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Mercedes-AMG-Chef Ola Källenius im Interview: Kundensportphilosophie statt Werkseinsätze

Mercedes-AMG-Chef Ola Källenius im Interview mit sport auto über den Business Case und die Profitabilität der GT3-Klasse. Und warum Werkseinsätze kein Thema sind.

Herr Källenius, was waren die Hauptgründe dafür, eine GT3-Version des SLS AMG für den Rennsport zu entwickeln?

Källenius: Bei der Entwicklung des Mercedes-Benz SLS AMG war von Anfang an eine GT3-Version eingeplant. Das Fahrzeug bietet hierfür eine hervorragende Basis. In seinen Genen ist bereits alles angelegt, was ein konkurrenzfähiges Rennfahrzeug auszeichnet – vom Leichtbau bis hin zur überlegenen Fahrdynamik. Daneben gab und gibt es bei unseren Kunden eine starke Nachfrage nach einem Fahrzeug für die immer attraktiver werdenden GT3-Motorsport-Serien.

Wie bewerten Sie das Geschäftsmodell in der GT3-Klasse, und was sollte getan werden, um den Business Case weiter zu verbesern?

Källenius: Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung unseres Kundensport-Programms. 2012, im zweiten vollen Rennjahr, werden bereits über 45 SLS AMG GT3 in mehr als 15 Rennserien und auf vier Kontinenten an den Start gehen - das hat unsere ursprünglichen Erwartungen deutlich übertroffen. Unser Ziel ist es, das Geschäftsfeld Kundensport weiter auf- und auszubauen - in welche Richtung die Reise gehen wird, ist aber noch nicht entschieden.

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Plädieren Sie für eine Verschmelzung der beiden großen weltweiten GT-Klassen (GT2 im Geltungsbereich des ACO sowie GT3 im FIA-Bereich)?

Källenius: Um den GT-Sport auf einer gesunden Basis zu erhalten, sollte unserer Meinung nach eine generelle Kostensenkung ohne Einbußen bei der Attraktivität das Ziel sein. Dafür ist das GT3-Format ein gutes Beispiel. Betrachtet man sich die Rundenzeiten der GT2- und der GT3-Fahrzeuge, so bewegen sich diese ohnehin auf ähnlichem Niveau. Es ist wünschenswert, dass GT3-Serien weltweit durchgeführt werden könnten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Für die Hersteller wäre das die Chance zur Erschließung neuer Märkte wie zum Beispiel der USA. Innerhalb der Serien hätten wir eine größere Markenvielfalt und damit auch mehr Attraktivität für die Fans. Die Hersteller würden außerdem dadurch profitieren, dass sich das Produktionsvolumen baugleicher Fahrzeuge erhöht, was wiederum zu niedrigeren Entwicklungskosten pro Fahrzeug führt.

Wie bewerten Sie die sportlichen Erfolge in der ersten vollen Rennsaison 2011?

Källenius: Allein, dass unser Mercedes-Benz SLS AMG GT3 praktisch aus dem Stand von Teams aus aller Welt geordert wurde und wir in seinem Premierenjahr 40 Stück verkaufen konnten, ist für den Flügeltürer eine eigene Erfolgsmeldung. Noch mehr aber freuen wir uns, dass dieses Auto in den unterschiedlichsten Rennserien und auf Rennstrecken mit gänzlich verschiedenen Anforderungen ganz vorne mitfuhr.

Wird Mercedes-AMG auch weiter an der bisherigen Strategie festhalten, in der GT3-Klasse auf Werkseinsätze zu verzichten - und wenn ja, warum?

Källenius: Absolut. Hinter dieser Philosophie stehen wir voll und ganz. Wir haben den Mercedes-Benz SLS AMG GT3 als Fahrzeug für den Kundensport konzipiert und nehmen diesen Begriff auch wörtlich. Die Zufriedenheit unserer Kunden ist essentiell, daher bündeln wir lieber unsere Energie im Support für die Kundenteams. Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr haben uns gezeigt, dass sich auch auf diesem Weg sportliche Erfolge einfahren lassen.

Ist das GT-Kundensportprogramm profitabel, wenn man Kosten, Einnahmen sowie die Marketingeffekte im Motorsport gegenrechnet?

Källenius: Unser Kundensport-Programm ist langfristig ausgelegt, entsprechend gelten hier auch andere Maßstäbe für die Wirtschaftlichkeit als etwa bei der Entwicklung eines Straßenfahrzeugs. Faktoren wie die mediale Präsenz, die positiven Abstrahleffekte für die Marke oder der Technologietransfer von der Rennstrecke auf die Straße sind sehr hoch zu bewerten, aber leider oft nur schwer messbar. Ohne Zahlen zu nennen, kann ich sagen, dass die Entwicklung des Mercedes-Benz SLS AMG GT3 und das Engagement Kundensport für uns eine lohnende Investition darstellt.

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Datum

2. August 2012
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 05/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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