Sondermodell Nissan GT-R Egoist: Maßanfertigung für 180.000 Euro

Nissan GT-R Egoist

Der Nissan GT-R Egoist ist etwas für Individualisten: Das Sondermodell wird auf Bestellung angefertigt und für den Fahrer maßgeschneidert. Im Fokus steht die exklusive Gestaltung des Interieurs. Der Egoist basiert auf dem 2011er-Modell und schickt 530 PS an alle vier Räder.

An Egoisten mangelt es in der viel gescholtenen Ellenbogengesellschaft wahrlich nicht. Menschen, für die vor allem eines im Fokus steht: die Realisierung ihrer eigenen Ziele. Ihr Motto: Den eigenen Kopf durchsetzen, koste es was es wolle. Nissan überträgt diese Charaktereigenschaft nun auf seinen Sportwagen GT-R - und ist überzeugt davon, dass der Nissan GT-R Egoist ausreichend Käufer finden wird, die bei der Gestaltung des eigenen Automobils ihren Kopf durchsetzen wollen. Koste es was es wolle. Dementsprechend entwarf der geistige "Vater" des Nissan GT-R, Chefentwickler Kazutoshi Mizuno, den GT-R Egoist ohne Rücksicht auf die Kosten.

Nissan GT-R Egoist basiert auf dem 2011er-Modell

Neben einem gesunden Selbstvertrauen sollte die avisierte Klientel somit auch ein prall gefülltes Bankkonto vorweisen können. Denn Individualität hatte bekanntlich schon immer ihren Preis. 180.000 Euro sind es im Falle des Nissan GT-R Egoist. Doppelt so viel wie die 90.900 Euro Basisversion. Ein egoistisch kalkulierter Aufschlag von 100 Prozent. Der Gegenwert? Ein auf den Fahrer maßgeschneiderter Sportwagen auf Basis des aktuellen 2011er Modelljahrgangs.

Der von zwei Turboladern unter Druck gesetzte 3,8-Liter-V6 leistet 530 PS und maximal 612 Nm. Außerdem verfügt der Nissan GT-R des Modelljahres 2011 nun über eine optimierte Aerodynamik, die ihm zehn Prozent mehr Abtrieb verleihen soll. An der Vorderachse kommen größere Scheiben zum Einsatz, neue, speziell für den GT-R entwickelte Dunlop-Reifen sollen für besseren Grip sorgen. Auch das Fahrwerk wurde im Zuge der Modellpflege überarbeitet. Es soll sich durch eine nochmals gesteigerter Agilität bei gleichzeitig optimiertem Abrollkomfort auszeichnen.

Exklusives Lederinterieur im GT-R Egoist

Doch all das bekommt auch der Käufer eines normalen GT-R bereits serienmäßig. Wo stecken also die 90.000 Euro Aufpreis für den Nissan GT-R Egoist? Hauptsächlich sind sie in Form edelster Materialien im Innenraum des Nippon-Sportlers verbaut. Das Cockpit wird komplett mit Leder von Rindern ausgekleidet, die auf bayrischen Wiesen bis zum Tag X ein unbeschwertes Leben führen dürfen. Stacheldraht ist auf den grünen Weiden natürlich ein rotes Tuch, denn die Haut soll frei von Makeln sein, wenn sie jedes Innenraumteil des Nissan GT-R Egoist umspannt. Pro Fahrzeug müssen 15 Rinder als "Organspender" herhalten.

Nicht nur die Sitze des Nissan GT-R Egoist werden beim bayrischen Spezialisten Seton mit Leder bezogen, sondern auch Gurtschlösser, A- und B-Säulen, die Einfassung der Mittelkonsole, der Kardantunnel, ja sogar die Türschweller und die Innenseiten der Getränkehalter. Allein dieser Prozess dauert zwei Monate. Bei der Farbgestaltung seines ganz persönlichen Innenraumes hat der Kunde die Qual der Wahl: 84 Farbkompositionen und 20 Ledersorten sind frei konfigurierbar.

Lenkrademblem des Nissan GT-R Egoist als Kunstwerk

Doch damit nicht genug. Die Soundanlage des GT-R Egoist wird anhand der Körpermaße des Käufers in optimaler Position montiert. Für das Lenkrademblem des Nissan GT-R Egoist haben sich die Japaner etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Aus dem GT-R-Symbol wird in dreitägiger Handarbeit dank der rund 6.000 Jahre alten japanischen Lackkunst Urushi ein Kunstwerk. Kuboto-san zeichnet für jedes GT-R Emblem des Egoist verantwortlich. Der Japaner zählt zu den wenigen Handwerkern, die diese staatlich zertifizierte Kunst noch ausüben dürfen.

In 3,05 Sekunden auf Tempo 100

Auch hinsichtlich der Fahrleistungen ist der Nissan GT-R Egoist etwas für wahre Egoisten, die immer die eigene Nase vor allen anderen haben möchten. Laut Nissan soll der 530 PS-Renner in gerade einmal 3,05 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 spurten (Nissan GT-R 2011: schneller als ein Porsche), wenn der Fahrer den so genannten R-Modus anwählt. Die Gänge werden von dem bekannten Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe sortiert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 315 km/h.

Von außen präsentiert sich der Nissan GT-R Egoist hingegen eher zurückhaltend. Erkennbar ist das in weiten Teilen in Handarbeit gefertigte Sondermodell lediglich anhand der Sechsspeichen-Leichtmetallräder, die eine spezielle Lackierung tragen sowie dank des Kohlefaser-Heckflügels. Ein dezentes Signet auf dem Kofferraumdeckel verrät überdies, dass am Steuer dieses Nissan GT-R ein solventer Egoist Platz genommen hat.

Hier lesen Sie, wie sich der Nissan GT-R des Modelljahrgangs 2011 im ersten Nordschleifen-Test bewährt.

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Manuel Dohr

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