Lotus Elan auf dem Pariser Autosalon 2010: Alltags-Renner mit Hybridantrieb

Lotus Elan Paris 2010

Lotus lässt den Elan auferstehen. Auf dem Mondial de l'Automobile in Paris präsentiert der Sportwagenhersteller einen 450 PS starken Sportwagen, der optional über das aus der Formel 1 bekannte Hybridysystem KERS verfügt. Der 310 km/h schnelle Alltags-Renner soll 2013 debütieren.

Lotus Elan, dieser Name erblickte im Jahr 1962 erstmals das Licht der Autowelt. Damals erfreute die Sportwagenschmiede von Leichtbau-Fetischist Colin Chapman Sportwagenfahrer mit einem Roadster, von dem es später auch ein Coupé und mit dem Elan +2 einen 2+2-Sitzer mit verlängertem Radstand gab.

450 PS treffen auf knapp 1.300 Kilogramm

Jetzt präsentiert Lotus den Elan als Studie auf dem Pariser Autosalon 2010. Die Briten versprechen, dass dem neuen Elan die perfekte Symbiose aus Sportwagen und Alltagsfahrzeug gelingen soll. Der Mittelmotor-Sportler wird von einem 4,0-Liter-V6 angetrieben, der dank Kompressoraufladung bis zu 450 PS mobilisieren soll. Mit einem Leergewicht von 1.295 Kilogramm hätte der neue Elan bei Leichtbau-Fan Colin Chapman jedoch nicht gerade Begeisterungsstürme hervorgerufen. Zum Vergleich: Die erste Generation des Lotus Elan brachte gerade einmal 680 Kilo auf die Waage.

Auch wenn der neue Lotus Elan erst im Herbst 2013 auf den Markt kommen soll: Die angekündigten Fahrwerte dürften Sportwagenfans schon heute dazu verleiten, das Rauchen und andere kostspielige Laster aufzugeben und stattdessen monatliche Rücklagen zu bilden, um in drei Jahren die nötigen 75.000 Pfund (ca. 87.210 Euro) nach Norfolk überweisen zu können. Denn der Elan soll den Spurt auf Tempo 100 in nur 3,5 Sekunden bewältigen. Die Höchstgeschwindigkeit beziffert Lotus auf 310 km/h.

KERS-System für den neuen Lotus Elan

Das Besondere: Optional bietet Lotus das aus der Formel 1 bekannte KERS-Hybridsystem an. Damit soll der Hecktriebler lediglich 199 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren.

Mit dem neuen Lotus Elan will die englische Sportwagenschmiede nicht nur die Rennstrecken-Touristen erreichen. Der Clou der neuen Lotus-Allzweckwaffe ist seine Praktikabilität. Auf Wunsch bietet Lotus den Elan, der als Zweisitzer konzipiert ist, mit zwei zusätzlichen Plätzen im Fond an. Somit können auch Familienväter mit Kleinkindern dem Familienrat ein gewichtiges Kaufargument für das "Rassepferd" vorbringen, als das Lotus den Elan schon heute bezeichnet. "Der Lotus Elan bietet Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie vermisst hat", verspricht Lotus-Chef Dany Bahar vollmundig.

Karbon, Leder und digitaler Tacho im Innenraum

Zumindest beim Design kann man Lotus nur schwer widersprechen. Die Front des Elan erinnert an eine Mischung aus Audi R8 und Lamborghini Gallardo. Das ausladende Heck, das ohne separaten Heckflügel auskommt, hat mit seinen schmalen Rücklichtern, dem großen Diffusor und den abgewinkelten Auspuffrohren eine ganz eigene aggressive Linie.

Im Innenraum herrscht dank Karbon- und Lederelementen sportliche Sachlichkeit. Das Siebengang-Direktschaltgetriebe lässt sich per Schalt-Paddel bedienen. Statt eines konventionellen Tachos prangt ein großer Bildschirm mit den wichtigsten Anzeigen hinter dem Lenkrad.

Lotus Elan debütierte bereits 1962

Der neue Elan, der 2013 debütieren wird, kann bereits auf zwei Vorgänger zurückblicken. 680 Kilogramm wog das erste Modell, das 1962 als Leichtbau-Renner vom Band lief. Es war der erste Lotus, der über eine Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff und einen Stahlrahmen verfügte. Der Elan der ersten Stunde wurde von einem nur 1,6 Liter großen Motor mit 128 PS angetrieben und entwickelte sich schnell zum Erfolgs-Renner. Er lief bis 1973 vom Band.

Erster Lotus mit Frontantrieb

Im Jahr 1990 folgte dann die Neuauflage: Den Lotus Elan Type 100 trieb wie bereits seinen Vorgänger ein 1,6-Liter-Motor an, der jedoch auf Wunsch über einen Turbolader verfügte. Die 162 PS beschleunigten den Roadster in 6,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, in der schwächeren Version ohne Turbolader mobilisierte der Isuzu-Motor 129 PS. Lotus-untypisch verfügte der neue Elan als erster Lotus über Frontantrieb. 1992 wurde die Produktion eingestellt, allerdings liefen zwischen Juni 1994 und September 1995 noch 800 Exemplare vom Band. Der S2 verfügte über einige Detailverbesserungen. 1995 kaufte dann Kia sämtliche Lizenzen am Lotus Elan und baute den Roadster noch bis zum Jahr 1999 als Kia Elan.

Sportwagen auf dem Autosalon Paris 2010
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Manuel Dohr/Tobias Grüner

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