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Nissan GT-R: Ost-Erweiterung

Ein 480 PS starker Sechszylinder-Biturbo, kombiniert mit einem Doppelkupplungsgetriebe und intelligentem Allradantrieb – und das zu einem Preis von unter 80.000 Euro. Wie geht das?

Das stärkste je von Nissan gebaute Serienauto definiert sich zunächst einmal analog seiner direkten Vorgänger als ein typischer Frontmotor-Sportwagen mit permanentem Allradantrieb. Angetrieben wird der 2 + 2-Sitzer von einem grundlegend neu entwickelten, 3,8-Liter großen V6-Twinturbo mit 480 PS und einem maximalen Drehmoment von 588 Newtonmeter. Eine herausragende Besonderheit ist fraglos das Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Einbaulage, das vom Lenkrad aus per Schaltwippen bedient wird.

Die Bremsanlage ist vom Feinsten

Hinter den riesigen, 20 Zoll messenden Leichtmetallrädern verbirgt sich bremsentechnisch mit das Beste, was der Zuliefermarkt zu bieten hat: gelochte 380-Millimeter-Scheiben mit Monoblock-Bremssätteln von Brembo.

Im aufwändig gestylten, mit Leder ausgekleideten Innenraum dominiert durchweg High Tech, unter anderem in Form eines multifunktionalen Anzeigen-Displays, dessen Graphiken dem PlayStation-Spiel Gran Turismo nachempfunden sind. Sie zeigen neben den Querbeschleunigungswerten auch die auftretenden Kräfte beim Beschleunigen und Bremsen an.

Trotz des Aufwands, der in typisch japanischem Fürsorge-Stil in elektronischer, multimedialer und kultureller Hinsicht getrieben wurde, offenbart sich das neue Topmodell fraglos als Sportler ersten Ranges.

Der GT-R bietet erstklassige Fahrleistungen

Obwohl das fahrfertige Gewicht wegen des allumfassenden Luxus nicht allzu weit von der 1,8-Tonnen-Marke entfernt sein dürfte, setzt sich der GT-R nicht nur optisch selbstbewusst in Szene.

An den vom Werk angegebenen Leistungsdaten - 4,8 Sekunden bis 100 km/h, Höchstgeschwindigkeit 309 km/h - gibt es nichts zu zweifeln. Der Motor - auch akustisch ein ausnehmend kerniger Typ - schiebt aus der Leerlaufdrehzahl ohne die geringste Delle in der Leistungskurve an wie ein Bulle und überzeugt zudem mit einem bisher nicht gekannten Ansprechverhalten.

Ein signifikantes Turboloch oder verzögerte Leistungsabgabe?

Keine Spur. Mit Hilfe des famosen Doppelkupplungsgetriebes, das die Zugkraftunterbrechung auf geniale Weise unterbindet, steht der Ladedruck unter Last stets vollständig an. So behält die sich wie ein Tafelberg auftürmende Drehmomentkurve nachhaltig Wirkung.

Allradantrieb sorgt für Traktion

Der permanent aktive, variable Allradantrieb leitet unter Zuhilfenahme der Differenziale die Kraft bei Bedarf elektrohydraulisch an alle vier Räder. Ist der GT-R also auf trockener Strecke bis zu 100 Prozent als Hecktriebler unterwegs, gelangt im Bedarfsfall je nach Schlupf der Antriebsräder bis zu 50 Prozent der Kraft an die Vorderachse.

Sensoren erfassen zu diesem Zweck die Quer- und Längsbeschleunigung, den Lenkwinkel, den Schlupf an den Reifen und den Gierwinkel. Die Besonderheit: Ein zusätzlicher Sensor misst nun auch die Differenz zwischen dem auf Grund des Lenkwinkels errechneten Ziel -Gierwinkel und dem über den Gierwinkel - und den G-Sensor tatsächlich ermittelten Wert. Erst danach erfolgt die automatische Korrektur der Momentenverteilung.

Hohe Fahrsicherheit

Das Beste daran ist: Von dem umfangreichen Regelwerk ist rein gar nichts zu spüren. Das Coupé erlaubt sich im Kurvengrenzbereich selbst bei gröbsten Lastwechseln nicht die kleinste Drehbewegung um die Hochachse. Der auch bei höchstem Tempo geradeaus absolut spurstabil seiner Bahn ziehende GT-R beweist damit auch am Ende der Querbeschleunigungsskala ein Höchstmaß an Fahrsicherheit.

Das lustvolle Ausreizen der motorischen Möglichkeiten mit der Schaltpaddel-Klaviatur am Lenkrad ist schon für sich genommen eine Wohltat und in Kombination mit dem in der Dämpfung dreifach verstellbaren Bilstein-Fahrwerk erreicht dieser Akt seine Vollendung.

5.000 Kilometer Nordschleife standen auf dem Programm

Die kühne Behauptung, wonach es sich beim Nissan GT-R um eine japanisch/deutsche Koproduktion handelt, lässt sich nicht ganz widerlegen. In den "besten anzutreffenden Testlaboratorien der realen Welt" habe der markante Bolide laut Chefentwickler Mizono seine Abschlussprüfungen bestehen müssen. Er meint damit die deutschen Autobahnen und die Nordschleife des Nürburgrings, auf der der GT-R allein insgesamt 5.000 Kilometer im Renntempo absolvieren musste.

Rundenzeiten unter acht Minuten

Etwa 100 Kilometer Nordschleife kamen probeweise seitens sport auto noch dazu. Auch wenn die von Nissan für den GT-R selbstbewusst in den Ring geworfene Zeit von „unter 7.40 Minuten“ etwas kühn klingen mag, so weist die vom Autor trotz einer noch feuchten Passage in einer der Schlüsselkurven des Kesselchens gefahrenen Zeit von 7.50 Minuten doch eines aus: Der GT-R ist ein Renner. Und wenn die Preisansage von Carlos Ghosn auch Ende 2008 noch Gültigkeit hat, dann wird er bestimmt auch einer.

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