Alles über Formel 1
Michael schumacher Mercedes GP Valencia 2012 Europa Boxengasse 31 Bilder Video Zoom

Formel 1 Vorschau GP Deutschland 2012: Wie stehen die Chancen für einen Heimsieg?

Die Königsklasse kommt nach Deutschland auf den Hockenheimring. Der letzte Formel 1-Heimsieg auf deutschem Boden ist bereit sechs Jahre her. In unserer Vorschau sagen wir Ihnen, wie gut die Chancen für Schumacher, Vettel & Co. im Motodrom stehen.

Mit dem zehnten von 20 Saisonrennen feiert das Formel 1-Jahr 2012 in Hockenheim Bergfest. Schon zum 33. Mal ist die Königsklasse zu Gast im Motodrom, um den GP Deutschland auszufechten. Mit fünf Piloten ist die deutsche Fraktion im Fahrerfeld wieder einmal die größte. Doch in den vergangenen Jahren gab es für die heimischen Fans auf den Tribünen nur wenig Grund zum Jubel.

Michael Schumacher sorgte vor seinem Comeback in der Saison 2006 für den letzten Heimsieg auf deutschem Boden. Ein weiterer Erfolg des Altmeisters 2.183 Tage später wäre sicher eine kaum zu übertreffende Story. Doch sein Mercedes zeigte sich zuletzt nicht gerade in Bestform. Sebastian Vettel scheint im Red Bull aktuell etwas bessere Chancen zu besitzen. In Valencia und Silverstone war der RB8 jeweils das schnellste Auto auf der Strecke.

Eine entscheidende Rolle könnte auch wieder das Wetter spielen. Der 2012er Sommer lässt weiter auf sich warten. Vor allem am Freitag und Samstag wird es wohl feucht werden. Selbst wenn die Sonne einmal durch die Wolken schaut, wird das Quecksilber kaum über die 25°C-Marke klettern. Die Piloten und Ingenieure erwartet somit wieder eine schwierige Aufgabe, die Reifentemperaturen ideal auf die wechselnden Bedingungen anzupassen.

Die Strecke: Hockenheimring

Der 4,574 Kilometer lange Hockenheimring wurde seit dem Bau in den 1930er Jahren schon mehrfach umgestaltet. Lange gehörte der Kurs zu dem absoluten Hochgeschwindigkeitsstrecken im Kalender. Doch 2002 wurden die langen Geraden durch den Wald abgekürzt und durch die Parabolika ersetzt. Am Ende des rund 1.000 Meter langen Vollgasstücks befindet sich mit der engen Spitzkehre die beste Überholmöglichkeit der Strecke. Hier ist auch die DRS-Zone eingeplant, die 260 Meter nach dem Ausgang von Kurve 4 beginnt.

Neben den schnellen Passagen gibt es mit dem stadionähnlichen Motodrom traditionell einen sehr langsamen letzten Sektor. Der Asphalt auf der permanenten Strecke ist nicht ganz so aggressiv wie auf anderen permanenten Rennstrecken. Mit den Mischungen "Soft" und "Medium" hat sich Pirelli für die sichere Variante entschieden. Der italienische Gummi-Hersteller ist mit der aktuellen Reifengeneration zum ersten Mal auf der Strecke im Badischen.

Fast Facts:

Höchste Querbeschleunigung: 3,4 g (Kurve 12)
Längste Vollgaspassage: 1.000 Meter (zwischen Kurve 4 und 6)
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 13 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 60 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 49
Vollgasanteil auf einer Runde: 63,5 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 63 km/h (Kurve 6)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 305 km/h (Kurve 5)
Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 200 Meter
Top-Speed: 310 km/h
Spritverbrauch: 2,34 Liter/Runde
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,38 Sekunden
Reifenverschleiß: 3/5

Setup:

Hockenheim bietet von allem etwas. Der Anteil der langen Geraden ist etwas höher als im Durchschnitt. Es geht nicht nur lange geradeaus, mit den Kurven sieben, zehn und zwölf kommen auch noch einige schnelle Ecken hinzu. Hier wird die Rundenzeit gemacht. Hier muss das Auto stabil liegen. Abtrieb an Front- und Heckflügel müssen dementsprechend ausbalanciert werden.

Obwohl es mit der Spitzkehre und dem engen Motodrom auch einige langsamere Kurven gibt, spielt eine gute Traktion in Hockenheim nicht die entscheidende Rolle. Auch Kerbs und Bodenwellen sind keine großen Faktoren, weshalb die Ingenieure mit der Fahrzeughöhe etwas niedriger gehen können. Die Bremsen werden in Hockenheim zwar nicht übermäßig stark belastet, eine gute Balance ist beim Verzögern in den Kurven zwei, sechs und acht aber wichtig, um blockierende Räder zu vermeiden.

Updates für den GP Deutschland:

Einige Teams haben für Hockenheim noch einmal größere Pakete angekündigt. Vor allem McLaren muss etwas tun, um den negativen Trend zu stoppen. Im Heckbereich werde sich das Auto sichtbar verändern, kündigte Teamchef Martin Whitmarsh zuletzt an. Auch Lotus bringt eine größere Ausbaustufe, die den schwarz-goldenen Renner endlich zum Siegerauto machen soll. Bei Mercedes gibt es ebenfalls endlich ein paar neue Teile. Ferrari experimentierte zuletzt mit einem neuen Frontflügel, der aber bisher noch nicht im Rennen eingesetzt wurde.

Die Favoriten:

Nachdem das Bild in Sachen Kräfteverhältnis in dieser Saison lange diffus blieb, konnte man zuletzt zumindest kleinere Trends erkennen. Red Bull und Ferrari haben in Valencia und Silverstone mehr Punkte gesammelt als die anderen zehn Teams zusammen. Fernando Alonso, Mark Webber und Sebastian Vettel sind auch in Hockenheim die ersten Kandidaten für die Podiumsplätze. Allerdings hat der Weltmeister noch nie bei seinem Heimspiel gewinnen können.

Das einzige Auto, das den Ferraris und Red Bulls aktuell gefährlich werden kann, ist wohl der Lotus. Allerdings waren Kimi Räikkönen und Romain Grosjean zuletzt auch immer abhängig vom Wetter. Das schwarz-goldene Auto scheint nur bei hohen Temperaturen um Siege kämpfen zu können.

Auch der McLaren und der Werks-Mercedes präsentierten sich zuletzt als launische Divas. Hier scheinen die Ingenieure selbst noch nicht ganz kapiert zu haben, welche Bedingungen ideal für schnelle Runden sind. Mercedes-Teamchef Ross Brawn hofft im Vergleich zu Silverstone auf eine Steigerung: "Das Layout sollte dem F1 W03 besser passen. Außerdem bringen wir einige Verbesserungen ans Auto."

Im Kampf um WM-Punkte müssen die beiden Mercedes-Teams vor allem auf den starken Sauber aufpassen. Mit den Updates aus Silverstone hat das Schweizer Team noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht. Wenn die Piloten und Ingenieure endlich mal ein fehlerfreies Wochenende erwischen, sind sogar Podiumsplätze möglich.

Expertenmeinung: Giampaolo Dall’Ara (Leitender Renningenieur Sauber)

"Das letzte Formel-1-Rennen in Hockenheim fand 2010 statt, also werden wir dort nun erstmals mit den Pirelli-Reifen und dem DRS fahren. Die Strecke hat von allem etwas, wenngleich die Hochgeschwindigkeitskurven nicht den gleichen Einfluss auf die Rundenzeiten haben wie in Silverstone. Der Asphalt ist recht glatt. Pirelli stellt die weiche und die mittlere Reifenmischung zur Verfügung, was auf den ersten Blick eher konservativ anmutet. Aber natürlich können die Temperaturen im Juli in Hockenheim hoch sein, und es bleibt abzuwarten, wie sich das auf die Reifen auswirken würde."

Das letzte Rennen in Hockenheim - GP Deutschland 2010

Die deutschen Fans konnten beim letzten Auftritt der Formel 1 in Hockenheim im Jahr 2010 nur im Qualifying jubeln. Doch an seiner Pole Position hatte Sebastian Vettel nicht lange Freude: Schon am Start verlor der Heppenheimer zwei Plätze gegen die beiden Ferraris, die den Sieg im Anschluss unter sich ausmachen sollten. Dass die Teamleitung Fernando Alonso per Boxenbefehl an Felipe Massa vorbeischickte, quittierten die Fans mit einem Pfeifkonzert bei der Siegerehrung.

Was sonst noch alles 2010 in Hockenheim los war, sehen Sie in unserer Bildergalerie.
Weitere Insider-News und Hintergrundinformationen über die Formel 1 geben die Kollegen auf der auto motor und sport F1-Themenseite.

Tobias Grüner

Foto

Wolfgang Wilhelm
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Aktuelles
  • Tests
  • Motorsport
  • Videos
  • Markt
  • Fahrzeuge
SPORT AUTO für:
iPad iPhone Android Windows Phone