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24h-Rennen Nürburgring 2014
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24-Stunden-Nürburgring Projekt 2009: Der BMW M3 GT4 muss auf die Nordschleife abgestimmt werden

Neben der ersten, erfolgreichen Bekanntschaft des neuen BMW M3 GT4 mit der Nordschleife des Nürburgring standen eigentlich auch noch Reifentests auf der Agenda des 24h-Projekts. Diese fielen jedoch den Unbillen des Wetters zum Opfer  

Die Lage beim diesjährigen 24h-Projekt spitzt sich so langsam dramatisch zu. Der Druck wächst stetig und ist auch noch hausgemacht. Seine ersten und wohl auch letzten zwei Testeinsätze im Rahmen des Langstreckenpokals hat der BMW M3 GT4 schon hinter sich gebracht. Mit jeweils Platz eins sowie Rang zwei in der Klasse SP10 haben sich die Beteiligten die Messlatte auch noch selbst hoch gelegt. Und schon liegt der Klassensieg im Fokus des 24h-Rennens.
 
Ein sportlich ehrenhafter Anspruch. Denn lediglich zur Erfüllung des Olympischen Gedankens reißt man schließlich nicht in die Eifel. Der Ehrgeiz ist entfacht. Die Herausforderung ist nicht zu knapp. Zumal noch fraglich ist, mit welchen exakten technischen Eckdaten der seriennahe M3 die Marathonhatz überhaupt in Angriff nehmen darf. Zurzeit tüftelt die Sporthoheit FIA noch am Balance of Performance-System und somit an der Einstufung des potenten Hecktrieblers.

Schwergewichtiger M3 geht auf die Marathonhatz
 
Obgleich bereits beim ersten Lauf am Ring klar war, dass der bajuwarische GT4 nicht gerade als Leichtgewicht an den Start rollt. 70 Kilogramm haben die Verantwortlichen dem Wonneproppen nochmals aufgebrummt. Was die Waage bei der Technischen Abnahme mit einem Leergewicht von 1.509 Kilogramm attestiert. Plus Sprit und Fahrer kommt somit ein stolzes Sümmchen zusammen, das die technischen Komponenten erstmal stemmen müssen.
 
Vor allem auf die Reifen kommt dabei Schwerstarbeit im wahrsten Wortsinn zu. Eine Tatsache, die Michael Bellmann, dem Leiter Motorsport von Partner Dunlop, allerdings kein großes Kopfzerbrechen bereitet. Bellmann sieht sich und die Seinen für die Herausforderung bestens gewappnet, und das Projekt an sich als großen Clou: "In diesem Rahmen entwickeln wir zusammen mit BMW schließlich Reifen für GT4-Fahrer auf der ganzen Welt. Dabei kommt uns die Fahrerkombination bei diesem Projekt sehr zugute. Durch die Mischung aus Profis und Journalisten können wir ein Optimum an Erkenntnissen gewinnen."
 
Optimale Balance steht im Vordergrund
 
Denn bei einem Kundensportprojekt wie diesem steht nicht nur die maximal mögliche Performance im Fokus, sondern auch eine optimale Balance. Ziel ist es, dem Kunden ein umgängliches Paket an die Hand zu geben. Was nützt es, wenn nur der Profi aus der Tourenwagen-WM in der Lage ist, den GT4-Brenner beim heiklen Tanz auf einem schmalen Grat schnell um den Kurs zu wuchten? Gesagt, getan: Die ersten Auftritte am Ring haben gezeigt, dass der Spoiler- und Flügelfreie M3 die Benimmregeln befolgt.
 
"Bei einem Fahrer haben die Abriebsbilder der Reifen gezeigt, dass er die Hinterachse stärker rannimmt. Beim anderen war eine höhere Belastung an der Vorderachse zu diagnostizieren. Das zeigt, dass wir uns im Zentrum der Balance bewegen", resümiert Bellmann zufrieden. Und das, obwohl sich die Rahmenbedingungen aufgrund des kurz vor dem Renn-Debüt angehobenen Fahrzeuggewichts doch drastisch geändert haben.
 
Der wahrlich gewichtige Punkt ist bei der ersten Reifenentwicklung nicht zu unterschätzen. "Unsere Basis sind zunächst Daten zum Fahrzeugkonzept, der Gewichtsverteilung, der Kinematik - eben alles, was den Reifen beeinflusst. Aufgrund dieser Werte greifen wir in unser Magazin und verifizieren, welche vorhandenen Dimensionen und Konstruktionen passen. Mit diesen ausgewählten Spezifikationen erfolgt dann die erste Standortbestimmung auf der Rennstrecke", erläutert Michael Bellmann den Ablauf. Eine für den Laien vermeintlich graue Theorie mit schwarzem Gold, dessen geheime Rezepturen aber in ein schmackhaftes Ergebnis münden: Bei seinem Stapellauf auf trockenem Geläuf legt der Renn-M3 eine ausgewogene Gangart an den Tag.

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Anpassung an die speziellen Anforderungen der Nordschleife
 
Auch die modifizierte DSC-Abstimmung zeigt sich für die speziellen Anforderungen der Nordschleife bestens gewappnet. In langsamen Passagen geben die gelockerten elektronischen Zügel dem Heck eine gewisse Freiheit. In schnellen Streckenabschnitten greift das auch komplett deaktivierbare System behutsam ein und trägt dafür Sorge, die Reifen zu schonen. Ein wichtiger Punkt, da sich der GT4-Bolide ausnahmslos auf den mechanischen Grip verlassen muss. Flugplatz, Schwedenkreuz, Pflanzgarten - bar jeglicher aerodynamischer Hilfsmittel werden die heiklen Highspeed- Ecken erst recht zur Herausforderung. "Das ist für mich schon etwas ungewohnt und ein gutes Stück Arbeit, aber macht gerade deswegen einen riesigen Spaß", grinst BMW-Stammfahrer Jörg Müller nach seiner ersten Erfahrung im neuen Kundensportler.
 
Trotz aller Fahrfreude ist das auferlegte Gewicht aber nicht zu leugnen. Es zerrt bei jeder Bremsattacke in Richtung Auslaufzone, drückt in jeder Biegung Richtung Kurvenaußenrand. Aber wehe es geht auf die nächste Gerade. Dann spielt der bärige V8-Treibsatz sein ganzes Können aus. Stampft mit Wucht und Wonne die Steigung im Kesselchen hoch. Hämmert mit über 8.000 Umdrehungen auf der Döttinger Höhe entlang und bringt seinen Lenker plötzlich zu der Erkenntnis, dass sich am Ende der Gerade nun doch eine ernst zu nehmende Kurve anbahnt - bei Vollgas, ohne Downforce und gut 270 Sachen auf der Uhr.
 
Ob dem beim 24h-Rennen schlussendlich auch so sein wird, liegt noch in den Händen der FIA. Denn neben dem Ballastgewicht droht dem M3 womöglich noch eine Leistungsbeschneidung um zehn Prozent. Für den zweiten Testeinsatz, bei dem auch der dreifache Tourenwagen- Weltmeister Andy Priaulx erste Bekanntschaft schließt, wäre das Leistungsdefizit zweifellos zu verkraften gewesen. Bei widrigen, regnerischen Wetterbedingungen spielen 40 PS mehr oder weniger wohl nicht die große Rolle. Bei Temperaturen von sieben Grad Celsius wächst vielmehr die Erkenntnis, dass weniger der Leistung als der Abstimmung des DSC noch etwas mehr Hingabe zuteil werden könnte.
 
Der BMW GT4-M3 ist nicht spielerisch zu handhaben
 
Wenn gestandene Tourenwagen-Recken und wettergeprüfte Kanalinsel-Bewohner von einem anspruchsvollen Fahrverhalten künden, darf es als verbrieft gelten, dass der BMW GT4-M3 auf der nassen Nordschleife nicht nur spielerisch zu handhaben ist. Trotzdem festigt sich nach zwei Testläufen die Erkenntnis: Das 24h-Projekt biegt gut gerüstet auf die Zielgerade ein. Das Fahrer-Quartett kündet unisono von einem freudigen ersten Eindruck. Nur ein paar Kleinigkeiten schreiben sie auf die To-do-Liste für BMW Motorsport und das Einsatzteam von Schubert Motorsport: Die einen monieren eine etwas zu nahe ans Lenkrad gerückte Sitzposition, die anderen die Stellung der Fußstütze. Und auch die Position der Außenspiegel scheint für die Langstreckenschlacht noch nicht ganz optimal zu sein. Das war’s.

Weitere Testeinsätze sind nötig
 
Obgleich Michael Bellmann noch auf einen weiteren Testeinsatz drängt: "Durch die Wetterverhältnisse beim zweiten Lauf der VLN konnten wir zwar gute Erfahrungen mit den Regenreifen sammeln, unsere Neukonstruktionen der Slicks blieben aber dementsprechend in der Box." Ein paar Testkilometer wird sich der BMW also noch gefallen lassen müssen, um sich bestmöglich gewappnet in die Schlacht zu stürzen. Bellmann präzisiert: "Im Vergleich zu unserer ersten Konstruktion haben wir die Steifigkeit der Hinterreifen noch etwas erhöht, ohne die positiven Eigenschaften zu verlieren. Und auch bei der Laufflächenmischung haben wir noch nachgelegt.
 
Unser Ziel ist schließlich, eine maximale Performance über den Zeitraum eines vollen Stints zu liefern." Somit scheint es aus technischer Sicht also keine Ausreden mehr zu geben. Die restlichen Geschicke liegen bei den Fahrern, dem Einsatzteam und angesichts von 24 unberechenbaren Stunden zu großen Teilen auch am Rennglück.

24h-Rennen Nürburgring 2009
Überblick Allgemein
Spannungsgarantie beim Saisonhöhepunkt
Zeitplan und Starterliste
Analyse der Reglementänderungen 2009
Bisherige Sieger des 24h-Rennens
Die Höhepunkte 2009 in Bildern
Freies Training
1. Zeittraining
2. Zeittraining
Top 20 der Startaufstellung
Rennbericht 16 bis 17 Uhr
Rennbericht 17 bis 19 Uhr
Rennbericht 19 bis 21 Uhr
Rennbericht 21 bis 23 Uhr
Rennbericht 23 bis 7 Uhr
Rennbericht 7 bis 9 Uhr
Rennbericht 9 bis 11 Uhr
Rennbericht 11 bis 13 Uhr
Rennbericht 13 bis 15 Uhr
Rennbericht 15 bis 16 Uhr
Titelverteidiger siegt erneut
Rekord-Stunden am Ring
Rennanalyse & Klassen-Sieger
Alles über das Motor Presse Team
Vorstellung der acht Piloten
Freies Training
1. Zeittraining
2. Zeittraining
Stimmen vor dem Start
Probleme beim Motor Presse-Team
Status um Mitternacht
Nach der Nacht: Technische Probleme kosten wertvolle Zeit
Durchhalte-Parolen in der Schlussphase
Stimmen im Ziel
Alles über das sport auto 24h-Projekt
Vorstellung des BMW M3 GT4
Erste Ausfahrt mit dem V8-Renner
Abstimmungsfahrt auf der Nordschleife
Endspurt vor dem Rennen
Donnerstagstraining mit neuem Einsatzfahrzeug
Qualifying ermöglicht Traumstart
Blick auf die Startvorbereitungen
Drama um den BMW M3 GT4
Zielankunft trotz Probleme
BMW M3 GT4 setzt Kundensport-Tradition fort
Abschluss-Besprechung
DriftChallenge auf dem Ring
Die Fans an der Strecke
Die Girls aus der Box
Umfrage Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist ...
Jochen Übler

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Heft 05/2009
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