Ford Fiesta WRC 2011: Neuer Ford für die Rallye-WM

Ford Fiesta WRC 2011 - Paris

Ford Fiesta WRC heißt der Rallye-Nachfolger des in die Jahre gekommenen Focus WRC. Mit dem neuen Modell will Ford endlich wieder den WM-Titel angreifen. Auf dem Autosalon in Paris wurde der Fiesta WRC nun erstmals präsentiert.

Der Ford Fiesta WRC ist eine Nummer kleiner als das alte Erfolgsmodell Focus WRC. Auch unter der Haube: Das Reglement sieht ab 2011 eine Reduzierung des Hubraums vor: Die Zweiliter-Turbomotoren gehen in Rente, es kommen die 1,6 Liter-Turbos. Kraftstoff-Direkteinspritzung ist verbindlich vorgeschrieben. Der maximal erlaubte Ladedruck wurde bei den neuen WRC-Autos auf 2,5 bar begrenzt, der Durchmesser des Luftmengenbegrenzers wurde von 34 auf 33 Millimeter reduziert.

Der Fiesta RS WRC ist ein alter Bekannter

Auf die maximale Leistung des neuen Ford Fiesta WRC hat dies allerdings kaum Einfluss: Der  1,6-Liter-Motor, der in Koproduktion von Ford und der englischen Rallye-Schmiede M-Sport entwickelt wurde, wird weiterhin etwas mehr als 300 PS leisten. Das Drehmoment des Triebwerks sinkt allerdings von bislang bis zu 700 Newtonmeter auf nunmehr 400 Newtonmeter.

Der neue Ford Fiesta WRC ist auf den ersten Blick ein alter Bekannter. Das Auto, das auf dem Pariser Automobilsalon offiziell vorgestellt wurde, ist dem Fiesta Super 2000 wie aus dem Gesicht geschnitten. Mit dem Saugmotor-Fiesta, der ebenfalls erst vor Jahresfrist präsentiert wurde, gewann Mikko Hirvonen im Januar 2010 auf Anhieb die nicht mehr zur WM zählende Rallye Monte Carlo.

Noch Änderungen in der Optik zu erwarten

Die Ähnlichkeit zwischen Ford Fiesta WRC und Super 2000 liegt an einem einfachen Grund. Genau wie Citroen oder Mini will Ford jetzt noch nicht die endgültige Aero-Konfiguration der neuen Rallyewaffe zeigen. Beim Frontspoiler und beim Heckflügel des Ford Fiesta RS WRC sind noch größere Änderungen zu erwarten. Erst wenn die Autos im Januar 2011 homologiert werden, treten sie in ihrer endgültigen Version auf.

Was die Außenabmessungen des Ford Fiesta WRC angeht, gleicht der neue Ford seinem ebenfalls in Paris präsentierten Hauptkonkurrenten, dem Citroen DS3 WRC, wie ein eineiiger Zwilling. In der Länge messen beide Boliden der 2011er Generation 3.950 Millimeter. Mit einer Höhe von 1.480 Millimetern ist das Ford-Basismodell um 20 Millimeter größer gewachsen als der kompakte Citroen. Bei der Breite wiederum ergibt sich ein Unentschieden, denn beide Hersteller nutzen das maximal erlaubte Maß von 1.800 Millimeter bis zum Letzten aus. Der Radstand entspricht bei beiden Autos einer Verbreiterung von 80 Millimetern gegenüber der Serie.

Übungsfahrten nach Rallye Frankreich

Das Testprogramm des neuen Ford Fiesta WRC begann bereits im Sommer. In England und in Frankreich spulten die Werksfahrer Mikko Hirvonen und Jari-Matto Latvala bereits mehr als 3.000 Kilometer ab. Dabei kam allerdings ein in der Leistung reduzierten Zwei-Liter-Motor zum Einsatz. Die ersten Übungsfahrten des Ford Fiesta WRC mit 1,6-Liter-Motor sollen in der nächsten Woche in Spanien beginnen, gleich nach der Rallye Frankreich. "Wir liegen gut im Zeitplan", sagt Malcolm Wilson, der Chef des Ford-Rallyeteams. "Aber wenn wir jetzt im Oktober erstmals mit der endgültigen Motor-Konfiguration ausrücken, ist das natürlich ein weiterer Schritt."

Keine Überraschungen wird es bei Ford bezüglich der Fahrer geben, die 2011 im Ford Fiesta RS WRC sitzen: Auch in der kommenden Saison greifen die Finnen Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala ins Lenkrad. Der Reifenpartner wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt. Es würde aber an ein Wunder grenzen, wenn die Ford Fiesta RS WRC nicht ebenso wie die Werks-Citroen und die Prodrive-Mini von Michelin besohlt werden würden, nachdem sich der bisherige Alleinausrüster Pirelli in Richtung Formel 1 verabschiedet hat.

Sportwagen auf dem Autosalon Paris 2010
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Claus Mühlberger

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