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Sebastian Vettel GP Brasilien 2012 63 Bilder Zoom

F1 GP Brasilien 2012 Rennergebnis: Button macht Vettel zum Weltmeister

Sebastian Vettel ist zum dritten Mal Formel 1-Weltmeister. Dem Deutschen reichte bei einem dramatischen GP Brasilien ein sechster Platz, weil WM-Konkurrent Fernando Alonso nur Zweiter wurde. Jenson Button siegte in Sao Paulo und lieferte Vettel wertvolle Schützenhilfe.

Sebastian Vettel hat es geschafft. Als jüngster Pilot aller Zeiten krönte sich der 25-Jährige zum dritten Mal zum Weltmeister. In den 71 Runden zuvor geriet der Titel allerdings mehr als einmal in Gefahr. Am Ende hatte der Heppenheimer seinen Titel Jenson Button zu verdanken. Der McLaren gewann das Rennen vor Vettels Titel-Konkurrent Fernando Alonso. Ein sechster Platz reichte Vettel am Ende, um mit drei Punkten Vorsprung den Hattrick perfekt zu machen.

Vettel muss drei Mal Anlauf nehmen

Das Drama für Vettel begann schon in der ersten Runde. In Kurve 4 krachte Bruno Senna mit seinem Williams dem Red Bull in die linke Seite. Der Heppenheimer drehte sich und musste das gesamte Feld passieren lassen. Im Gegensatz zu Senna konnte der WM-Spitzenreiter das Rennen mit deutlich sichtbaren Schäden im Bereich des Auspuffs und des Unterbodens fortsetzen. "Er hatte kaum noch Abtrieb hinten. Die Balance war komplett gestört", schüttelte Red Bull-Konstrukteur Adrian Newey später den Kopf.

Wie schon in Abu Dhabi startete der 25-Jährige aber auch mit angeschlagenem Auto sofort eine grandiose Aufholjagd. Doch dann spielte das Wetter plötzlich nicht mehr mit. Bei einsetzendem Regen ging Vettel hinter seinem WM-Konkurrenten Fernando Alonso an die Box, um sich einen Satz Intermediates abzuholen. Einige Piloten blieben auf Slicks. Die gerade gewonnenen Plätze waren verloren.

Wieder musste Vettel Risiko eingehen und einen Konkurrenten nach dem anderen überholen. Bis zur 23. Runde hatte er sich schon wieder auf Platz fünf nach vorne gekämpft, als das Safety-Car das Feld einbremste. Die Rennleitung ließ die vielen Trümmerteile aus dem Weg räumen, die sich bei den harten Kämpfen in der Startphase auf der Strecke verteilt wurden.
 
Vettel verschlief den Neustart in Runde 29 und verlor wieder einen Platz gegen Kamui Kobayashi. Als man dachte, es kann gar nichts mehr schiefgehen, fiel am Red Bull auch noch der Funk aus. Wegen Kommunikationsproblemen mit dem Kommandostand musste Vettel im letzten Renndrittel gleich zwei Mal an die Box kommen, um sich bei erneut einsetzendem Regen Intermediates abzuholen.

Zum dritten Mal musste der Weltmeister eine Aufholjagd starten. Auf feuchter Strecke setzte er sich in den letzten Runden zunächst gegen Kobayashi, später auch noch gegen Michael Schumacher durch. Rang sechs reichte wie erwähnt zum Titel, weil Jenson Button an der Spitze Alonso wertvolle Punkte klaute. Bei einem Sieg des Spaniers hätte Vettel mindestens Vierter werden müssen.

"Es ist unglaublich. Schwieriger hätten wir es uns nicht machen können. Alles was schiefgehen konnte, ging auch schief", stöhnte Vettel anschließend. "Der Start war zwar gut, aber Mark hat mich ein bisschen nach außen gedrängt, so dass ich stark bremsen musste und viele Plätze verlor. Nach dem Dreher hab ich erstmal geschaut, ob das Auto noch in Ordnung war und dann versucht aufzuholen. Der Regen hat uns dabei sicher geholfen."

"Es war ein verrücktes Rennen, aber letztendlich ist es nur wichtig, dass wir es geschafft haben, da fällt einem ein riesen Brocken vom Herzen. Das war auf und neben der Strecke meine schwierigste Saison bisher. Wir haben aber nie aufgegeben. Es wird einige Zeit brauchen, bis man kapiert, was passiert ist."

Hülkenberg kämpft lange um den Sieg

Der Kampf an der Spitze war ebenfalls an Dramatik kaum zu überbieten. Ganz vorne fightete Button zunächst mit Nico Hülkenberg um die Führung. Auf feuchter Bahn schaffte es der Force India in Runde 18 sensationell den ersten Platz zu übernehmen. Beide Piloten blieben beim ersten Schauer auf Slicks draußen. Es war die richtige Entscheidung - beide verloren nur kurz an Boden. Die Konkurrenz auf Intermediates verlor durch die Boxenstopps deutlich mehr Zeit.

Um 44 Sekunden hatte sich das Spitzenduo bereits vom Feld abgesetzt, als das Safety-Car den schönen Vorsprung wieder eindampfte. Dadurch kam Lewis Hamilton im zweiten McLaren wieder in Schlagdistanz. Nach dem Restart schaffte es der nächstjährige Mercedes-Pilot zunächst an Teamkollege Button vorbei. In der 48. Runde sorgte ein kleiner Fahrfehler von Hülkenberg sogar dafür, dass Hamilton die Führung übernahm.

Doch der Deutsche klemmte sich sofort ans Heck des McLaren. In der 55. Runde wagte er schließlich einen Angriff. In Kurve 1 kam es zum Duell mit Knalleffekt. Ein kurzer Rutscher auf der Hinterachse des Force Indias und schon krachte es. Beide Piloten drehten sich ins Aus. Für Hamilton war das Rennen beendet. Hülkenberg wurde in die Luft geschleudert und musste Button wieder vorbeilassen.
 
Zu allem Überfluss setzte es auch noch eine Durchfahrtsstrafe für das Auslösen einer Kollision. Dadurch schlüpften noch die beiden Ferrari sowie der Red Bull von Mark Webber durch. So verpasste Hülkenberg das Podium und landete am Ende etwas unglücklich auf Rang fünf. An der Spitze konnte Button seinen Vorsprung in den feuchten Schlussrunden vor Alonso konstant halten und Vettel damit Schützenhilfe liefern.

Alonso verliert WM nicht in Brasilien

Alonso nahm die knappe Niederlage in der WM tapfer. "Ich bin sehr stolz auf mein Team. Wir haben die WM nicht hier in Brasilien verloren sondern vorher in der Saison. Wir werden nächstes Jahr zurückkommen und es wieder versuchen." Der Spanier hatte auf Chaos gehofft. Doch obwohl der Wunsch in Erfüllung ging, reichte es am Ende doch nicht. "Wir mussten jede Runde Risiko gehen und dabei keinen Fehler machen. Wir mussten auf das Podium kommen, um überhaupt eine Chance zu haben."

Rennsieger Jenson Button freute sich über den dritten Saisonsieg: "Das ist der perfekte Weg, die Saison zu beenden. Es war eines der härtesten Rennen meiner Karriere. Am Ende war es nicht einfach, die Ferrari hinter mir zu halten. Es war so nass da draußen." Ein Crash von Paul di Resta brachte zwei Runden vor Schluss noch einmal das Safety-Car auf die Bahn und beendete damit den Kampf.

Schumi beim Abschied auf Rang sieben

Michael Schumacher kam in seinem letzten Formel 1-Rennen hinter dem neuen Weltmeister auf Rang sieben ins Ziel. Der Rekordchampion gratulierte Vettel im Ziel als Erster: "Es war ein sehr abwechslungsreiches Rennen. Sehr spannend, was zwischen Seb und Fernando abging. Gratulation an Seb, der den Kopf nicht hängen ließ, nachdem er schon am Anfang ganz hinten gelegen hat. Er hat schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass er ein absoluter Nummer-eins-Fahrer ist. Es freut mich für ihn, was er zusammen mit seinem Team erreicht hat."

Hinter Schumi gingen die letzten WM-Punkte an Jean Eric Vergne (Toro Rosso), Kamui Kobayashi (Sauber) und Kimi Räikkönen im Lotus. Nico Rosberg landete nur auf Rang 15. Timo Glock rollte dahinter auf der 16 über die Ziellinie.

Marussia verliert Platz zehn

Der Titel in der Fahrer-WM ging für Ferrari zwar verloren. Immerhin konnten Alonso und Massa Platz zwei im Konstrukteurspokal verteidigen. Für Marussia kam es zum schlimmsten Fall. Caterham-Pilot Vitaly Petrov ging fünf Runden vor Schluss an Charles Pic vorbei und sicherte seinem Team damit den zehnten Platz in der Teamwertung. Der ist rund zehn Millionen wert.

In unserer Galerie haben wir die besten Bilder des Rennens. Die Kollegen von auto motor und sport haben weitere F1-Insidernews aus der Königsklasse.

F1 GP Brasilien 2012: Ergebnis Rennen
Fahrer Team Zeit/ Rückstand
1. Jenson Button McLaren 1:45.22,656 Std.
2. Fernando Alonso Ferrari + 0:02.754 Min.
3. Felipe Massa Ferrari + 0:03.615
4. Mark Webber Red Bull + 0:04.936
5. Nico Hülkenberg Force India + 0:05.708
6. Sebastian Vettel Red Bull + 0:09.453
7. Michael Schumacher Mercedes + 0:11.907
8. Jean Eric Vergne Toro Rosso + 0:28.653
9. Kamui Kobayashi Sauber + 0:31.250
10. Kimi Räikkönen Lotus + 1 Runde
11. Vitaly Petrov Caterham + 1 Runde
12. Charles Pic Marussia + 1 Runde
13. Daniel Ricciardo Toro Rosso + 1 Runde
14. Heikki Kovalainen Caterham + 1 Runde
15. Nico Rosberg Mercedes + 1 Runde
16. Timo Glock Marussia + 1 Runde
17. Pedro de la Rosa HRT + 2 Runden
18. Narain Karthikeyan HRT + 2 Runden
19. Paul di Resta Force India + 3 Runden
20. Lewis Hamilton McLaren Ausfall
21. Romain Grosjean Lotus Ausfall
22. Pastor Maldonado Williams Ausfall
23. Bruno Senna Williams Ausfall
24. Sergio Perez Sauber Ausfall
Tobias Grüner

Foto

xpb

Datum

25. November 2012
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