Alles über Alfa Romeo Mito
Sportliche Kleinwagen
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Alfa Romeo Mito Quadrifoglio Verde 29 Bilder Zoom

Alfa Romeo Mito QV vs Citroen DS3 THP 150: Zwei sportliche Kleinwagen im Test

Alfa Romeo Mito QV und Citroen DS3 THP 150 sind zwei Kandidaten für alle, die auf der Suche nach bezahlbaren Kleinwagen mit sportlichem Anspruch sind. Wer nach einer preiswerten Alternative zum Mini sucht, kommt bei Alfa Romeo und Citroën auf seine Kosten. Welcher für wen der bessere Kauf ist, klärt unser Test.

Die Alternativen in dem Kleinwagen-Segment sind neben dem Mini rar gesät, vor allem, wenn der vierrädrige Liebling nicht nur gut gehen, sondern auch gut aussehen soll. Ob Autos mit einer Länge um die vier Meter noch als Kleinwagen durchgehen, mag diskutabel sein. In Anbetracht des klassenübergreifenden Größenwahns scheint die Kategorisierung jedoch in Ordnung zu gehen. Schließlich ist der für die Kompaktklasse Namen gebende Golf diesem Format längst entwachsen. Und der Polo rangiert bei Volkswagen nun einmal darunter. Ergo ist er ein Kleinwagen - ebenso wie Mini und Konsorten.

Alfa Romeo Mito QV und Citroen DS3 THP 150 wollen im Mini und Fiat 500-Revier wildern

Apropos Mini: Bislang besaß der kulleräugige Deutsch-Brite innerhalb der Lifestyle-Klientel nahezu ein Monopol. So gut und so schick konnte man sich außerhalb der BMW Group bislang nirgends kleiden. Dafür machte die Design-affine Kundschaft denn auch gern den einen oder anderen Euro mehr locker.

Dann wagte Fiat oder besser: Abarth mit der Neuauflage des bis zu 160 PS starken Fiat 500 den ersten Angriff auf das Retro-Kult-Mobil. Nun legt Alfa Romeo mit dem pünktlich zum 100. Firmen-Jubiläum auf 170 PS erstarkten Mito Quadrifoglio Verde nach. Die Franzosen haben seit der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt vom Herbst 2009 mit dem Citroën DS3 ein heißes und ganz besonders schickes Eisen im Feuer.Unser Doppeltest stellt beide Kleinwagen vor.

Wer einen Faible für Design und ungewöhnliche Farbkombinationen hat, wird die 1.181 Kilogramm leichte Kreation des PSA-Konzerns lieben. Elf Karosseriefarben lassen sich nahezu beliebig mit andersfarbigen Dächern und Spiegelkappen kombinieren. Als Tüpfelchen auf dem I findet sich die für die Bedachung gewählte Couleur in der Mitte der sportlich-kraftvoll gezeichneten 17-Zoll-Leichtmetallräder wieder - automobile Haute Couture at it's best.

Stylisch sind beide, der Alfa Romeo Mito und auch der Citroen DS3

Junge Frauen müssen ihn lieben, den DS3. Einzig die auf der Beifahrerseite etwas zerklüftete Cockpit-Landschaft ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Das Raumangebot für lange Passagier-Füße wiederum fällt ungewöhnlich großzügig aus, ohne dass das Handschuhfach deswegen etwa mickrig wäre. Das Dashboard mit der in Wagen- oder Dachfarbe lackierten Zierblende ist so schmuck wie übersichtlich, die Ergonomie ebenso gelungen wie die Formgebung der gegen Aufpreis mit Leder bezogenen Sportsitze.

Die Alfa-Stylisten verdienen für das Design und die qualitative Anmutung des Mito-Topmodells kaum weniger Lob. Die etwas eng stehenden Augen des Italieners mit dem leichten Silberblick muss man mögen - gewiss. Aber von den chromumrandeten Rückleuchten über die im Sonnenlicht sanft changierende dunkle Metallic-Lackierung bis hin zu den anthrazitfarbenen 18-Zoll-Leichtmetallrädern gibt es dann rein gar nichts zu meckern. Auch der Innenraum des starken Mito kommt edel-durchdacht daher. Die matt glänzende, in ihrer Struktur an Karbon gemahnende Ziereinlage im Instrumentenbrett greift die Farbe des Innenteils der Bicolor-Stoffsitze auf, die Pedalerie lockt mit schimmerndem Aluminium zum munteren Tanz auf Gas und Bremse. Das Gestühl selbst ist im Schulterbereich etwas weniger stark konturiert als das des Citroën, bietet bei der Kurvenhatz jedoch ausreichend Halt.

Der Alfa Romeo Mito - erfrischend-spritzig auf der Landstraße, langsamer auf der Rennstrecke

Im Alltag wie auf der Test-Strecke unbedingt empfehlenswert ist der Dynamik-Modus der Alfa-Fahrdynamik-Regelung D.N.A. Das erfordert nach dem Start, der prinzipiell im mit N gekennzeichneten Normalprogramm erfolgt, einen kurzen Druck auf den vorn auf der Mittelkonsole befindlichen Wählhebel und beschert dem Mito QV deutlich mehr Temperament. Erst dann ist dem Umstand, dass unter der Haube 170 Pferde versammelt sind, uneingeschränkt Glauben zu schenken.

Möglich wird dies durch die fahrdynamische Optimierung von mehreren Parametern. Das System nimmt Einfluss auf die Kennlinien des elektronisch geregelten Drive-by-Wire-Gaspedal in dem kleinwagen, die Eingriffsschwellen der Vehicle Dynamic Control (VDC), die Traktionskontrolle namens ASR und die elektronisch gesteuerte Servounterstützung der Lenkung. In der Folge hängt das 1,4-Liter-Turbo-Motörchen, dem wegen seines geringen Volumens oben heraus ein wenig die Luft ausgeht, gieriger am Gas, die Lenkung wartet mit höheren Lenkkräften und mehr Rückmeldung auf. Prinzipiell wäre der so konfigurierte, 1.254 Kilogramm wiegende Alfa demnach bestens gerüstet für die Zeitenhatz.

Die diesbezüglichen Erwartungen sind aufgrund des erfrischend-spritzigen Temperaments des jugendlichen Italieners auf der Landstraße hoch gesteckt. Allein - wenn es abseits öffentlicher Pisten so richtig um die Wurst geht, rächt sich, dass das bei Alfa VDC genannte ESP an Bord des Mito nicht auszublenden ist. Da seine Regelschwellen im D.N.A.-Programm hinterlegt sind, hat Alfa Romeo sich nicht einmal die Mühe gemacht, einen Pseudo-ESP-off-Schalter zu installieren - was wiederum von außergewöhnlicher Geradlinigkeit zeugt.

Wenn es dem elektronischen Rettungsanker zu bunt wird, greift er - sanft, aber bestimmt - in das flotte Geschehen ein. Da er zu diesem Zweck nicht nur Bremseingriffe bemüht, sondern darüber hinaus auch an der Leistungsschraube dreht, ist der Mito QV bei unserem Test auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim schlussendlich langsamer unterwegs, als er dem Vermögen nach sein könnte. Das Fahrwerk ist nämlich trotz einer durchaus spürbaren Seitenneigung ausreichend straff und sehr solide abgestimmt.

Citroen DS3  - ein quirliges kleines Stück Grande Nation

Dass es so großer Vorsicht gar nicht bedarf, wenn die Fahrwerks-Ingenieure ihre Hausaufgaben gemacht haben, beweist das Basisauto der zukünftigen Citroën-Rallyeflotte in unserem Test. Die Franzosen erlauben ihrem Kleinwagen-Kraftzwerg den ungezügelten Freigang - und fahren gut damit. Obwohl der DS3 mit jeder seiner Pferdestärken 7,6 statt wie der Mito QV 7,4 Kilogramm in Bewegung setzen und halten muss, umrundet er den 2,6 Kilometer langen Kurs im Badischen schneller - um exakt 1,2 Sekunden.

Dabei besticht der kleine Franzose im Test vor allem mit seinem auch bar jeder Elektronik narrensicheren und neutralen Fahrverhalten. Dies und die exzellente Schaltbarkeit des nicht ganz passgenau, weil etwas lang über setzten Sechsgang-Getriebes bescheren dem kleinen Quirl eine mit 1.21,6 Minuten sehr beachtliche Rundenzeit. Mehr Spaß macht der freche, weil pur genossene Fronttriebler obendrein. Wären wir schon bei der Fußball- WM, würden wir an dieser Stelle ein Eins zu Null für die Grande Nation notieren.

Der Citroen geht klar in Führung

Im Slalom geht das Kräftemessen zwischen Frankreich und Italien unentschieden aus. Der Alfa ist im Test mit durchschnittlichen 66,9 km/h zwar einen Tick flotter unterwegs, mehr Punkte gibt es für die 0,3 km/h jedoch nicht. Was irgendwie unfair ist. Denn auf der Bremse fällt der Unterschied in der Länge des Bremswegs zwischen Mito und DS3 kaum größer aus. Der Citroën hat in diesem Fall nur das Glück, mit 38,0 Metern nach genau der Distanz zum Stehen zu kommen, bei der es gemäß der sport auto-Wertungstafel schon sechs statt fünf Wertungspunkten gibt. Damit kann er seinen auf dem Kleinen Kurs erarbeiteten Vorsprung in dieser Disziplin weiter ausbauen. Ergo steht es nun Zwei zu Null für unsere westlichen Nachbarn, die ihr Glück mit dem von Thierry Henry erzielten und von den Schiedsrichtern gegebenen Handtor in der WM-Qualifikation ja auch schon ordentlich bemühen mussten.

Aber wenn das Glück mit den Tüchtigen ist, werden wir die im Zeichen der Tricolore kickende Elf bei der WM in Südafrika nach den Vorrunden-Spielen vielleicht wieder ganz vorn sehen - so, wie bei diesem Vergleich den Citroën DS3. Dem gelingt nämlich auch bei der Sprintprüfung das Kunststück, eben so unterhalb der magischen Wertungspunkte-Grenze zu verbleiben, obwohl er aus dem Stand nur zwei Zehntelsekunden schneller auf Landstraßentempo ist als sein Konkurrent. 7,9 stehen in diesem Fall 8,1 Sekunden (Mito QV) gegenüber. Bis zum Erreichen der auf der seit dem Streckenumbau deutlich verkürzten Messgeraden in Hockenheim in dieser Leistungsklasse maximal möglichen 160 km/h wächst der Vorsprung des Citroën auf den Alfa Romeo auf 1,2 Sekunden an. Der Spruch, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen ist als durch noch mehr Hubraum, bewahrheitet sich eben auch in dieser Liga.

Kultiger ist der Citroen DS3, erwachsener der Alfa Romeo Mito Quadrifoglio Verde

Was für die Italiener auch deshalb schmerzhaft sein dürfte, weil ihre frontgetriebene Allzweckwaffe letztlich in unserem Kleinwagen-Test nicht einmal weniger verbraucht. Und eben das - so die Hersteller-übergreifende Kommunikationsstrategie in Sachen Antriebstechnik - soll ja der Vorteil des motorseitigen Downsizings sein. Tatsächlich ließ sich der Alfa Mito QV im Testverlauf mit mittleren 11,8 Liter Super auf 100 Kilometern aber sogar einen halben Liter mehr durch die kleinere Kehle rinnen als der mit 250 cm3 mehr Hubraum gesegnete Citroën DS3.

Als veritables Sparwunder geht bei flotter Fortbewegungsweise wie in unserem Test allerdings keiner der Kleinwagen durch. Günstiger zu haben ist der französische Lifestyler zudem. Zwar differieren die Grundpreise mit 19.800 (DS3) beziehungsweise 20.950 Euro nicht wesentlich. Wer sich darüber hinaus aber ein aktives Fahrwerk, Bi-Xenon- Scheinwerfer, Sitzheizung vorn oder ein Navigationsgerät gönnen will, wird bei Alfa Romeo stärker zur Kasse gebeten als von Citroën. Selbst die schmucke Alu-Pedalerie kostet beim Mito QV 160 Euro Aufpreis.

Die Franzosen verpacken ihre Extras in Pakete mit partiell kryptischen Namen - so zum Beispiel das My Way Selection-Paket, das ein spezielles HiFi-System mit Subwoofer im Kofferraum und ein Navigationsgerät nebst Bluetooth-Freisprecheinrichtung umfasst - und geben die Sonderausstattung insgesamt etwas günstiger ab.

Unterm Strich summiert sich der Preisvorteil des PSA-Mobils auf rund 4.000 Euro gegenüber dem italienischen Konkurrenz-Produkt. Schlussendlich dürfte demnach sowohl die Finanzkraft potenzieller Kunden als auch der individuelle Design-Geschmack über den Kauf des einen oder anderen Kleinwagen entscheiden. Eine Spur kultiger ist fraglos der Citroën DS3, der zum sport auto-Test in Sport Chic-Ausstattung antrat. Eleganter und einen Hauch erwachsener wirkt der Alfa Romeo Mito QV. Den üblichen Kleinwagen-Maßstäben entwachsen sind beide Autos - sowohl was den Raum als auch den Komfort angeht.

Von am 27. Mai 2010
Heft 05 / 2010
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