auf das wir in den letzten Monaten bei fast jeder Neuvorstellung stoßen: Leichtbau.

Einerseits eine positive Entwicklung im Automobilbau, andererseits sollte nicht jedes gewonnene Pfund als Weltrevolution verkauft werden. So schlüsselt die Mercedes-Pressemappe in den ersten Zeilen das Kürzel „SL“ als „super leicht“ auf.
 
Der neue Mercedes SL500 ist mit 1.785 Kilo aber alles andere als ein „super leichter“ Roadster. Die Mercedes-Techniker verdienen trotzdem Lob. Im Vergleich zum Vorgängermodell konnte das Gewicht um 125 Kilo reduziert werden. Maßgeblichen Anteil daran hat der neue Vollaluminium-Rohbau.
 
Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Mercedes SL im Vergleich zum Vorgänger 50 mm länger und 57 mm breiter geworden ist. Das rückt die Gewichtskur des SL noch einmal in ein besseres Licht. Nur bitte, lasst „super leicht“ beim nächsten Mal einfach weg. Unter sport auto-Maßstäben hat dieser Ausdruck eine andere Gewichtung.

Mercedes SL500 mit 435 PS und 700 Nm

Prima, dann können wir den Achtzylinder jetzt starten. Der 4,7-Liter-V8, der seinen Dienst auch im Mercedes CLS, dem CL, der E- und S-Klasse verrichtet, legt mit wohlerzogenem Bass los. Nicht rotzig, angriffslustig wie in den AMG-Modellen, dennoch mit emotionaler Tonart, die schnell ein Lächeln ins Gesicht treibt. Die Leistungsentfaltung des Benzindirekteinspritzers mit zwei Turboladern verläuft traumhaft gleichmäßig. Ab 1.800 Touren schieben 700 Nm maximales Drehmoment kräftig an, bis der Mercedes SL500 bei 250 km/h elektronisch eingebremst wird.

Fahrwerte auf Sportwagen-Niveau

Der Sprint von null auf 100 km/h soll mit 4,6 Sekunden acht Zehntel schneller als im Vorgänger gelingen. Als „Philosophiefrage“ begründet Mercedes die Abstimmung des SL500, der mehr Cruiser denn Sportler ist. Ob nun mit AMG Sportfahrwerk oder nicht, der SL federt komfortabel und überzeugt mit tollem Geradeauslauf. Die Lenkung reagiert um die Mittellage SL-typisch sehr leichtgängig.

Traktionsprobleme aus engen Kurven unterbindet die Elektronik mit spürbaren Regeleingriffen. Die Möglichkeit, das ESP vollständig zu deaktivieren, bleibt ebenso den AMG-Modellen vorenthalten wie ein mechanisches Sperrdifferenzial.

Mehr Sportlichkeit bieten die AMG-Modelle

Wer noch mehr als 117.096 Euro für den Mercedes SL ausgeben will, findet bei AMG den jüngst in Genf vorgestellten SL63 AMG mit 5,5-Liter-Biturbo-V8 und 537 PS. Als Option ist mit Performance Package auch eine Leistungssteigerunf auf 564 PS möglich. Der Grundpreis für den Mercedes SL63 AMG liegt bei 157.675 Euro.

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