Alles über Autowinter 2012
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Alles über Winterreifen: Darum sind Winterpneus notwendig

Wer auf Winterpneus verzichtet, spart am falschen Ende. Autos mit Sommerreifen stoßen in der kalten Jahreszeit schnell an ihre Grenzen.

Der Winter ist wieder das, was er einmal war. Sowohl 2010 als auch 2011 zeigte er sich von seiner kalten und schneereichen Seite. Das ist keine Übertreibung; ein Blick in die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes macht das deutlich. Allein im letzten Jahr gab es an 83 Tagen Frost – mit anderen Worten: Fast drei Monate lang lagen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Schneereich war der Winter obendrein; die weiße Pracht bedeckte die gesamte Bundesrepublik im Schnitt drei Wochen lang. Das sollte auch den letzten Winterreifen-Muffel davon überzeugen, dass das Aufziehen der Pneus während der kalten Jahreszeit wichtig ist.

Zwar verrichten Sommerreifen bis knapp über den Gefrierpunkt in Sachen Fahreigenschaften und Bremsverhalten noch gute Arbeit, doch sobald schon leichte Fahrbahnglätte ins Spiel kommt, werden sie zum Sicherheitsrisiko. Diese Witterungsbedingungen sind selbst in milden Wintern oft vorzufinden. Die Initiative Pro Winterreifen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) schätzt, dass Autofahrer im Schnitt an 45 Tagen mit Frost rechnen müssen. Somit sollte man auf Winterreifen nie verzichten. Setzt Schneefall ein, sind sie den Kollegen für die warme Zeit sogar haushoch überlegen – was schon beim Bremsen deutlich wird. So hat ein Auto mit Winterreifen im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Sommerpneus in der weißen Pracht einen etwa 20 Prozent kürzeren Bremsweg, bis es zum Stehen kommt. Zudem baut die Haftung ab. Je kälter es wird, desto mehr verhärtet das Gummi der Sommerreifen. Der Kraftschluss zur Fahrbahn vermindert sich spürbar, und das Unfallrisiko steigt. High-Tech-Systeme wie ESP oder ABS können diese Tatsache nur wenig kompensieren.

Zudem gilt es zu beachten, dass mittlerweile geeignete Reifen für die kalte Jahreszeit vorgeschrieben sind. Sie müssen bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch oder Reifglätte montiert sein. Wer die Regelung missachtet und erwischt wird, hat ein Bußgeld von 40 Euro zu zahlen – bei Verkehrsbehinderung sind es 80 Euro und ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Es gibt noch eine Alternative in Form von Ganzjahresreifen. Gute Vertreter dieser Gattung bieten auch auf Schnee akzeptable Fahreigenschaften, wie auto motor und sport-Tests beweisen. Wer keine schweren Winter-Bedingungen zu erwarten hat, kann problemlos auf sie zurückgreifen. Dennoch: An die Fähigkeiten der wirklich guten Winterreifen kommen sie nicht heran. Somit sollten Autofahrer, die sich auf die Reise in Wintersportgebiete machen wollen, mit dieser Wahl vorsichtig sein.

Auch Besitzer von Fahrzeugen mit Allradantrieb dürfen auf Winterreifen nicht verzichten. Denn die Technik allein bringt sie nicht sicher durch den Winter. Schließlich bleiben die Grenzen der Physik bestehen. Mit anderen Worten: Mag die Traktion des Vierradantriebs für den Vortrieb auf schneebedeckten Straßen noch ausreichen, so steht ein SUV mit Sommerreifen auf verlorenem Posten beim Bremsen auf glatter Straße. Allein schon deshalb brauchen auch die Offroader Winterreifen. Doch Vorsicht: Vor allem Besitzer dieser Fahrzeuge, aber auch Halter von herkömmlichen Autos dürfen beim Kauf von Winterreifen nicht nur dem M+S-Symbol (Matsch und Schnee) auf den Pneus vertrauen. Eine Garantie für die spezielle Eignung ist es nicht. Die Markierung war zuletzt auch auf Reifen mit eingeschränkter Wintertauglichkeit zu finden. Erst die M+S-Markierung in Verbindung mit dem Schneeflocken-Symbol zeichnet ein Rad als echten Spezialisten für die kalte Jahreszeit aus.

Bleibt nur noch die Frage, in welchem Zeitraum die Winterreifen Saison haben. Eine Faustregel, die sich bewährt hat, lautet: von O bis O – von Oktober bis Ostern. Das heißt: Wer noch keine Wintergummis hat, sollte sich jetzt darum bemühen. Schließlich sind Eis und Frost nicht mehr fern. Bekanntlich kurbelt das die Nachfrage nach den speziellen Pneus vielerorts stark an. Und das kann zu Lieferengpässen im Fachhandel führen, befürchten die Experten jedes Jahr aufs Neue. Grundsätzlich dürfen Fahrzeugbesitzer bei der Umrüstung zu den gleichen Formaten wie im Sommer greifen.

Wer Geld sparen will, hat häufig auch die Möglichkeit, kleinere Größen zu verwenden. Selbst verschiedene Breitreifen-Ausführungen bietet der Fachhandel an. Man kann ohne Bedenken zu diesen Pneus greifen, denn die Breitreifen wurden an die Bedingungen der kalten Jahreszeit angepasst. Sie bieten durch ihre große Aufstandsfläche sowohl gute Traktion als auch Seitenführung.

Wintertage in Deutschland 2011
Bundesland Eistage 2011* Frosttage 2011**
Hamburg 11 69
Bremen 7 59
Berlin 12 72
Schleswig-Holstein 13 68
Niedersachsen 10 67
Nordrhein-Westfalen 6 61
Rheinland-Pfalz 10 70
Saarland 7 64
Baden-Württemberg 16 91
Hessen 13 84
Bayern 22 107
Mecklenburg-Vorpommern 15 74
Brandenburg 13 83
Sachsen-Anhalt 13 83
Sachsen 19 93
Thüringen 19 96
Henning Busse

Datum

1. Oktober 2012
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