Der prominenteste Zaungast war Michael Schumacher. Kurz nach der Mercedes-Präsentation ließ Toro Rosso im sonnigen, aber morgens noch eiskalten Valencia die Hüllen fallen. Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari zogen die Decke von einem Auto, das seine Verwandtschaft mit dem letztjährigen Red Bull RB5 nicht leugnen kann.
Toro Rosso baut auf vertraute Konstruktion
Technikdirektor Giorgio Ascanelli erklärt warum: "Nachdem uns das Reglement dazu zwingt, unser Auto selbst zu bauen, mussten wir in weniger als fünf Monaten 60 neue Leute an Bord nehmen. Mangels Erfahrung haben wir viele Dinge aus dem Bauch heraus entschieden. Deshalb habe ich mich im ersten Jahr für den konservativen Weg entschieden."
Konservativ heißt, sich auf eine Konstruktion zu verlassen, die man kennt. Der Red Bull RB5 war das schnellste Auto des Vorjahres, und die Daten waren den Ingenieuren unter Chefdesigner Ben Butler bis ins Detail bekannt. So hatte man schon einmal eine gute Ausgangsbasis.
Neue Aufhängung des Frontflügels
Die Entennase mit den Höckern obendrauf ist klar vom letztjährigen Red Bull kopiert. Auch der Frontflügel sieht aus wie eine Abwandlung des Vorjahresmodell. Neu ist die Aufhängung des Flügels. Wie beim neuen Sauber setzen die Pylonen weit hinten an der Nase an und reichen weit nach vorne.
Die Seitenkästen sind fast 1:1 vom alten Red Bull übernommen, und im Heck zeigt die Zugstangen-Aufhängung, wer das Vorbild des neuen Toro Rosso STR5 war. Die Zugstreben-Technik hatte Red Bull-Designer letztes Jahr wieder eingeführt. Die Airbox ist jetzt noch extremer als im Vorjahr. Sie schließt mit dem oberen Element des Heckflügels ab.
Extremere Auslegung des Doppeldiffusors
Interessant ist der Luftauslass. Fast die gesamte Abluft der Kühler strömt durch ein zentrales Loch am unteren Ende der Airbox. Das erlaubt eine extremere Auslegung des Doppeldiffusors. Heiße Luft stört bekanntlich die Aerodynamik.
Für Toro Rosso ist der Schritt zum Konstrukteur eine Fahrt ins Ungewisse. Sie erhöht das Budget im Vergleich zur Kundenauto-Lösung um 30 bis 50 Prozent, "je nachdem wie viel Geld du bereit bist auszugeben", sagt Teamchef Franz Tost. Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz gab am 17. März 2009 sein Okay, dass Toro Rosso sein eigenes Auto bauen darf. Trotz der neuen Aufgabe lag das Schwesterteam von Red Bull exakt im Zeitplan. Am 11. Januar schon wurde das neue Auto homologiert. "Wir haben etwas Luft für den Fall eingeplant, dass größere Pannen passieren", erklärt Ascanelli.
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