Formel 1 Rennwagen von Ferrari für die Saison 2010

Ferrari F10-Präsentation in Maranello

Ferrari F10

Ferrari hat als erstes Formel 1-Team seinen neuen F1-Renner für die Saison 2010 vorgestellt. Neuzugang Fernando Alonso und Rückkehrer Felipe Massa zogen das Tuch vom neuen Ferrari F10, mit dem die Italiener wieder Titel gewinnen wollen.

Nach der enttäuschenden Saison im Vorjahr ist Ferrari zumindest bei der Präsentation des neuen Autos schon einmal Spitze. Vier Tage vor dem ersten Test am Montag (1.2.) in Valencia präsentierte die Scuderia in Maranello den neuen Ferrari F10 der Öffentlichkeit.

Rückkehr an die Formel 1-Spitze

"Die vergangene Meisterschaft war nicht sehr positiv für uns. Deshalb wollen wir jetzt wieder konkurrenzfähig sein", forderte Teamchef Stefano Domenicali. Im Vorjahr fuhr Ferrari meist hinterher, lediglich dem inzwischen abgeschobenen Finnen Kimi Räikkönen gelang ein Grand-Prix-Sieg. Große Hoffnungen setzen die Italiener vor allem in den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso, der von Renault verpflichtet wurde. "Er ist schon unter den großen Champions der Formel 1. Es ist der richtige Moment für ihn und für uns", meinte der Teamchef.

Dagegen muss Felipe Massa nach seiner langen Verletzungspause zunächst die letzten Zweifel an seinem Leistungsvermögen ausräumen. Der Vize-Weltmeister von 2008 war im vergangenen Juli in Ungarn schwer verunglückt und verpasste danach die zweite Saisonhälfte. "Wir sprechen von einer neuen Version von Felipe. Er kann nun auf den Weg zurückkehren, den das Schicksal in Ungarn unterbrochen hat", sagte Domenicali.

Design-Anleihen bei Red Bull

Die vergangene Saison hat aber auch deutlich gezeigt, dass selbst die besten Piloten nicht mit einem schlechten Auto gewinnen können. Deshalb begann die Entwicklung des 56. Formel 1-Monoposto von Ferrari bereits im Frühling des Vorjahres. Schon im Sommer verschob man die Ressourcen komplett auf das neue Modell.

Die neue "Rote Göttin" erinnert von der äußeren Form stark an den Red Bull aus der Vorsaison. Die Nase ist deutlich in der Breite gewachsen und höher angebracht. Auf Höhe der Vorderachse befinden sich zwei Höcker, um das Chassis an den Umlenkhebeln zu verstärken. "Wir mussten den Doppeldiffusor verfeinern, die Größe des Tanks verdoppeln und das Auto an das neue Reglement mit kleineren Vorderreifen und höherem Mindestgewicht anpassen", erklärt Technikchef Aldo Costa.

Ferrari F10 grundlegend anders

Auch die Radkappen sind 2010 nicht mehr erlaubt. Somit sind die Felgen in der neuen Saison wieder zu sehen. "Man sieht von außen zwar keinen riesigen Unterschied, aber das Auto ist grundlegend anders", versichert Costa. "Wir sind überzeugt, dass dieses Auto ein großer Schritt nach vorne ist, auch wenn wir nicht wissen, was unsere Konkurrenten bringen werden."

Trotz Entwicklungsverbot wurde auch am Motor Hand angelegt. Zumindest dort, wo es das Reglement erlaubt: "Wir haben hart am Benzinverbrauch gearbeitet. Mit dem Nachtankverbot bedeutet jeder Liter weniger Gewicht einen Zeitengewinn auf der Strecke", erklärt Motorenchef Luca Marmorini. "Wir haben das Abgassystem neu designt und die Elektronik optimiert. Dabei hat uns auch unser Partner Shell geholfen." Designchef Nicolas Tombazis präzisiert: "Auch das Getriebe wurde schmaler konstruiert. Dazu musste die Hinterrad-Aufhängung verändert werden, um Platz für den Doppeldiffusor zu schaffen." Auch der Heckflügel ist über zwei Streben nun deutlich weiter vorne am Chassis befestigt.

Geplanter Shakedown fällt aus

Dem Fan fällt von außen vor allem die neue Lackierung ins Auge. Heck- und Frontflügel sowie die seitlichen Windabweiser sind nun in weiß gehalten, um den neuen Hauptsponsor Santander besser in Szene zu setzen. Die Grundfarbe des Chassis bleibt natürlich auch im 61. Jahr der Formel 1 Ferrari-Rot. Am Nachmittag sollte eigentlich Felipe Massa die ersten Runden mit dem neuen Auto auf der Teststrecke in Fiorano drehen. Das schlechte Wetter verhinderte allerdings den Shakedown.

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