Porsche 911 GT2 RS: Fahrt im Porsche-Überflieger mit 620 PS

Porsche 911 GT2 RS

Der Porsche 911 GT2 RS kann seine Insassen zwar noch nicht in die Zukunft katapultieren - weniger spektakulär als der De Lorean von Doc Brown ist der neue, 620 PS starke Clou von Porsche deshalb aber nicht. Erste Fahrt mit dem dem stärksten Porsche aller Zeiten.

Die im Jahr 1985 gestartete Film-Trilogie "Zurück in die Zukunft" war ein Kassenschlager. Wegen des kommerziellen Erfolgs folgten der ursprünglich als Einzelfilm geplanten Science Fiction-Geschichte um Dr. Emmett L. Brown und Marty McFly überhaupt noch zwei weitere Folgen nach. Ersteres könnte beim 237.578 Euro teuren Porsche 911 GT2 RS problemlos auch der Fall sein, letzteres vermutlich eher nicht. Eins nämlich wissen die Verantwortlichen bei Porsche sehr genau: Ein Auto gewinnt immer dann an Wert, wenn es nicht inflationär aufgelegt wird.

Porsche 911 GT2 RS ist auf 500 Stück limitiert

Soll heißen: Ist eine Serie erst einmal limitiert, muss sie das auch bleiben. Mehr als 500 Stück des mittels effektiverer Kühlung und einer Motronic mit geänderter Zündkurve auf 620 PS erstarkten Porsche 911 GT2 RS werden nicht gebaut. Basta. Auch wenn der eine oder andere dies bedauern mag - unterm Strich macht die Entscheidung Sinn. Schließlich ist der auf der Antriebseinheit des Porsche 911 Turbo basierende, zugunsten des Gewichts aber um den Allradantrieb gebrachte Porsche 911 GT2 RS kein Fall für jedermann.

Zwar mutet der Überflieger aus Stuttgart-Zuffenhausen seinem Fahrer weniger unbillige Härten zu, als in dieser Wagenklasse zu vermuten steht. Das Setup des PASM-Fahrwerks ist trotz der Kugelgelenke an den hinteren Querlenkern und an den Spurstangen nur marginal härter ausgefallen als beim Porsche 911 GT3 RS. Aber der im Sport durchaus übliche Min/Max-Ansatz des Hecktrieblers, bei dem um jedes Gramm gefeilscht und jede nur mögliche Pferdestärke aus dem mit zwei VTG-Turboladern versehenen 3,6-Liter-Boxer herausgekitzelt wurde, kann durchaus polarisieren. Für die Flaniermeilen taugt der deutlich extrovertierter auftretende Vorgänger Porsche Carrera GT sicher eher als der Porsche 911 GT2 RS.

Porsche-Überflieger mit 1.370 Kilogramm Gewicht

Okay, er trägt Flügel, eine Kohlefaser-Motorhaube und mit beachtlichen 325er-Schlappen an der Hinterachse besohlte 19-Zöller. Aber unterm Strich ist der Turbo-befeuerte Porsche 911 GT2 RS, der in seiner minimalistischsten Ausprägung gerade einmal 1.370 Kilo auf die Waage bringt, eben doch nur ein Elfer. "Nur" ein Elfer? Klingt vermessen und ist es auch. Schließlich hat schon der kleine Bruder Porsche 911 GT3 RS die Messlatte mit seiner auf der Nürburgring Nordschleife realisierten Zeit von 7.33 Minuten ordentlich hoch gelegt und den ehedem im Supertest schnellsten Porsche aller Zeiten, den Porsche Carrera GT, dabei fast vom Thron gestoßen. Der potente Mittelmotorsportler erledigte den Höllenritt anno 2004 gerade einmal ein Sekündchen schneller.

Nordschleifen-Runde in 7.18 Minuten

Vom Porsche 911 GT2 RS darf demnach deutlich mehr erwartet werden. Oder eben weniger - wie man’s nimmt. Das Werk kolportiert eine Rundenzeit von 7.18 Minuten, die angesichts der Vehemenz, mit welcher der über eine spezifische Leistung von 172 PS pro Liter Hubraum verfügende Porsche 911 GT2 RS antritt, durchaus glaubhaft erscheint. Nichts Sturm im Wasserglas - ab rund 2.500 Touren tobt hier der Bär. Da zerren die 620 Pferde an den speziell für Porsche entwickelten Sportpneus, dass kein Auge trocken bleibt. Selbst unbeleckten Passanten bleibt der fulminante Antritt des Porsche GT2 RS kaum verborgen. Zumal dieser von einer entsprechenden Lautmalerei seitens des Akrapovic-Titan-Auspuffs begleitet ist.

Den Standardsprint schafft der Porsche GT2 RS in 3,5 Sekunden

Wer den stärksten Porsche GT aller Zeiten pur und ungefiltert genießt, kommt freilich nicht nur deshalb ins Schwitzen. Auch die in der leichtesten Ausbaustufe fehlende Klimaanlage hat bei den Temperaturen dieses Sommers einen Anteil daran. Auf Wunsch und ohne Aufpreis ist sie allerdings ebenso zu haben wie das beim Testwagen gleichfalls nicht an Bord befindliche Infotainment-Center. Aber Unterhaltung ist in den Leichtbauschalensitzen eh genug, auch wenn der Beschleunigungswert mit 3,5 Sekunden für den Standardsprint beim Porsche 911 GT2 RS weniger imposant ausfällt als beim Turbo S mit PDK. Auf das 30 Kilogramm schwerere Doppelkupplungsgetriebe wurde zugunsten der Gewichtsbilanz verzichtet. Der hinterradgetriebene Turbo-Sportler ist ausschließlich mit dem deutlich leichteren manuellen Getriebe zu haben. Irgendwie logisch, wo hier doch sogar die Teppiche 1,5 Kilogramm abspecken mussten.

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