Mini John Cooper Works Challenge: Der Mini-Challenge-Renner im Tracktest

Mini Challenge - klingt eigentlich charmant. Ein bisschen mini, ein bisschen Challenge - Rennen fahren im kleinen Stil. In der Realität ist es aber ganz großer Sport. In einem familiären Rahmen, der sich an der Rennstrecke auch wirklich so darstellt.

Ein Technik- und ein Lounge-Zelt zur Entspannung von Mensch und Material unterstreichen das lockere Ambiente. Und das nicht nur für die Darsteller, auch für die Zuschauer bietet der Auftritt der Serie ein besonderes Flair mit intimer Nähe zum Geschehen. 

Der Mini rennt um die Nordschleife

Einmal in die Szene hinein geschnüffelt, könnte man sich darin also auch als Aktiver durchaus dauerhaft wohlfühlen. Denn der vollzogene Gaststart war leider temporär begrenzt. Auch, oder erst recht im Rahmen des24h-Rennens auf der Nordschleife, wo die wild gewordenen Mini nur einen Lauf à vier Runden in der Grüne Hölle bestreiten.

Bei den restlichen sieben Veranstaltungen stehen zwei Läufe über jeweils 30 Minuten auf dem Programm. Und dann findet der familiäre Spaß ein jähes Ende. Mini Challenge aber maximale Attacke. Wenn der Helm sitzt und der mit 211 PS auf Serienstand befindliche Vierzylinder kernig vor sich hin röchelt ist es mit der Freundschaft vorbei. Was bei den Wahnsinnigen an der Spitze des Feldes dazu führt, dass der Austausch von Farbproben als Mindestanforderung gilt.

Preisgelder in Höhe von 340.000 Euro

Im Ansatz verständlich, werden am Ende der Saison doch Preisgelder in Höhe von 340.000 Euro sowie drei Mini verteilt. Der Einsatz: Inklusive Fahrzeug kostet eine Saison rund 100.000 Euro. Die Technik des Challenge-Mini bleibt - mit Ausnahme der renntypischen Ausstattungsfeatures - kostenfreundlich nahe an der Serie. Dazu zählen auch das Getriebe und die Differenzialsperre. Wenngleich Letztere im Rennbetrieb ihrer Bezeichnung nicht gerecht wird. Die Traktion ist rudimentär, was eine beherzte Fahrweise verlangt.

Vom ersten Meter an geht es zur Sache

Also Arschbacken zusammenkneifen, das beim Anbremsen fidele Heck ignorieren, mit Schmackes rein ins Eck, um mit möglichst viel Schwung wieder rauszukommen. Ob dabei ein Curb der kürzesten Linie im Weg steht, spielt in der Hitze des Gefechts keine Rolle - für Langstreckenpiloten nicht gerade die feine Art des Fahrens. Vom ersten Meter an geht es zur Sache, was das Zeug hält. Und es hält. Was dem Fahrspaß und Charme im Mini-Sport zusätzlichen Reiz verleiht.

Termine Mini Challenge 2009

16.-19.04.09 Hockenheimring Preis der Stadt Stuttgart
22.-24.05.09 Solverstone (GB) Mini United
19.-21.06.09 Brno (CZ) WTCC
10.-12.07.09 Nürburgring Formel 1
07.-09.08.09 Nürburgring AvD Oldtimer-Grand-Prix
04.-06.09.09 Oschersleben WTCC
18.-20.09.09 Sachenring ADAC Masters Weekend
02.-03.10.09 Salzburgring (A) Finale (Rundstrecken-Trophy)



Mini Challenge 2008

Saison-Rückblick in Zahlen und Fakten

Die Rennsieger und die Anzahl ihrer Erfolge:
Daniel Haglöf (3), Hari Proczyk (3), Steffi Halm (2), Daniel Keilwitz (2), Thomas Neumann (2), Nico Bastian (1), Roger Büeler (1), Thomas Marschall (1).

Die Teams und die Anzahl ihrer Erfolge:
GIGAMOT (7), die agentour Racing (4), EHRL SPORT LECHNER RACING (2), Schubert Motorsport (2).

Die Piloten mit den meisten Pole Positions:
Daniel Haglöf und Daniel Keilwitz (je 2).

Der Pilot mit den meisten schnellsten Rennrunden:
Daniel Haglöf (2).

Der geringste Abstand zwischen Sieger und Zweitplatziertem:
0,269 Sekunden auf dem Salzburgring (Rundstreckentrophy, Rennen 2) - Daniel Haglöf vor Thomas Neumann.

Der größte Abstand zwischen Sieger und Zweitplatziertem:
5,490 Sekunden in Oschersleben (WTCC, Rennen 2) - Nico Bastian vor Thomas Neumann.

Der geringste Abstand zwischen Pole-Position und Startplatz zwei:
0,011 Sekunden in Oschersleben, Rock the Race - Daniel Keilwitz vor Fredrik Lestrup.

Der größte Abstand zwischen Pole Position und Startplatz zwei:
0,353 Sekunden in Oschersleben, GT Masters - Daniel Haglöf vor Steffi Halm.

Die höchste Leistungsdichte im Qualifying:
Oschersleben, WTCC - die ersten 13 Fahrer liegen innerhalb einer Sekunde.

Die durchschnittliche Teilnehmeranzahl pro Rennen:
34 Fahrer.

Der Wertungslauf mit dem größten Starterfeld:
Nürburgring, Oldtimer-Grand-Prix, 37 Fahrer.

Das längste Rennen:
Nürburgring, 24h-Rennen, 40:09,574 Minuten.

Das kürzeste Rennen:
Hockenheimring, Formel1, 20:20,515 Minuten (Rennen 2).

Die addierte Motorleistung 2008:
Durchschnittlich mehr als 7.174 PS.

Der jüngste Starter:
Nico Bastian, 18 Jahre.

Der älteste Starter:
Herbert Engel, 63 Jahre.

Prominente Starter:
Götz Otto, Max Mutzke, Sebastian Kamps, John Friedmann und Florian Simbeck ("Erkan und Stefan").

Zuschauer an der Strecke:
ca. 576.000.

Gäste in der Paddock Lounge:
ca. 10.000.

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Jochen  Übler

Autor:

SPORT AUTO, Heft 9 / 2008

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