Alfa Romeo-Historie: Von der Giulietta bis zum 8C Spider

Alfa 159

Alfa Romeo produziert seit nahezu einem Jahrhundert Automobile mit Leidenschaft und Emotion. Gegründet in Mailand, gehört die ehemalige Società Anonima Lombarda Fabricia Automobili (A.L.F.A.) nun zur Fiat-Group mit Sitz in Turin.

Seinen Ursprung hat das Traditionsunternehmen im italienischen Portello, im Nordwesten Mailands, wo der französische Autopionier Alexandre Darracq 1906 eine Automobilfabrik gründete. Die ersten echten Alfa-Modelle verließen jedoch erst 1910 die Werkshallen in Portello, nachdem Darracqs Geschäft in die Brüche ging und lombardische Geschäftsleute unter dem Namen Società "Anonima Lombarda Fabbrica Automobili" - kurz Alfa - ihre eigenen Automobile vermarkteten.

Erstes Modell: Der Alfa 24 HP mit 42 PS

Aus den vielen sportlichen Erfolgen bei der Mille Miglia und der Targa Florio entstanden in der Folgezeit auch zahlreiche sportliche Modelle, die meist auch zu erschwinglichen Preisen angeboten wurden. Das erste Alfa-Modell, der 24 HP aus dem Jahre 1910 erreichte dank seines 42 PS starken Vierliter-Vierzylinders die für seine Zeit fantastische Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Ihm folgte drei Jahre später der 40-60 HP, der einen 6,0-Liter-Vierzylinder mit oben-liegenden Ventilen unter der Haube hatte. Die Übernahme durch die Rüstungsgesellschaft Nicola Romeo & Co 1915 brachte Alfa dann den Beinamen Romeo ein, der ab 1920 dann offizieller Markenname wurde. 1922 präsentierte der Mailänder Hersteller im neuen Alfa Romeo RL seinen ersten Sechszylinder - ein Reihenmotor mit drei Liter Hubraum und 56 PS. Der Sechszylinder war auch der Namensgeber für die in den 30er Jahren herausgebrachten Modelle 6C 1900 und 6C 2300. Von der Weltwirtschaftskrise hart getroffen wurde Alfa Romeo 1933 vom italienischen Staat übernommen.

Von der Manufaktur zum Serienhersteller

Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Automobilunternehmen Alfa Romeo immer mehr von der Manufaktur hin zum Serienhersteller: Der Nobel-Limousine 1900 aus dem Jahr 1950 folgten zahlreiche Coupé- und Cabrio-Versionen, wenig später auch die kleineren Giulietta-Modelle (ab 1954) und die neue Sportlimousine Giulia (ab 1962). Letztere wird auch in zahlreichen Varianten vom Giulia Sprint GT über den Junior Zagato bis hin zur Giulia Sprint GTA mit Aluminium-Karosserie angeboten. In die Fußstapfen des 1900 trat 1958 der Alfa Romeo 2000 - ein Oberklasse-Auto, das in verschiedenen Karosserievarianten vom Berlina bis zum Spider erhältlich war.

Alfa Romeo Spider: der Cabrio-Klassiker

Weitere Klassiker sollten folgen: 1966 feiert der legendäre Alfa Spider sein Debüt. Zudem brachte Alfa mit dem Montreal einen weiteren zweisitzigen Sportwagen mit V8-Motor auf den Markt. Mit dem Alfasud hatte Alfa Romeo ab 1972 wieder ein Kompakt-Modell im Portfolio. Die Limousine wurde bis 1983 gebaut, das Coupé sogar bis 1986. Dazwischen, im Jahr 1985 debütierte mit dem Alfa 75 eine neue Mittelklasse-Limousine, dessen Name auf das 75. Firmenjubiläum hinwies - für viele Alfisti der letzte echte Alfa (mit Heckantrieb). Sein Nachfolger, der 155, vollzog auch in diesem Segment die Umstellung von Heck- auf Frontantrieb.

Zunehmende Qualitätsprobleme und die wachsende Unzufriedenheit der Kunden führten in den 80er-Jahren zu einer wirtschaftlichen Krise bei Alfa Romeo. Schließlich wurde der italienische Autobauer 1986 vom Staat an den privaten Fiat-Konzern verkauft, wo er seitdem als unselbstständige Geschäftseinheit geführt wird.

Alfa Romeo seit 1986 Teil des Fiat-Konzerns

Unter dem Dach von Fiat will Alfa auch in Zukunft weiter sportlich-ambitioniert zu Werke gehen: Mit der neuen Multi-Air-Technologie bringt Alfa Romeo im 100. Jahr seiner Firmengeschichte eine neue Ventilsteuerung auf den Markt. Zunächst soll sie im Alfa Romeo Mito, später auch in anderen Modellen verfügbar sein und die Benzinmotoren künftig noch sparsamer machen. Das "Non plus Ultra" im Alfa Romeo-Programm stellen momentan aber zweifelsohne der Alfa Romeo 8C Competizione und die offene Variante Alfa Romeo 8C Spider dar.

Alfa war zweimal F1-Weltmeister

Die Highlights im Motorsport waren zweifelsohne die Formel 1-WM-Titel in den Jahren 1950 und 1951, die mit Giuseppe Farina und Juan Manuel Fangio eingefahren wurden. Von 1976 bis 1979 trat Alfa dann als Motorenlieferant für Brabham an, zwischen 1976 und 1979 engagierten sich die Italiener mit einem eigenen Werksteam erneut in der Formel 1.

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Ralf Bücheler

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