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F1-Vorschau GP Abu Dhabi 2012: Titelduell in der Wüstendämmerung

Beim F1-Grand Prix in Abu Dhabi entschied Sebastian Vettel vor zwei Jahren bereits die WM. Kann der Heppenheimer in der Wüste 2012 erneut einen entscheidenden Schritt zum Titel machen? Gelingt es ihm, Fernando Alonso endlich abzuhängen? Unsere Vorschau gibt erste Hinweise.

Zwei Siege, ein Ausfall in der ersten Runde - die Bilanz von Sebastian Vettel auf dem Yas Marina Circuit vor den Toren von Abu Dhabi sind durchwachsen. Im Vergleich mit Fernando Alonso kann sich der Deutsche aber nicht beschweren. Der Spanier hat mit Rang zwei im Vorjahr nur eine Podiumsankunft zu verbuchen. Für den Ferrari-Piloten ist die Reise in die arabischen Emirate ansonsten eher mit schlechten Erinnerungen verbunden.

Unvergessen bleibt das spannende WM-Duell 2010, in dem Vettel einen 15-Punkte-Rückstand gegen Alonso noch in einen Vier-Punkte-Vorsprung umwandelte und sich damit den ersten Titel sicherte. Gerne würde der inzwischen zweifache Weltmeister in der Wüste wieder einen entscheidenden Schritt zur Meisterschaft machen. Vor dem drittletzten Rennen des Jahres beträgt sein Vorsprung aktuell 13 Punkte. Klarmachen kann Vettel den Titel also noch nicht ganz.

Wie schon bei den bisherigen drei Ausgaben des GP Abu Dhabi wird das Rennen erst um 17 Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ) gestartet, wenn die Sonne bereits tief über dem Horizont hängt. Über 55 Runden geht es durch die Dämmerung. Wenn das Ziel erreicht ist, bringen nur noch die Flutlichter und die bunte Illuminierung des berühmten Yas Hotels die Nacht zum Strahlen. Nur der Stadtkurs in Singapur prodiuziert ähnlich spektakuläre Bilder.

Die Strecke: Yas Marina Circuit

Bei der Einweihung 2009 wurde der Yas Marina Circuit mitten in der Wüste als achtes Weltwunder gefeiert. Mittlerweile hat man sich an den Anblick der glitzernden Formel 1-Oase gewöhnt, die vom deutschen Formel 1-Architekten entworfen wurde. Mehr als eine Milliarde Euro sollen in der Wüste rund um den Yachthafen verbuddelt worden sein, was den Yas Marina Circuit zur teuersten Rennstrecke der Welt macht.

Vom Layout konnte die Strecke in Abu Dhabi die Fans bisher noch nicht von den Sesseln reißen. Trotz einiger langer Geraden mit engen Kurven im Anschluss waren Überholmanöver zunächst die Ausnahme. Unvergessen bleibt Vitaly Petrovs Verteidigungsschlacht, die maßgeblich zu Vettels Titelgewinn 2010 beigetragen hatte. Trotz eines deutlich schnelleren Autos kam Fernando Alonso damals nicht vorbei am Renault. Die Einführung der DRS-Zonen 2011 linderte das Problem zwar, führte aber zu Kritik wegen zu vielen künstlichen Platzwechseln.

Fast Facts zum GP Abu Dhabi

Höchste Querbeschleunigung: 3,7 g (für 2 Sekunden in Kurve 3)
Längste Vollgaspassage: 1.000 Meter (zwischen Kurve 7 & 8)
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 17 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 55 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 52
Vollgasanteil auf einer Runde: 59 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 75 km/h (Kurve 7)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 280 km/h (Kurve 4)
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 300
Top-Speed: 320 km/h
Spritverbrauch: 2,20 kg/Runde
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,22 Sekunden

Das Setup:

Die relativ neue Strecke am Persischen Golf bietet vor allem langsame und mittelschnelle Kurven. Das Layout ist ähnlich wie Budapest. Trotz der beiden langen Geraden müssen die Teams mit maximalem Anpressdruck fahren. Dank der wenigen Bodenwellen und der flachen Kerbs können die Ingenieure mit der Bodenfreiheit nach unten gehen. Allerdings ist die Traktion aus den engen Kurven hier besonders wichtig, deshalb sollte das Auto auf der Hinterachse nicht ganz so hart abgestimmt sein.

Spannend ist immer wieder, wie sich die Strecke beim Tag-Nacht-Wechsel entwickelt und wie sich der Grip der Reifen verändert. Unterschiede von 15°C in der Asphalt-Temperatur sind hier keine Seltenheit. Durch die Hitze und die vielen engen Kurven werden natürlich auch die Bremsen stark beansprucht. Pirelli bringt wie schon im Vorjahr die Mischungen "soft" und "medium". Die meisten Teams kamen mit zwei Stopps über die Runden. Im Gegensatz zur Strecke in Indien werden in Abu Dhabi die Reifen hinten stärker beansprucht als vorne.

Technische Updates:

Das WM-Rennen ist noch in vollem Gange. Vor allem Red Bull und Ferrari sind deshalb noch längst nicht am Ende des Technikwettlaufs angekommen. Auch andere Teams werden noch einmal Veränderungen an den Autos bringen. Mercedes hat angekündigt, einige Evolutionsteile mit Blick auf die Saison 2013 zu testen. Lotus will die Endrohre modifizieren, um mehr Leistung zu generieren. Auch bei Caterham wurde der Bereich rund um den Auspuff überarbeitet, wodurch sich die Ingenieure eine halbe Sekunde Zeitgewinn erhoffen.

Die Favoriten für den GP Abu Dhabi

Es ist momentan schwer, bei Red Bull eine Schwäche zu erkennen. Sebastian Vettel hat zuletzt vier Rennen in Folge gewonnen. Im Qualifying fehlte der Konkurrenz in Indien zuletzt zweieinhalb Zehntel auf den Deutschen. Die Strecke in Abu Dhabi scheint Vettel besonders zu liegen. Zwei Mal ging er von der Pole Position ins Rennen. Einmal von Platz zwei. Nur ein geplatzter Reifen verhinderte 2011 den Sieg-Hattrick.

Spannender gestaltete sich zuletzt der Kampf um Rang zwei. Wegen Reifenproblemen bei McLaren gewann Ferrari das Duell. Im Rennen konnten die beiden Verfolger sogar die Pace von Red Bull zeitweise mitgehen. Richtig unter Druck geriet Sebastian Vettel in den vergangenen drei Rennen aber nicht.

Dahinter dürften sich wieder Lotus und Force India um die weiteren WM-Punkte streiten. Dem Auto von Nico Hülkenberg liegen Strecken mit vielen engen und wenigen schnellen Kurven besser, wie man schon in Singapur sehen konnte. Auch Williams erwarten wir wegen der guten Traktion wieder etwas weiter vorne.

Sauber muss erst noch beweisen, dass man gut durch enge Kurven kommt. Auf vergleichbaren Strecken wie Valencia und Singapur lief es nicht gut für die Schweizer. Und auch den Mercedes-Fans können wir keine große Hoffnung machen. Zwar liegen dem Auto winklige Layouts besser als runde, in den letzten Rennen waren die Silberpfeile von der Pace jedoch weit von den Punkten entfernt.

Expertenmeinung: Norbert Haug (Mercedes-Sportchef)

"Die Streckenanlage in Abu Dhabi ist außergewöhnlich und das spektakuläre Rennen mit seinem Übergang vom Tag zur Nacht ist einzigartig im Formel 1-Kalender. Der Yas Marina Circuit ist ganz anders als die Strecke in Neu Delhi am vergangenen Wochenende: Die Bremsen werden sehr stark belastet – insgesamt gibt es pro Runde elf harte Bremsmanöver. 14 der 21 Kurven werden mit 150 km/h oder weniger durchfahren und die Autos erreichen an vier Stellen Geschwindigkeiten von über 290 km/h.

Überholen ist auf dieser Strecke trotz der langen Geraden und vielen Bremszonen sehr schwierig, auch wenn sich dies nach der Einführung der DRS-Zonen im vergangenen Jahr verbessert hat. Der Wettbewerb hinter der Spitzengruppe wurde im Saisonverlauf immer enger, und ein paar Zehntel pro Runde können im Qualifying wie im Rennen viele Plätze ausmachen."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Abu Dhabi 2011

Als frischgebackener Weltmeister ging Sebastian Vettel auch 2011 als Favorit in das Rennen. Doch schon bevor die Sonne am Horizont verschwand, war der Spaß für den Red Bull-Piloten vorbei. Von der Pole Position ausbog Vettel in Führung liegend in die erste Kurve ein, musste sein Auto aber nur wenige Meter später mit einem Reifenschaden abstellen. Bis heute konnte der genaue Grund für den Ausfall nicht analysiert werden.

Lewis Hamilton, der genau wie Vettel in Abu Dhabi immer aus der ersten Reihe startete, übernahm die Spitze und gab sie bis ins Ziel nicht mehr her. Fernando Alonso blieb zwar stets in Schlagdistanz, rollte aber schließlich mit 8,4 Sekunden Rückstand über die Ziellinie. Jenson Button komplettierte das Podium. Mit Nico Rosberg auf Platz sechs, Michael Schumacher auf der Sieben und Adrian Sutil auf Rang acht kamen immerhin drei deutsche Piloten in die Punkte.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Highlights vom GP Abu Dhabi 2011. Die Kollegen von auto motor und sport haben weitere F1-Insidernews.

Tobias Grüner

Foto

Wilhelm

Datum

30. Oktober 2012
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