Neuer VW Motorsport-Chef: Kris Nissen übergibt an Jost Capito

VW Polo R WRC

Jost Capito wird neuer Sportchef von Volkswagen. Der ehemalige Ford-Rallye-Chef löst Kris Nissen an der Spitze des VW-Motorsportprogramms ab.

Überraschung bei Volkswagen. Der 53-jährige Jost Capito wird ab 1. Mai neuer Sportchef beim Wolfsburger Autobauer. Capito wird damit gleichzeitig auch der neue Mann an der Spitze des Rallye-Programms. 2013 will VW mit dem neuen Polo WRC in der Rallye WM starten.

Capito von Ford zu VW

Der gelernte Diplomingenieur ist im Rallyesport kein Unbekannter. 1985 gewann er mit seinem Vater die Lkw-Wertung der Rallye Paris-Dakar. Capito arbeitete bei Porsche und dem Sauber Formel-1-Team, bevor er 2003 die Verantwortung für die Motorsport-Aktivitäten bei Ford übernahm.

Unter seiner Ägide eroberte Ford 2006 und 2007 die Rallye-Markenweltmeisterschaft, und Capito stieg im Unternehmen weiter auf. Seit Januar 2009 war der zweifache Familienvater in Detroit als Director Global Performance Vehicles für die sportlichen Ford-Serienautos verantwortlich.

Kris Nissen nimmt seinen Hut

Capito löst Kris Nissen ab. Der 51-jährige Nissen war als Aktiver Deutscher Formel-3-Meister und langjähriger DTM-Pilot. Der Däne stieß 1998 als Instruktor des VW-Lupo-Cups zu Volkswagen, übernahm 2003 die Leitung von VW Motorsport in Hannover und war ab 2004 verantwortlich für die Einsätze des VW Touareg bei der Rallye Dakar.

In vier Jahren gelang der ersehnte erste Sieg eines Diesels beim Wüstenklassiker nicht, aber die anfänglichen Misserfolge warfen Nissen nicht aus dem Sattel. Von 2009 bis 2011 sorgte der Sportchef mit drei Dakar-Erfolgen schließlich für Zufriedenheit im Vorstand.

VW-Wechsel von der Dakar in die WRC

Nach dem Ende des Dakar-Programms leitete Nissen den Umbau von VW Motorsport für das Rallye-WM-Engagement ein. 2012 testet das Team bereits den VW Polo WRC und bestreitet parallel mit zwei Skoda Fabia Super 2000 zwölf WM-Läufe zu Übungszwecken.

Nissen verlässt VW aus persönlichen Gründen, wird jedoch zuvor seinen Nachfolger noch einarbeiten. Der scheidende Sportchef geht aber nicht ganz. Er wird bei Volkswagen-Motorsport künftig als Berater weiterarbeiten.

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Markus Stier

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