Vergleichstest zwischen BMW 335i gegen Audi S4: Mittelklassen-Sechszylinder im Duell

Bislang genoss der mit dem mehrfach preisgekrönten Dreiliter-Biturbo-Reihensechser bestückte BMW 335i unter den leistungsstarken Mittelklässlern einen Alleinstellungsanspruch. Nun legt Audi mit dem neuen, von einem Kompressor-V6 befeuerten S4 nach.

Abwechslung muss sein. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder ständig das Gleiche täte. Einer Linie über Jahre oder Jahrzehnte hin treu zu bleiben, mag ja tugendhaft sein und einen gewissen nostalgischen Charme versprühen. Ein gehöriges Maß an Langeweile birgt ein solches Handeln aber auch. Und wie - bitte schön - soll man seine Kunden von der dringenden Notwendigkeit eines Neukaufs überzeugen, wenn das aktuelle Modell in den technischen Grundfesten allenfalls modernisiert, nicht aber grundlegend renoviert wurde? Mit ganz neuer Technik unter der Haube fällt die Argumentation doch ungleich leichter. Also: Revolution statt Evolution. Ob die Verantwortlichen in der Produktentwicklung bei Audi so oder ähnlich denken, ist nicht bekannt. Es würde aber das muntere Strategie- Hopping in Sachen Motorentechnik erklären. Wer sich die Historie des S4 einmal näher besieht, stolpert nämlich über eine erstaunliche Vielfalt an Triebwerksspezifikationen. Als der erste S4 auf Audi 100-Basis anno 1992 das Licht der Welt erblickte, durften Herren der vier, damals noch mit dem internen Kürzel C4 versehenen Ringe, auf einen 230 PS starken 2,2-Liter-Reihenfünfzylinder mit Turboaufladung vertrauen.

Vom Biturbo zum Hochdrehzahlkonzept

Der mit dem Entwicklungscode S4 B5 versehene Nachfolger (die A4-Baureihe gehörte nun dem B-Segment an) debütierte 1997 und trug einen 2,7-Liter-Biturbo-V6 unter der Haube. Der begeisternde 265-PS-Motor katapultierte die Limousine nunmehr binnen 5,7 statt wie bisher in knapp sieben Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Ergo herrschte große Trauer, als Audi sich mit dem Debüt des S4 B6 im Jahr 2003 von der den Fans lieb gewordenen Aufladung verabschiedete und wie BMW nun dem Hochdrehzahlkonzept das Wort redete.

Der S4 B6 schöpfte jetzt aus 4,2 Liter Hubraum Kraft und trat mit der Kraft von 344 Pferden an. Gleiches galt für das mit dem Kürzel B7 versehene Nachfolgemodell. Dass es mit der Überlegenheit des hoch drehenden V8 gegenüber dem V6-Biturbo nicht allzu weit her war, beweist der Vergleich der vom Werk angegebenen 0-100-Werte: Die 79 zusätzlichen PS bescherten dem Saugmotor-S4 gerade einmal eine Zehntelsekunde auf der Uhr. Nun lag das Landstraßentempo nach 5,6 Sekunden an.

Kompressoraufladung im neuen Audi S4

Die Konkurrenz konnte sich da schon besser in Szene setzen, allen voran der BMW 335i. Sein von zwei Turboladern unter Druck gesetzter Dreiliter-Reihensechszylinder machte und macht selbst im hausinternen Vergleich mit dem Achtzylinder-Sauger des M3 eine ausgesprochen gute Figur. Nicht umsonst wurde das sparsame Hochleistungstriebwerk mit Preisen und Ehrungen überhäuft. Kein Wunder also, dass Audi Handlungsbedarf erkannte und seinerseits zur Aufladung zurückkehrte. Und weil man dem direkten Konkurrenten ja nun schlecht alles eins zu eins nachmachen kann, pflanzten die Entwickler ihrem Mittelklasse-Flaggschiff nun einen riemengetriebenen Kompressor zwischen die im 90-Grad-Winkel angeordneten Zylinderbänke. Differenzierung muss sein. Vorteile gibt es laut Audi selbstredend auch: Die beiden im Inneren des Laders befindlichen, gegenläufig zueinander rotierenden vierflügeligen Drehkolben sollen den Benzin-Direkteinspritzer noch spontaner ansprechen lassen als ein Turbolader.

Tatsächlich kann sich der aktuelle, nunmehr einprägsame 333 PS starke S4 diesbezüglich gut in Szene setzen: Mit 5,1 Sekunden von null auf 100 km/h und deren 19,3 bis zum Erreichen der 200-km/h-Schallmauer hängt der allradgetriebene Audi den in dieser Klasse bislang unangefochten führenden hinterradgetriebenen BMW recht deutlich ab. Der 27 PS schwächere, dafür aber auch 128 Kilogramm leichtere Münchner benötigt für die gleiche Übung 5,4, respektive 20,5 Sekunden.

So testet sport auto

Der Audi spurtet in 5,1 Sekunden auf Tempo 100

Differenzierung muss sein. Vorteile gibt es laut Audi selbstredend auch: Die beiden im Inneren des Laders befindlichen, gegenläufig zueinander rotierenden vierflügeligen Drehkolben sollen den Benzin-Direkteinspritzer noch spontaner ansprechen lassen als ein Turbolader. Tatsächlich kann sich der aktuelle, nunmehr einprägsame 333 PS starke S4 diesbezüglich gut in Szene setzen: Mit 5,1 Sekunden von null auf 100 km/h und deren 19,3 bis zum Erreichen der 200-km/h- Schallmauer hängt der allradgetriebene Audi den in dieser Klasse bislang unangefochten führenden hinterradgetriebenen BMW recht deutlich ab. Der 27 PS schwächere, dafür aber auch 128 Kilogramm leichtere Münchner benötigt für die gleiche Übung 5,4, respektive 20,5 Sekunden.

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Anja  Wassertheurer

Autor:

SPORT AUTO, Heft 1 / 2009

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