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F1 Vorschau GP Ungarn 2012: Wer hat die besten Karten in Ungarn?

Beim letzten Formel 1-Rennen vor der Sommerpause (bis 2.9.) will sich Fernando Alonso selbst ein Geschenk zu seinem 31. Geburtstag machen. Sebastian Vettel will das verhindern, um wieder etwas Boden gutzumachen. Wir sagen Ihnen, wer auf der kurvigen Strecke in Budapest die besten Karten besitzt.

Nur sieben Tage nach Hockenheim geht es in Budapest erneut um WM-Punkte. In der ungarischen Hauptstadt werden am Sonntag (29.7.) die Sommerferien eingeläutet. Natürlich wollen sich alle Piloten mit einem Erfolgserlebnis in den verdienten Urlaub verabschieden, um nicht vier Wochen lang über eine Pleite nachdenken zu müssen.

Egal wie das Rennen ausgeht, einer hat auf jeden Fall etwas zu feiern. Fernando Alonso ist mit uneinholbaren 34 Punkten Vorsprung auf jeden Fall der Sommerkönig. Zudem hat der Ferrari-Pilot am Rennsonntag auch noch Geburtstag. Wird seine Serie von 22 Rennen in den Punkten in Folge ausgerechnet an seinem Ehrentag reißen?

Titelverteidiger Sebastian Vettel muss aufpassen, dass ihm die Meisterschaft nicht schon früh aus den Händen gleitet. In den letzten sechs Rennen landete der Heppenheimer nur ein einziges Mal unter den ersten Dreien. In Hockenheim gab es zwar einen Pokal auf dem Podium, den musste er aber nach der Strafe für das Überholmanöver gegen Jenson Button wieder abgeben.

Die Strecke: Hungaroring

Der Hungaroring, knapp 20 Kilometer außerhalb von Budapest, bietet bereits seit 1986 regelmäßig eine Bühne für die Formel 1. Die Strecke mit ihren 14 meist langsamen und mittelschnellen Kurven wird im Uhrzeigersinn absolviert und gehört von den Durchschnittsgeschwindigkeiten eher zu den langsameren Kursen im Kalender. Zehn Kurven werden mit weniger als 155 km/h durchfahren.

Überholen ist auf dem runden Kurs äußerst schwierig. Die beste Gelegenheit ergibt sich traditionell am Ende der Start-Ziel-Geraden. Doch die langgestreckte letzte Kurve machte es nicht einfach, dem Vordermann direkt im Windschatten zu folgen. Auch die Überholhilfe DRS brachte im Vorjahr keine große Verbesserung. Deshalb ist das Qualifying und ein guter Start hier besonders wichtig. Mit 610 Metern ist der Weg von der Pole Position zur ersten Kurve einer der längsten im ganzen Jahr.

Fast Facts zum GP Ungarn:

Höchste Querbeschleunigung: 3,1g (für 2,6 Sekunden in Kurve 11)
Längste Vollgaspassage: 660 Meter (Start-Ziel)
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 1 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 36 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 59
Vollgasanteil auf einer Runde: 56 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 80 km/h
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 220 km/h
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 610
Top-Speed: 300 km/h
Spritverbrauch: 2,16 kg/Runde
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,38 Sekunden
Reifenverschleiß: 2/5
Abtriebslevel: 5/5

Das Setup:

Der geringe Anteil an langen Geraden und die vielen langsamen Kurven wirken sich natürlich auf das Setup aus. Voller Abtrieb heißt die Parole der Ingenieure. Sowohl der Heck- als auch der Frontflügel werden extrem steil gestellt, damit das Auto stabil auf dem Asphalt klebt. Da der Hungaroring vom Charakter sehr rund und langsam ist, gibt es an die Bremsen und die Reifen eigentlich keine besonderen Anforderungen. Pirelli bringt mit "soft" und "medium" die beiden mittleren Mischungen.

Nur die hohen Temperaturen könnten den Ingenieuren Kopfzerbrechen bereiten. Das Quecksilber soll am Rennsonntag über die 30°C-Marke klettern. Die Motoren müssen entsprechend gekühlt werden und vor allem im unteren Drehzahlbereich viel Leistung bringen, um gut aus den langsamen Ecken herauszukommen. Auch das Fahrwerk muss etwas weicher abgestimmt werden, um die Traktion zu verbessern, den Untersteuer-Charakter der Strecke zu lindern und die Kerbs glattzubügeln.

Die Updates:

Obwohl es direkt nach Ungarn in den Urlaub geht, haben einige Teams zum Sommerfinale noch einmal neue Teile im Gepäck. Bei Lotus will man noch einmal das Luftkanal-System im Heckflügel testen, mit dem man schon in Hockenheim experimentiert hat. Dazu kommt ein neuer Frontflügel. Auch McLaren will noch einmal ein paar Teile nachschieben, die es nicht rechtzeitig nach Deutschland geschafft haben. Ansonsten erwarten wir wegen der kurzen Pause eher kleinere Modifikationen an der Technik.

Die Favoriten für den GP Ungarn

Mit zwei Siegen und einem zweiten Platz gehört Fernando Alonso sicher auch in Ungarn wieder zu den ersten Anwärtern auf den obersten Podiumsplatz. Doch das kühle Wetter in den letzten Wochen dürfte dem Ferrari in die Karten gespielt haben. Man darf gespannt sein, wie sich das deutlich heißere Wetter in Budapest auf das Kräfteverhältnis auswirkt. Red Bull und McLaren waren schon in Hockenheim einen Tick schneller, fanden im Regen-Qualifying und im Rennen aber keinen Weg vorbei an Alonso.

Besonders aufpassen müssen die drei Top-Teams auf den Lotus und den Sauber. Beide Autos gehen extrem schonend mit den Reifen um und können ihre Stärken vor allem bei heißem Wetter ausspielen. Dann sollte es auch im Qualifying weniger Probleme geben, die Gummis auf Temperatur zu bringen. Mercedes bleibt eine Wundertüte. Nach den schwachen Ergebnissen der vergangenen Wochen sollten die Fans aber nicht zu viele Punkte von den Silberpfeilen erwarten.

Expertenmeinung: Paul Hembery (Pirelli-Motorsportchef)

Ungarn bietet einen starken Kontrast zu den letzten Strecken. Es ist die langsamste permanente Rennstrecke im Kalender. Das macht die Belastungen der Reifen aber nicht geringer. Ein kurviger und rutschiger Kurs generiert oft höhere Temperaturen im Gummi als ein schnelles und fließendes Layout. Der Reifen bewegt sich hier mehr -  vor allem wenn die Außentemperaturen hoch sind.

Im Vorjahr hatten wir feuchtes Wetter am Sonntag. Deshalb fehlen uns noch einige Daten zu den Slicks unter Rennbedingungen. Der Schlüssel liegt darin, den richtigen Kompromiss zwischen Speed und Haltbarkeit zu finden, um den Verschleiß unter Kontrolle zu halten. Überholen ist traditionell schwierig. Die Reifenstrategie könnte also dazu genutzt werden, um Plätze gutzumachen.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Ungarn 2011

Bei feuchten Bedingungen spielte Jenson Button im Vorjahr in Ungarn wieder einmal sein Regentalent aus. Dort wo er 2006 schon seinen ersten Grand Prix-Sieg feierte, jubelte er 2011 auch über seinen elften F1-Erfolg. Dabei fuhr der Brite von Startplatz drei ein fehlerfreies Rennen und bewies bei der Reifenwahl stets ein glückliches Händchen.

Sebastian Vettel, der von der Pole Position ins Rennen ging, verlor die Führung nach einem kleinen Fehler in Kurve zwei zunächst an Lewis Hamilton später musste er auch Button ziehen lassen. Auf der mittlerweile abtrocknenden Strecke ließ Hamilton an der Spitze zunächst nichts anbrennen. Ein erneuter Regenguss sorgte schließlich für die Entscheidung. Hamilton drehte sich auf nasser Fahrbahn und wendete auch noch gefährlich im Gegenverkehr. Die fällige Durchfahrtsstrafe warf ihn auf Rang vier hinter Fernando Alonso zurück.

Die Bilder des spektakulären GP Ungarn 2011 haben wir noch einmal in der Fotogalerie.

Tobias Grüner

Foto

Grüner

Datum

25. Juli 2012
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