WTCC-Vorschau Marrakesch/Marokko 2009: Tourenwagen-WM feiert Afrika-Premiere

WTCC Puebla Mexiko 2009

Zum ersten Mal ist die Tourenwagen-WM am Wochenende (1.-3.5.) zu Gast in Afrika. Auf dem neuen Street Circuit in Marrakesch (Marokko) will die BMW-Armada endlich den ersten Saisonsieg einfahren und die Seat-Dominanz brechen.

Mehr als vier Wochen ruhten die Motoren in der WTCC. In der nordafrikanischen Millionenstadt Marrakesch werden sie wieder zum Leben erweckt. Auch wenn Marokko nicht gerade als Motorsport-Mekka gilt, ist die Tourenwagen-WM nicht die erste große internationale Rennveranstaltung im Königreich. Bereits 1958 fuhr die Formel 1 in Casablanca ihr WM-Finale.

Neuer Stadtkurs mit Wüstensand-Handikap
 
Nun ist also Marrakesch Schauplatz der wiederbelebten Rennsportbegeisterung im Norden des schwarzen Kontinents. Eilig wurde ein 4,624 Kilometer Straßenkurs in der Metropole im Südwesten des Landes eingerichtet. Dank eines neu verlegten Asphalts und über 2.500 schweren Betonbegrenzungen soll der Street Circuit allen Sicherheitsansprüchen genügen.
 
Die nicht permanente Rennstrecke führt über öffentliche Straßen. Dreck und feiner Wüstensand dürften für ein reduziertes Gripniveau sorgen und den Piloten vor allem in den Trainings Schwierigkeiten bereiten. Die Strecke selbst ist vom Layout dagegen eher einfach gestrickt: Auf den zwei mal elf Runden, die gegen den Uhrzeigersinn gefahren werden, müssen die Piloten vor allem Vollgas geben und Abbremsen. Lange Geraden und enge Schikanen prägen das Bild. Richtige Kurven gibt es eigentlich nur zwei. Vor allem an der Spitzkehre (Kurve 14) können sich Fans auf jede Menge Überholversuche freuen.
 
Für das schwer gezeichnete BMW-Team stellt der dritte WM-Lauf fast schon einen Neubeginn dar. Vier der ersten fünf Piloten im Gesamtklassement kommen aus dem Seat-Lager. Nur Augusto Farfus konnte auf Rang drei in die Leon-Phalanx einbrechen. "Stadtkurse liegen mir eigentlich, allerdings ähnelt die Strecke in Marrakesch mit ihren langen Geraden eher einem klassischen Rundkurs. Das wird interessant", prophezeit der Brasilianer.

Ballast bringt Spannung
 
BMW will mit einem Facelift des 320si WTCC endlich den ersten Saisonsieg. Eine neue aerodynamisch noch effizientere Frontschürze soll dabei die entscheidenden Zehntel bringen. Aber auch im Seat-Lager blickt man der Afrika-Premiere zuversichtlich entgegen. "Wir glauben, dass die Strecke nicht schlecht für unsere Autos ist. Aber es gibt noch viele unbeantwortete Fragen", erklärte Chefingenieur Xavi Serra. "Alle Teams müssen in den Trainingssessions wohl noch viele Probleme lösen."
 
Erstmals kommen in Marrakesch die sogenannten Kompensationsgewichte zum Einsatz. Die Diesel von Seat und die Werksautos von BMW müssen danach 40 Kilogramm zuladen. Chevrolet und Lada sowie die Privatteams dürfen ohne Zusatzballast starten. "Das dürfte für die ein oder andere Verschiebung im Feld sorgen", erwartet der BMW-Pilot Jörg Müller.
 
Gewichtsverteilung:
SEAT León TDI: 1.170 Kg. + 40 Kg. Ballast = 1.210 Kg.
SEAT Benziner: 1.170 Kg. - 20 Kg. Ballast = 1.150 Kg.
BMW: 1.155 Kg. + 40 Kg. Ballast = 1.195 Kg.
Chevrolet und Lada: 1.170 Kg. - 20 Kg. ballast = 1.150 Kg.

Zeitplan
Freitag, 1. Mai
15.00 - 15.30: Freitagstraining (17.00 - 17.30 CET)
 
Samstag, 2.  Mai
9.00 - 9.30: 1. Freies Training (11.00 - 11.30 CET) 
12.30 - 13.00: 2. Freies Training (14.00 - 14.30 CET)
15.00 - 15.50: Qualifying (17.00 - 17.50 CET)
 
Sonntag, 3. Mai
10.00 - 10.15: Warm-up  (12.00 - 12.15 CET)
13.05: 1. Rennen: 11 Runden (Fliegender Start) (15.05 - 15.30 CET)
14.20: 2. Rennen: 11 Runden (Stehender Start) (16.20 - 16.45 CET)

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Tobias Grüner

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