Edeltuner Kourosh Mansory: Beautykur für die Schönsten der Schönen

Mansory

Respekt scheint Kourosh Mansory nicht zu kennen. Zumindest nicht, wenn es um Luxuskarossen geht. Rolls Royce Phantom, Ferrari 599 GTB, Porsche Panamera oder der Bugatti Veyron - alles keine Charakterschwächlinge. Doch Edeltuner Mansory setzt den Besten der Besten seine ganz eigene Krone auf.

Nicht alle Ästheten klatschen Applaus, wenn ein 550 PS starker Mansory Conquistador auf seinen 24-Zöllern die Einfahrt hinauf rollt oder ein zum Stallone mutierter Ferrari 599 wild fauchend vorbei brüllt.

Das Tuning "made by Mansory" kann man mögen, ja sogar lieben - muss man aber nicht. Kourosh Mansory schreckt vor nichts zurück, wenn es um die Veredelung von Luxuskarossen geht. Sein Geschäft brummt. Von Wirtschafts- oder Automobilkrise ist bei Mansory nichts zu spüren. Die Liste der Aufträge ist lang; die Wartezeiten ebenso. Die Kunden des Iraners kommen insbesondere aus dem mittleren Osten, Osteuropa und den USA. Diejenigen, denen ein gewöhnlicher Mercedes SLR zu langweilig, ein Aston Martin DB9 zu zahm und ein Porsche Panamera zu dröge sind, schicken ihn gleich im beschaulichen Fichtelgebirge vorbei. "Unsere Kunden haben schon alles. Geld spielt da keine Rolle", erzählt Mansory, "eine Krise wie jetzt auf dem Automarkt trifft uns daher nicht. Im Gegenteil. Wir können viele Aufträge gar nicht annehmen, weil wir maximal an drei oder vier Fahrzeugen parallel arbeiten."

Der Kunde bestimmt - dem Hersteller graust es

Dort, wo sich in der hügeligen nordbayrischen Landschaft Fuchs und Hase nur widerwillig gute Nacht sagen, gibt Kourosh Mansory und sein rund 30-köpfiges Team den spektakulärsten Boliden dieser Welt ein ungewöhnliches Gesicht. Das strahlt ein Rolls Royce Phantom schon einmal mit grellen LED-Leuchten rundum, bekommt ein Ferrari 599 Kiemen und ungewöhnliche Karosseriewucherungen, dass es die Hersteller selbst oftmals nur so graust. Doch der Erfolg gibt dem bärtigen Autoexperten, der lange Jahre als Tuning-Zulieferer sein Geld verdient hat, Recht.

Herren-Austatter Mansory macht selbst vor einem Kunstobjekt mit 16 Zylindern und mehr als 1.000 PS wie dem Bugatti Veyron nicht halt. Zumeist ist es mit einer individuell angefertigten Innenausstattung in Sonderleder oder einem gigantischen Radsatz allein nicht getan. In den meisten Fällen ordern die Kunden das komplette Wohlfühlprogramm von A bis Z. Heißt, Kotflügel, Schweller, Schürzen oder Hauben werden gegen spezielle Sonderanfertigungen ausgetauscht und auch im Innenraum bleibt kein Stein auf dem anderen. Praktisch: "Wer so einen Wagen kauft, der muss nicht auf die Rechnung schauen", erzählt Kourosh Mansory, "da fehlt es nicht am nötigen Kleingeld für die Umbauten."

60 bis 80 Umbauten pro Jahr

Pro Jahr hat Mansory 60 bis 80 Komplettumbauten. Je individueller, je teurer - für viele Kunden ebenfalls ein Zeichen von Exklusivität. So wenig zurückhaltend wie seine Umbauarbeiten sind die Bezeichnungen, die die mobilen Paläste nach den Bastelarbeiten im Fichtelgebirge haben. Stallone, Conquistador oder Bel Air zeugen vom imposanten Selbstbewusstsein, das Mansory mit seinen Boliden an den Tag legt.

Unsere Autos sind Kunststücke und ein bisschen verrückt

"Unsere Kunden wollen Auffallen und mehr Leistung. Beides bieten wir ihnen", lässt sich Kourosh Mansory von Kritik nicht beeinflussen, "unsere Autos sind echte Kunstwerke und alles bei uns ist ein bisschen verrückt." Paradestück der Modellpalette sind der Bugatti Veyron und der Mansory Conquistador, eine scharf gemachte Version des Phantom. Kaum ein anderer Tuner hat sich getraut, die britische Nobelkarosse sportlich zu tunen. So stehen die Kunden bei Mansory in Brand, im Niemandsland zwischen Marktredwitz und Bad Berneck Schlange und lechzen nach dem mindestens 900.000 Euro teuren Conquistador.

Ein Rolls Royce zum 13. Geburtstag

Viele Kunden bestellen auf den spektakulären Automessen von Genf, Los Angeles oder Dubai gleich mehrere Fahrzeuge. "Die deutschen Messen sind keine Prestigemessen", so Mansory, "da sind wir im Ausland zumeist besser aufgehoben." Besonders Kunden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ordern Autos, die spektakulärer kaum sein können. Gerade erst hat Mansory einen schwarzen Rolls Royce Phantom ausgeliefert. Innen fügt sich schwarzes Leder an düsteren Klavierlack und wenig anheimelnde Karbonelemente. Auf den Kopfstützen im Fond ist in orangefarbenen Lettern ein Vorname eingestickt. "Der Rolls Royce ist das Geburtstagsgeschenk für den Sohn des Hauses. Zum 13. Geburtstag." Autos aus einer anderen Welt. Obendrein bekam der an sich 460 PS starke Brite noch einen Turbo auf seine zwölf Zylinder gesetzt. Macht 600 PS. Für entsprechenden Sound sorgt ein Klappenauspuff.

Wenn Geld keine Rolle spielt

Wenn Geld keine Rolle mehr spielt, wundert es auch nicht, dass die ursprünglich orangefarbenen Alufelgen kurz vor der Auslieferung noch auf eine schwarze Lackierung geändert werden. Die Umbaukosten dieses Phantom:  400.000 Euro. "Wir haben alle Hände voll zu tun und arbeiten bereits auf vollen Touren", berichtet Mansory. "Früher kamen die meisten Kunden aus Europa. Doch immer mehr Fahrzeuge gehen in den mittleren Osten, in die USA und auch in China wird es bald sehr viel zu tun geben."

Zwei Jahre Entwicklungsvorlauf für jedes Modell

Ehe sich der bayrische Spartentuner entscheidet, ein neues Modell in das sportliche Portfolio aufzunehmen, sind ein bis zwei Jahre Entwicklungszeit nötig. So lange braucht es, bis die Fahrwerkskomponenten getestet, die Triebwerke angepasst und besonders das Interieur dem ebenso spektakulären wie extravaganten Mansory-Styling entspricht. "Unser Entwicklungsprozess ist identisch mit dem der Autohersteller", sagt Mansory. Anbau- und Lederteile produziert Mansory seit Jahren selbst - in zwei eigenen Werken in Marienbad. "Ich mag am liebsten Geländewagen", erzählt Kourosh Mansory, "aber auch Ferrari fahre ich einfach gern." Seit einigen Monaten gehört auch Porsche zu seinen Lieblingen. Hier hat er das Tuning für den Schweizer Markt übernommen. Gerade erst sorgte sein getunter Porsche Panamera für Aufsehen. Auch hier haben bereits die ersten Kunden angeklopft.

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Stefan Grundhoff

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