Alles über 24h-Rennen Le Mans
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Mythos des 24h-Rennens in Le Mans 2012: Der Mount Everest des Motorsports

Zum 80. Geburtstag des Klassikers: Warum das 24h-Rennen in Le Mans das wichtigste Autorennen der Welt ist.

Kennen Sie den Mount Everest des Motorsports? Der Rennsport hat einen inoffiziellen Olymp, den bis heute nur ein Pilot jemals besteigen konnte: Die schillernde Dreifach-Krone besteht aus Siegen beim Formel 1-GP in Monaco, dem 500 Meilen-Rennen in Indianapolis - und dem 24h-Rennen in Le Mans. Nur der Brite Graham Hill konnte bis heute diese herausfordernde Vielseitigkeitsprüfung meistern, und beim wichtigsten Stadtrennen, dem berühmtesten Oval-Rennen und dem bedeutendsten Langstreckenrennen der Welt gewinnen.

80. Geburtstag des Klassikers

Am 16. und 17. Juni 2012 wird das 24h-Rennen in Le Mans zum 80. Mal ausgetragen. 1923 fand die Premiere als „Grand Prix d’Endurance“ statt, als Großer Preis der Ausdauerleistung. Bis heute hat die große alte Dame des Langstreckensports nichts von seiner Faszination eingebüßt: Hersteller gehen in den beiden großen Fahrzeugklassen LMP (für reinrassige Prototypen) und GT (für serienbasierte Sportwagen) mit Millionenbudgets an den Start, denn ein Sieg in Le Mans ist am besten geeignet, um das sportliche Profil einer Marke zu schärfen. Wer die Siegerlisten aus der Vergangenheit studiert, stellt fast, dass nahezu jeder bekannte Hersteller schon einmal in Le Mans angetreten ist.

Aber nicht nur die Hersteller sind vom Kampf Auto und Fahrer gegen die Uhr fasziniert: Das Rennen in Le Mans hat es zu jeder Zeit seines Bestehens auch immer in die Schlagzeilen der Boulevard-Presse geschafft. Die traurigen Höhepunkte wie der Unfall des Mercedes-Piloten Pierre Levegh 1955, bei dem 84 Menschen ums Leben kamen, zählen ebenso in diese Kategorie wie der Start berühmter Film-Stars: Der Hollywood-Schauspieler Paul Newman beispielsweise kam 1979 sogar auf Platz zwei ins Ziel und fand es laut eigener Aussage angenehmer, im Regen mit 300 Stundenkilometer die Hunaudières-Gerade hinunter zu sausen, als sich den quengelnden Fragen der Weltpresse zu stellen.

Rennsportfilm von Steve McQueen

Für einen Teil des Ruhmes von Le Mans, der weit über die traditionelle Fan-Community des Motorsports hinausreicht, war ein anderer Schauspieler verantwortlich: Steve McQueen campierte mit seinem Produktionsteam 1970 sechs Monate im Départment Sarthe, um einen Spielfilm über das Rennen zu produzieren, der sofort Kult-Status erlangte und von Millionen Menschen in aller Welt gesehen wurde, ebenso wie der zweite große Rennsportfilm, nämlich „Grand Prix“ von John Frankenheimer. Nur so ist es zu erklären, dass Japaner mit dem Mythos Le Mans ebenso vertraut sind wie Südamerikaner oder Australier.

Le Mans ist also sozusagen weltberühmt. Was die wenigsten wissen: Die Bedeutung dieses Langstreckenrennens als Test- und Erprobungsfeld für die Automobilindustrie ist noch viel größer. Wichtige technische Errungenschaften wie beispielsweise die Scheibenbremsen wurden erstmals in Le Mans ausprobiert, bevor sie Eingang in die Serienentwicklung des Automobilbaus fanden.

Technik-Premieren beim Langstreckenrennen

Und die 80. Ausgabe im Juni 2012 wird abermals keine Ausnahme machen: In der Gesamtsiegklasse LMP1 treten die Weltkonzerne Audi und Toyota erstmals mit Hybridtechnik gegeneinander an. Zwar hat die Formel 1 bereits vor einigen Jahren die kinetische Energie beim Verzögern aufgenommen, mittels Batterietechnik gespeichert und beim Beschleunigen wieder abgegeben. Doch diese Form der Energierekuperation war wenig mehr als ein Marketing-Gag, weil sie nur Zusatzleistung produzierte (Add-on-Power), aber die Gesamteffizienz nicht steigerte. Das wäre bei den kurzen Rennen in der Formel 1 über rund 300 Kilometer aber auch gar nicht möglich.

Doch über eine Distanz von 24 Stunden sind Einsparpotenziale und Energieeffizienz viel besser darstellbar: Der Le-Mans-Veranstalter hat die Motorhubräume in den vergangenen Jahren drastisch reduziert und nun für 2012 erstmals die Energierückgewinnung zugelassen.

Maximale Effizienz statt maximale Performance

Der nächste - aber entscheidende Schritt - erfolgt dann in der Saison 2014: Dann wird der Energiebedarf für die Verbrennungsmotoren streng limitiert, gleichzeitig erhalten die Hersteller mehr Freiheiten, die ungenutzten internen Energiequellen im Auto wie thermische oder kinetische Energie stärker zu nutzen als bisher. Damit verschiebt sich der Fokus automatisch von maximaler Performance auf maximale Effizienz - wie im Automobilbau für die Straße. Le Mans wird dann eines der wenigen Autorennen, bei dem die Hersteller die gleichen Herausforderungen meisten müssen wie auf der Straße.

Mehr Informationen gibt es auf der Themenseite zum 24h-Rennen in Le Mans.

Von am 11. Juni 2012
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