Bevor der Newcomer sich im kommenden Monat im Rahmen der offiziellen Fahrpräsentation dem Urteil der Fach-, Tages- und Lifestyle-Presse stellen wird, durfte sport auto dem serienmäßig allradgetriebenen 2+2-Sitzer vorab schon einmal unter das knapp geschnittene schwarze Blechkleid schauen. Beim Tagestermin im Forum der in Neckarsulm beheimateten Quattro GmbH waren neben Chef-Entwickler Stephan Reil auch der bei der sportlichen Tochter für die Antriebsentwicklung verantwortlich zeichnende Ingenieur Michael Ganz und Dr. Joachim Böhme, Leiter der Entwicklung Grundmotor Reihenottomotoren bei der Audi AG, zugegen.
Mit dem kompaktesten Motor seiner Bauart
Für das motorenseitige menschliche Doppelpack gibt es einen guten Grund: Basiert doch der im neuen TT-Topmodell für fulminanten Vortrieb sorgende 2,5-Liter-Turbo-Direkteinspritzer in seinen Grundfesten auf einem im mexikanischen Puebla für den nordamerikanischen Markt gefertigen Großserien-Saugmotor. Im VW Jetta mobilisiert der Reihen-Fünfzylinder 125 kW, also exakt die Hälfte der Leistung eines TT RS.
Der R5-2,5-Liter-MPI-Saugmotor - so die interne Bezeichnung - stellt deshalb die ideale Basis, weil er mit dem bei Audi-Reihenmotoren traditionellen Zylinderabstand von 88 Millimetern extrem kurz baut. Letzteres ist bei Quermotoren mit mehr als vier Zylindern eminent wichtig, weil der Motor-Getriebe-Verbund zwischen die Längsträger im Vorderwagen passen muss.
"Aufgrund der versetzt angeordneten zweiten Steuertriebs- und Riemenspur ist der R5-TFSI von Audi der kompakteste am Markt befindliche Motor seiner Bauart", so Motorenentwickler Böhme stolz. In Fahrzeuglängsrichtung wurde die Antriebseinheit unter anderem um einen Abgasturbolader, einen Ladeluftkühler und eine adäquate Ladeluftstrecke erweitert. Das höchst appetitlich angerichtete, von einer leuchtend roten Zylinderkopfabdeckung ins rechte Licht gerückte Ganze lässt Sportfahrerherzen schon im Ruhezustand höher schlagen.
Audi TT RS auf dem Niveau des Audi R8 5.2 FSI
Gepaart mit einem knackig zu schaltenden Sechsganggetriebe (die aktuelle Direktschaltgetriebe-Generation verkraftet das massige, zwischen 1.600 und 5.300 Touren parat stehende Drehmoment von 450 Newtonmeter nicht), rund 1.450 Kilo Fahrzeuggewicht und einem solide abgestimmten, konventionellen Sportfahrwerk mit erstaunlich viel Restkomfort sollen die 340 PS des TT RS für einen 0-100-Sprint binnen 4,6 Sekunden und 280 km/h Top-Speed gut sein.
Damit wäre das kleine Coupé dem mit zehn Zylindern gesegneten Großen (Audi R8 5.2 FSI Quattro) dicht auf den Fersen. Die Performance des bislang in der kleinen Coupé-Baureihe tonangebenden TTS und einer von Raeder Motorsport scharf gemachten Tuning-Version auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim lässt für den Audi TT RS auch auf der Strecke einiges erwarten.
Kandidat für das 24h-Rennen am Nürburgring 2010
Dies gilt umso mehr, als die Quattro GmbH ihr TT-Topmodell als "uneingeschränkt Semislick-tauglich" klassifiziert. Probleme mit der Ölversorgung stünden aufgrund der dann möglichen höheren Querbeschleunigung nicht zu fürchten. "Ich gehe fest davon aus, dass beim 24h-Rennen 2010 etliche Audi TT RS am Start sein werden. Das Auto passt perfekt in die SP 5", kommentiert Chef-Entwickler Reil die Qualitäten des Novizen - und nährt damit unsere Hoffnung, dass wir dem betörenden Klang des R5-Turbo-TT in Zukunft nicht nur auf öffentlichen Straßen hingebungsvoll lauschen dürfen.





