Alles über Kleinserienhersteller
Wiesmann GT MF4-CS, Frontansicht 18 Bilder Zoom

Wiesmann GT MF4-CS im Fahrbericht: Roter Bulle in grauer Hölle

sport auto hatte exklusiv die Chance das neue Clubsport-Modell zum 25-jährigen Jubiläum von Wiesmann auf dem Nürburgring zu fahren.

Graue Hölle statt Grüne Hölle, Nebel und arktische Kälte statt Frühlingswetter. Doch der Jubilar lässt sich seine Geburtstagsparty nicht verderben. Mit heiser-rauchiger Stimme erwacht der Vier-Liter-V8, um mit wummerndem Leerlaufbeat seine Betriebsmittel auf Arbeitstemperatur zu köcheln. Box 21, Nürburgring – der Wiesmann GT MF4-CS läuft sich warm.

Clubsport-Version zum Jubiläum

Die Abkürzung CS steht für Clubsport, könnte aber auch für "25" stehen. Seit 25 Jahre existiert nun die Automobilmanufaktur im westfälischen Dülmen und entwickelt handgefertigte Sportwagen-Unikate mit dem Gecko-Logo auf der Motorhaube. Nicht viele Kleinstserienhersteller haben überhaupt ein Vierteljahrhundert überlebt. Nach rückläufigen Absätzen will Wiesmann im Jubiläumsjahr wieder mächtig Gas geben und 180 Fahrzeuge verkaufen. Parallel soll die Entwicklung eines neuen Einstiegsmodells für den 2012 eingestellten Roadster MF3 beginnen.

Mit dem auf 25 Exemplare limitierten GT MF4-CS präsentierte Wiesmann Anfang des Jahres auf dem Autosalon in Genf einen besonderen Leckerbissen für Trackday-Enthusiasten. Dafür unterzogen die Ingenieure den bereits puristischen GT MF4-S nochmals einer Leichtbau-Diät. "Statt GFK verbauen wir jetzt ein Dach aus CFK., erklärt CS-Projektleiter Martin Steinbach. Das beim italienischen Spezialisten Touring Superleggera gefertigte Kohlefaser-Dach spart zehn Kilo gegenüber der normalen GFK-Version. Für Zahlenfetischisten weitere Details, wie sich der Clubsport-Wiesmann auf 1:320 Kilo runterhungert: GFK-Schalensitze (minus 16,3 kg), leichtere 19-Zoll-BBS-Räder (minus 14,8 kg), 61- statt 85-Ah-Batterie (minus 4,5 kg), Polycarbonat-Scheiben ab B-Säule (minus 3,4 kg), Wegfall Soundsystem und Klimaanlage (minus 23,7 kg). Dass sich die Gewichtseinsparung nicht auf über 70 Kilo summiert, sondern bei 52,8 Kilo liegt, ist auf die rennstreckenspezifische Sonderausstattung zurückzuführen.

Wiesmann GT MF4-CS mit 50 Kilo Gewichtsersparnis

Hierzu zählen ein Überrollbügel und optional Vier-Punkt-Gurte, ein Feuerlöscher, eine Racelogic Vbox zur Daten- und Videoaufzeichnung sowie ein feuerfester Rennanzug.

Rein in den Overall, raus auf den Nürburgring – nicht nur exklusive Rennstreckenrunden für sport auto mit dem neuen Clubsport-Wiesmann, sondern die ersten Runden für den GT MF4-CS auf einer Rennstrecke überhaupt. "Wir waren bisher nur im Windkanal und bei KW auf dem 7-Post-Fahrdynamikprüfstand. Demnächst folgen die fahrdynamischen Feinabstimmungen in Papenburg, Bilster Berg und auf der Nordschleife", sagt Entwickler Steinbach später.

Wiesmann GT MF4-CS aerodynamisch optimiert

Die Karosserie der neuen Clubsportvariante ist nicht nur 14 Zentimeter breiter als die MF4-Basis, sondern verfügt auch dank des neuen Frontsplitters samt Flaps sowie des verstellbaren Karbon-Heckflügels über eine optimierte Aerodynamik. Mit 0,43 ist der cW-Wert im Vergleich mit dem Topmodell GT MF5 aus dem Supertest 7/2010 (cW: 0,38) zwar deutlich schlechter, dafür glänzt der GT MF4-CS in puncto Auf- und Abtrieb mit der besten aerodynamischen Balance eines Wiesmann-Straßenmodells bisher (Vorderachse bei 200 km/h, GT MF5: 56 kg Auftrieb, GT MF4-CS: 23,5 kg Auftrieb/Hinterachse bei 200 km/h, GT MF5: 6 kg Auftrieb, GT MF4-CS: 16,1 kg Abtrieb).

Querdynamische Vorteile versprechen zudem 19-Zoll-Räder mit Michelin Pilot Sport Cup-Reifen, die aber heute bei Außentemperaturen wie am Polarkreis keine große Lust auf Schnupperrunden verspüren. Trotzdem zeigt der GT MF4-CS mit voll einstellbarem KW-Clubsport-Fahrwerk schon jetzt ein ausbalancierteres Fahrverhalten als seine bisher sehr agil auf Lastwechsel konternden Gecko-Brüder. "Auch für alle anderen Modelle nutzen wir ab sofort KW-Fahrwerke mit komfortabler oder sportlicher Abstimmung je nach Kundenwunsch", beschreibt Steinbach die fahrdynamische Weiterentwicklung der gesamten Wiesmann-Modellpalette.

6.000, 7.000, 8.000 Touren – die aus der Edelstahlabgasanlage trompetende V8-Hymne erfüllt die leeren Sitzschalen von Mercedes-Arena und Co. mit Leben.
Anders als im Basis-MF4 und GT MF5 mit BMW-V8-Biturbo thront in der Clubsport-Version noch der herrlich bissig am Gas hängende Hochdrehzahl-Sauger aus dem bald in Rente gehenden BMW M3. Auch das schnell schaltende Siebengang-DKG passt perfekt zum Clubsport-Ambiente mit Straßenzulassung.
"Der GT MF4-CS wird der fahrdynamischste Wiesmann bis dato sein", verspricht sein Projektleiter zum Schluss. Sobald aus grauer Hölle wieder Grüne Hölle geworden ist, melden wir uns mit ersten Testergebnissen zurück.

Christian Gebhardt
Von am 16. Juli 2013
Heft 05 / 2013
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