Bentley Continental Supersports: Extremer Leistungssportler mit Zwölfzylinder

Bentley wirbt für den Continental Supersports mit den Slogan: Er ist stärker und schneller als alle bisherigen Modelle. Dafür wurde das Coupé einer extremen Gewichtsreduktion unterzogen und mit einem bärenstarken Zwölfzylinderbestückt.

Stärker als alle Bentley-Modelle zuvor ist der neue Supersports in jedem Fall. Gegenüber den 610 PS des "normalen" Continental wirft der Brite nun 630 Pferdestärken und ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmeter in die Waagschale. Die Mehrleistung geht auf das Konto eines erhöhten Ladedrucks der beiden Turbolader sowie einer optimierten Kühlung des 6,0-Liter W12-Triebwerks. Daraus resultiert, dass auch das zweite von Bentley versprochene Kriterium, die erhöhte Schnelligkeit erfüllt ist.

Zweifler können nonchalant durch nüchterne Zahlen ruhig gestellt werden: Den Standardsprint aus dem Stand auf Tempo 100 soll der Continental Supersports in nur 3,9 Sekunden bewältigen. Hier nimmt er dem Continental GT Speed 0,6 Sekunden ab, dem GT sogar eine knappe Sekunde. Auch in Sachen Höchstgeschwindigkeit legt der Supersports eine Schippe nach und gibt sich erst bei 329 km/h den Fahrtwiderständen geschlagen.

Einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Grundschnelligkeit leistet die deutliche Reduzierung des Gewichts - wir erinnern uns an den dritten Wesenszug des Neuen. Der Supersports hat im Vergleich zum Continental GT nämlich um ganze 110 Kilogramm abgespeckt. Er verzichtet auf eine zweite Sitzreihe, die beiden Vordersitze sind um 45 Kilogramm leichter. Weitere Pfunde spart der Brite bei den speziellen 20-Zöllern, dem modifizierten Chassis und den Karbonbremsen.

Standfeste Keramikbremsen

Das vierte Bentley-Versprechen, die erhöhte Agilität, soll zusätzlich durch das modifizierte Fahrwerk und die veränderte Verteilung des Drehmoments zwischen den beiden angetriebenen Achsen erfüllt werden. Dabei verteilt der Allradantrieb 40 Prozent der Antriebskräfte auf die Vorderachse, während die 275er-Hinterreifen mit 60 Prozent versorgt werden. Die Sechsgang-Automatik soll nun mit um 50 Prozent schnelleren Schaltzeiten und einem besseren Ansprechverhalten glänzen. Beim Runterschalten sollen automatische Zwischengas-Stöße das Schleppmoment des Motors reduzieren und gleichzeitig beim Fahrer für gesteigerten Hörgenuss sorgen.

Auch das ESP hat Bentley den gesteigerten Fahrdynamik-Anprüchen angepasst. Es soll dem Fahrer jetzt größere Freiheiten gewähren. Durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder bei Kurvenmanövern soll zudem die Agilität weiter gesteigert werden. Nach einem ESP-Eingriff soll die volle Motorleistung beim Continental Supersports jetzt schneller zur Verfügung stehen.

Die neuen Keramikbremsen reduzieren die ungefederten Massen um 20 Kilogramm und sollen sich zudem durch einen genaueren Druckpunkt und Standfestigkeit auszeichnen. Die 420 Millimeter-Scheiben werden von einer Achtkolben-Anlage in die Zange genommen. Bentley verspricht, dass auch beim Einsatz auf der Rennstrecke stets die volle Bremsleistung zur Verfügung stehen soll.

Der grüne Bentley

Der Continental Supersports ist der erste Bentley, der mit Biosprit (E85) betrieben werden kann. Auf diese Weise wollen die Briten ihr fünftes Verprechen einlösen und den Supersports zum "grünsten" Bentley aller Zeiten machen. Die CO2-Gesamtbilanz soll sich damit um bis zu 70 Prozent verbessern. Bis 2012 will Bentley all seine Modelle mit Biosprit-kompatiblen Motoren ausrüsten.

Äußerlich gibt sich der Continental Supersports an der veränderten Front mit neu eingefassten Scheinwerfern, neuem Kühlergrill und zusätzlichen Kühlluftöffnungen zu erkennen. Auch die 20-Zoll-Felgen bleiben exklusiv dem Supersports vorbehalten.

Zum voraussichtlichen Preis macht Bentley noch keine Angaben. Die Einlösung all dieser Versprechen dürften sich die Briten jedoch Einiges kosten lassen.

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Manuel Dohr

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