Rallye Schweden WRC-Saison 2010: Saison-Auftaktrennen im Schneeparadis

Ken Block

Die Rallye Schweden bildet am Wochenende (12. - 14.2.) den eisigen Auftakt in die Rallye Saison 2010. Für den Sieg kommen gleich mehrere Piloten in Frage. Petter Solberg und Marcus Grönholm wollen den großen Favoriten ein Bein stellen.

Zuerst einmal die gute Nachricht: Während Olympiaort Vancouver unter Schneemangel leidet, kann sich das schwedische Rallyezentrum in Karlstad momentan nicht über die weiße Pracht beklagen. Bei zweistelligen Minuswerten ist von globaler Erwärmung in der Region Värmland momentan nichts zu spüren. Doch ab Freitag wird es auf den vereisten Pisten richtig heiß zugehen.

Marcus Grönholm zurück in Schweden

Zum ersten Auftritt des Jahres haben sich einige prominente Namen angekündigt. Vor allem die Rückkehrt von Marcus Grönholm wird mit Spannung erwartet. Der zweifache Weltmeister hat bereits klargestellt, dass er nicht nur zum Spaß teilnimmt. "Mein realistisches Ziel ist ein Podiumsplatz, aber es wäre fantastisch, wenn ich um den Sieg mitkämpfen könnte. Allerdings wird das schwierig nach so einer langen Pause von der WRC."

Grönholm freut sich auf die anspruchsvollen Prüfungen in Zentralschweden. Insgesamt stehen 345 Wertungskilometer auf dem Plan. "Alle Stages werden extrem schwierig. Ich habe gehört, dass viel Schnee liegt und die Schneewälle am Straßenrand groß sein werden. Die Bedingungen sind also sehr gut." Grönholm wird bei seiner Rückkehr für das private Stobart-Team antreten und in einem Ford Focus WRC sitzen.

Grip dank Spikes wie auf Asphalt

Im gleichen Auto tritt auch Mikko Hirvonen an. In diesem Jahr will er endlich Sebastien Loeb vom Thron stoßen. Um sich einen Puffer für die vielen Asphaltrallyes in der zweiten Saisonhälfte zu schaffen, ist ein Sieg in Schweden eigentlich Pflicht. "Schweden ist für mich eine tolle Auftaktrallye. Als Fahrer hat man auf Schnee mehr Freiheiten. Man muss nicht ganz so präzise fahren. Man kann mit höherer Geschwindigkeit in die Kurven hineinfahren und die Schneewälle führen das Auto dann schon herum."

Mit dem Herumgerutsche auf verschneiten Straßen, wie man es aus dem Straßenverkehr kennt, hat eine Wertungsprüfung in Schweden nicht viel zu tun. "Der Grip ist unglaublich", erklärt Hirvonen. "Wenn das Eis ein bisschen weicher ist, dann krallen sich die Spikes richtig gut rein. Es ist ein verrücktes Gefühl, so schnell auf solch rutschigen Bedingungen zu fahren, wenn man weiß, dass man genauso viel Grip wie auf Asphalt hat."

Loeb auch auf Schnee und Eis schnell

Natürlich will Loeb die Titelhoffnungen seines größten Rivalen direkt im Keim ersticken. Der Asphaltspezialist hat bereits mehr als einmal bewiesen, dass er auch auf Schnee und Eis gut unterwegs ist. Schon 2004 gewann er die Veranstaltung in Schweden. In der Vorsaison siegte Loeb bei der einzigen Schneerallye in Norwegen. Um das Gefühl für den Schnee zu bekommen, testete Loeb zwei Tage in Schweden. "Jetzt kann ich es kaum erwarten, am Start der ersten Super Special zu stehen." Als Favorit sieht er sich dennoch nicht. "Die Finnen fühlen sich hier viel mehr zuhause als ich", erklärte der Citroen C4-Pilot.

Einer dieser Finnen fährt im Citroen Junior Team. Kimi Räikkönen wird in Schweden das erste Mal mit einem WRC-Auto bei einer WM-Rallye teilnehmen. Bei der Arctic Rallye in Lapland hat sich der Formel 1-Weltmeister von 2007 vorbereitet. Ein Baum stand dem Rallye-Neuling allerdings schon auf der zweiten Prüfung im Weg. "Ich weiß, dass ich noch viel lernen muss", erklärte der "Iceman". "Ich werde vor allem zu Beginn wohl noch einige Fehler machen. Aber ich fühle mich bereit für die Herausforderug."

Solberg mit eigenem Team optimistisch

Vielleicht macht das Rennen am Ende aber auch ein ganz anderer. Petter Solberg ist 2010 mit seinem eigenen Privatteam und einem Citroen C4 WRC am Start. In Schweden und Norwegen hat sich "Hollywood" ausgiebig auf den Saisonauftakt vorbereitet. "Wir haben viel getestet vor dieser Rallye und ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Auto an der Spitze kämpfen können." Die Werksteams von Citroen und Ford sollten sich also in Acht nehmen vor dem Wikinger.

Weitere Informationen zur Rallye-WM finden Sie bei den Kollegen von auto motor und sport.

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