24.-25. Mai 2013
Hockenheimring
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Ergebnis sport auto-DriftChallenge 2012: Quertreiber-Battles mit Gummi-Opfer

Atmo DriftChallenge, High Performance Days 2012, Hockenheimring

Wer driften will, braucht Heckantrieb, heiße Reifen und keine Hemmungen. Geradeaus geht's nämlich nur selten, Drifter stehen auf Querbeschleunigung. Bei den sport auto-High Performance Days 2012 traf sich Europas Drift-Elite, um ihren Gummi in den Hockenheimer Asphalt zu brennen.

Driften hat etwas mit Sushi gemeinsam: Beides kommt aus Fernost. In den 80er Jahren kamen japanische Quertreiber bei Tourenwagenrennen drauf, mit der neuen Fahrtechnik Vorteile herausfahren zu können. Die spektakuläre Technik schwappte bald nach USA und Europa über, wo sich immer mehr Fahrer auf das Driften konzentrierten und die pure Kurvenaktion zum Event machten. In Deutschland ist Driften eine junge Motorsport-Variante. 1999 kamen sport auto-Redakteure auf die Idee und organisierten die erste DriftChallenge. Seitdem haben Popularität und Professionalität des sportlichen Querlenkens stetig zugenommen.

Mit Hirn, Hand und Fuß

Für erfolgreiches Driften benötigt man einen Hecktriebler, der für diesen Zweck optimiert wird. Die PS-Zahl ist nicht unbedingt ausschlaggebend für den Erfolg, denn immer noch ist der Fahrer mit Hirn, Hand und Fuß das Entscheidende. Bei der sport auto-DriftChallenge 2012 sind in den Fahrzeugen Motoren mit 170 bis 700 PS verbaut. Die wichtigen Modifikationen sind vor allem der größere Lenkwinkel bei verstärkter Lenkmechanik und die hydraulische Handbremse, die eine gezielte Beeinflussung der Hinterachse ermöglicht. Ohne stabile Rennsitze, Überrollkäfig, Flankengurt und Feuerlöscher ist heute auch kein Fahrzeug mehr unterwegs. Optisch werden die Wagen ordentlich aufgebrezelt und sind bei wachsenden Ansprüchen und hoher Professionalität den Kollegen aus der Rennfraktion durchaus ebenbürtig.

Der Weg zum Erfolg

Bewertet wird nach vier Kriterien:

  • Driftwinkel: Je größer, desto besser
  • Speed: Je höher, desto besser
  • Linie: Je näher an den Clipping Points der Ideallinie, desto besser
  • Stil: Je souveräner und eleganter, desto besser

Im Twinbattle, das am Freitag ausgetragen wurde, wurden die Sieger nach dem Qualifying im K.o.-System ermittelt. Je zwei Fahrer treten gegeneinander an, der vordere gibt die Linie vor und muss vom nachfahrenden Fahrzeug wie das Karnickel vom Hund verfolgt werden. Im Idealfall ergeben sich optisch hammermäßige Momente, wenn die beiden Drifter parallel und absolut synchron den Parcours absolvieren. Kommt als Showeffekt noch viel Qualm und Rauch dazu, ist das i-Tüpfelchen gesetzt. Nur einer hat wenig Freude an der ganzen Sache: der Reifen. Für Training, Qualifying und Battle wurden am Freitag bis zu zwölf Paar Reifen pro Fahrzeug auf der Hinterachse verbraten. Ein neuer Reifensatz ist nach mehreren Durchgängen im wahrsten Sinne des Wortes fix und fertig, das Profil kann man dann mit der Lupe suchen. Optimaler Nachschub eigentlich für die Schutzbegrenzungen am Hockenheimring.

Ein Ehepaar für alle Fälle

Ein ganz besonderes Drift-Team ist das Ehepaar Gräff. Alex schaffte den zweiten Platz bei der DriftChallenge, seine Frau holt aber stetig auf. Nach inzwischen vier Jahren gemeinsamen Trainings ist der Vorsprung des Gatten nicht mehr allzu groß, manchmal nur noch hauchdünn. Das sehr kostspielige Hobby der beiden trägt sich durch Sponsoren immerhin fast von selbst, was auch nötig ist. Alleine am heutigen Tag wurden auf den zwei BMWs der Gräffs 40 Reifen verfeuert. Sehr zur Freude der Fans, denn die nahmen sich signierte Exemplare als Souvenir mit nach Hause.

Ergebnisse der DriftChallenge

Team-Drift-Wertung

Platz 1:
Team Falken Motorsport

Platz 2:
Team sport auto

Platz 3:
Team Drift (CH)

Twinbattle

Platz 1:
Remmo Niezen

Platz 2:
Alex Gräff

Platz 3:
Matt Carter

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